Full text : Der Reichstag zu Nürnberg 1524.

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Unterhändler  des  Erzherzogs  wünschten  es  nicht,  dass
von  diesen  gesonderten  Unterhandlungen  Kenntniss  an
die  Gesammtheit  der  Städte  gelange;  es  sollten  eben
solche  Sonderunterhandlungen  werden,  wie  sie  die  kaiserliche
  Politik  so  oft  angewendet  hat.  Und  allerdings,
sie  blieben  nicht  erfolglos.  Einige  der  grössten  Städte
gerade  wurden  vollkommen  gewonnen.  Der  Gesandte
Frankfurts,  der  sich  nicht  umstimmen  liess,  meldet  mit
Indignation  seinem  Rathe,  dass  Nürnberg  behaupte,  nie--mals
  bindende  Erklärungen  gegen  das  Regiment  abgegeben
  zu  haben.  Ein  Jeder  suche  eben  seinen  Nutzen,
setzt  er  bitter  hinzu:  wahrscheinlich  war  die  Stadt  vom
Erzherzog  durch  Vorstellungen  der  Ehre  und  des  Nutzens,
den  sie  durch  das  Regiment  genösse,  gewonnen  worden.
Auch  Ulm  zeigte  sich  widerspänstig  in  den  Städteverhandlungen.
  Ebenso  wurde  Augsburg  für  Weitererhal-  -
tung  des  Regimentes  gewonnen.  So  war  eine  nicht  zu
unterschätzende  Bresche  in  die  Einmüthigkeit  der  Städte
gelegt.  —  Das  Regiment  liess  sich  damals  ganz  in  dem
Sinne  der  Sonderverhandlungen  vernehmen.  Am  26.  Februar
  richtete  es  an  die  Städte  geradezu  die  Anfrage,  ')
ob  denn  alle  Städte  in  die  Beschwerden  gegen  das  Regiment
  gewilligt  hätten,  und  welche  von  ihnen  sie  noch
aufrecht  erhielten.  Als  die  Städte  darauf  antworteten,
allerdings  sei  das  Vorgetragene  die  Meinung  ihrer  Gesammtheit,
  gab  das  Regiment  eine  Zurückweisung  der
ihm  gemachten  Vorwürfe,  ?)  doch  mit  dem  Zusatze,  diebruar

  und  5.  März.  Fr.  RTA.  40.  fol.  14.  17.  Ueber  Augsburg
Hannart  in  seinem  zweiten  Berichte,  Lanz  I,  p.  128:  die  Städteboten
  seien  die  schwierigsten  in  betr.  der  Unterhaltung  des
Regiments;  toutesfoiz  la  ville  Dausbourg  en  cestuy  endroit
sest  demonstre  la  plus  voluntaire.  Wir  erinnern  uns  daran,
dass  die  Regelung  der  Monopolangelegenheit  in  die  Hände
Ferdinands  und  Hannarts  gelegt  worden  war  (kais.  Proposition).
  Augsburg  musste  deshalb  ihnen  entgegenkommen.

1)  Anfrage  und  Antwort.  Fr.  RTA.  89.  fol.  269.

2)  Fr.  RTA.  39,  fol.  332—837.