Full text : Blätter für Rechtsanwendung. XIX. Band. (19)

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Auf  je  10  000  Einwohner  kamen  im  Jahre  1894  Entbindungen  in  öffentlichen  (und
privaten)  Entbindungsanstalten:

im  Deutschen  Reiche.  4,2  (0,2)  in  Bahen  3,  —
in  Ostpreußen  20  —  „dem  Königreiche  Sachsen  8,20  —
„  Westpreußßen  27  —  „  Württembeee  4,8  (0,2)
„  Berriin  18,,  (1,)  „  Baen  6,N’  —
„  Brandenbung  1,0  (0,:)  „  Hessen  5%  —
„  Pommien  22  —  „  Mecklenburg-Schweren  2%  —
„  Rosen  Li  —  „  Sachsen-Weimieer  5,  —
„  Schlesttern  2%  (0,2)  „  OldenbunrSgggg  0  —
„  Sachsen  40%  (O,os)  „  Braunschweig  88  —
„  Schleswig-Holstenn  4%  (0,)  „Sachsen-Koburg-Gothaoa  1:  —
„  Hannoenrnrnr  5,22  —  „  Schwarzburg-Rudolstadt  0:  —
„  Westfsalen  0,  (0,)  „  Lübecck.  ...............  6,s—
»HesseniNassau..................  4,s(0,s)  «Bremen.......................  3,8  —
„  der  Rheinprovinz  -..........  4,7(0,s)  „  Hamburg  -...............  6,7—
«  ·  »Elias-Lethtingen...............  6,a(0,s)

Im  Verhältniß  zu  der  Einwohnerzahl  fanden  also  die  meisten  Anstaltsentbindungen
in  Berlin,  Braunschweig,  dem  Königreiche  Sachsen,  Baden,  Hamburg,  Lübeck  und  Elsaß-Lothringen
  statt,  nur  wenige  in  Schwarzburg-Rudolstadt,  Westfalen  und  Oldenburg.

Verglichen  mit  dem  vorigen  Berichtszeitraume  weisen  die  oben  angeführten  Ziffern
überall  eine  Erhöhung  auf,  ausgenommen  in  Ost=  und  Westpreußen,  Berlin,  Hessen-Nassau,
Bremen  und  Hamburg.

Operative  Hülfe  scheint  in  den  Privatanstalten  verhältnißmäßig  weit  seltener
nöthig  gewesen  zu  sein  als  in  den  öffentlichen;  sie  fand  nämlich  hier  bei  durchschnittlich  5,8,
in  den  letztern  bei  10,,  %  der  Kreisenden  statt.  Am  häufigsten  wurde  Kunsthülfe  in  den
Hansestädten,  Sachsen-Weimar,  dem  Königreiche  Sachsen  und  in  Württemberg  angewendet,
relativ  selten  in  Ostpreußen,  Sachsen-Koburg-Gotha  und  Braunschweig;  in  Schwarzburg-Rudolstadt
  ist  nur  1892  eine  (tödtlich  verlaufende)  Entbindung  operativ  beendet  worden.

Die  Sterblichkeit  unter  den  mittels  Operation  entbundenen  Frauen  war  bei  weitem
am  höchsten  in  Lübeck  1),  wo  sie  während  der  Berichtszeit  im  Mittel  die  erschreckende  Höhe
von  40,0  (1894  von  37,5)  %  erreichte,  während  im  letzten  Berichtsjahre  in  6  deutschen  Reichsgebieten
  keine  einzige  der  auf  diese  Weise  Entbundenen  gestorben  ist.

Es  wurden  im  Jahre  1894  in  öffentlichen  Anstalten  :)  von  je  100  Kreisenden

mittels  geburtshülflicher  Operation  entbunden:  (es  starben  von  je  100  operativ
Entbundenen):

im  Deutschen  Reiche  11,  (4100)  in  Schlesn  118  (6)8)
in  Ostpreußen  3,4  (7,)  „  Sachsen  12,,  (389)
„  Westpreußen  9,  —  „  Schleswig-Holstein  7,,  (2,8)
„  Berlin  9,  (6,8)  „  Hannobbenrn  11,  (5,2)
„  BrandenbuieSg  8“"  —  „  Westfalen  138,,  —
„Pommern  .....  .  .  .  ...  -..........  10,s(139,)  »Dessen-Nassau.....»...........  12,o(4,«)
»Polen.......................  12,o(2,7)  »derRheinpxovinz...............  9,-(5,p)

1)  Welches  hinsichtlich  Häufigkeit  des  Kindbettfiebers  nach  Bayern  die  erste  Stelle  im  Reiche  einnahm,
  s.  S.  227.

2)  In  den  Privatanstalten  fanden  im  Jahre  1894  in  den  preußischen  Landestheilen  bei  6,,  in
Württemberg  bei  2,,,  in  den  Reichslanden  bei  3,/,  durchschmittlich  bei  5,1  %  der  Entbindungen  operative  Eingriffe
  statt;  gestorben  ist  keine  der  operirten  Frauen.