Heinrich der Erlauchte. 67
Anwartschaft auf Thuͤringen dem Sohne seiner Halbschwester
Jutta, Heinrich dem Erlauchten, bestimmt, auch bereits
am 30. Juni 1242 die Bestaͤtigung dieser Anwartschaft
vom Kaiser erhalten. Hierdurch erhielt Heinrich der
Erlauchte ein begründetes Anrecht auf die thöringischen Reichslehen,
und als Sohn von Heinrich Raspe's Schwester konnte
er auch Ansprüche auf die thüringischen Allodialstücke erheben,
welche, neben einigen Gütern in Thüringen, in dem heutigen
Hessen bestanden. Aber bald nach Heinrich Raspe's Tode
hatte dessen hinterlassene Brudertochter, Sophia, welche von
ihrem Gemahle, dem Herzoge Heinrich V. von Brabant,
einen Sohn — Heinrich das Kind genannt — geboren hatte,
sich nach Hessen begeben und dieses Allodialstück in Besitz
genommen. Sie mochte ausserdem Lust haben, diesen Einzelanspruch
endlich auf die ganze thüringische Erbfolge überhaupt
auszudehnen, wozu sie jedoch, kraft der dem Markgrafen
Heinrich zustehenden, vom Kaiser bewilligten Anwartschaft
kein Recht hatte. Auch zeigte sich ihren Wünschen
um so weniger eine günstige Aussicht, da die Mehrzahl
der mächtigsten und einflußreichsten thüringischen Vasallen
sich für Heinrich's Recht erklärte, vorausgesetzt, daß
derselbe sich mit dem Grafen Seegsfried von Anhalt — welcher
der Sohn von Heinrich Raspe's jüngster Schwester,
Frmengard war, mithin allerdings Ansprüche auf die thüringische
Erbschaft besaß, dieselben aber nur kurze Zeit behauptet
zu haben und dann dem an Macht ihm zu sehr überlegenen
Heinrich gewichen zu seyn scheint — friedlich verhalten könne.
Sophia, welche sich ebenfalls zu wenig unterstützt sah, um
dem mchtigen Heinrich Stand halten zu können, ließ, mit
innerm Widerwillen, sich endlich auch außerlich nachgebend
finden; sie gieng mit Heinrich einen Interimsvergleich ein,
zufolge dessen ihrem Sohne, Heinrich dem Kind, Hessen verbleiben,
Heinrich dem Erlauchten aber ganz Thüringen —
die Reichslehen sowohl, als die Allodialstücke — bis zu weiterer
Entscheidung anheimfallen sollte. Das gute Vernehmen
zwischen Sophia und Markgraf Heinrich sollte sich anfangs
so weit steigern, daß Letterer, da mittlerweile So-5*
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