868 Grubennnfälle bei Bergleuten.
über Grubenunfälle bei Bergleuten.
Bei diesen handelt es sich sowohl um Verbrennungen (in Eisenhütten
durch Spritzen glühender Eisenmassen usw.); um Ertrinken durch
plötzliches Durchbrechen der Grubenwässer; um Erstickung durch Einatmung
gistiger Gase. Von „Massenunfällen“ spricht man dann, wenn durch plötzliche
Naturereignisse eine größere Anzahl von Bergleuten betroffen werden.
Die wichtigsten in der Grube vorkommenden Gase sind: 1. Kohlensäure,
die sich sowohl durch Fäulnis organischer Stoffe, wie durch Brennen der
Lampen und Kerzen, als auch durch die Ausatmung mehrerer Menschen
in geschlossenen Räumen in bedenklichen Graden ansammeln kann; Kopfschmerz
und beschleunigter Puls sind die ersten Anzeichen der Kohlensäure-Vergiftung,
bei höheren Graden derselben tritt Schläfrigkeit, blaue Verfärbung
des Gesichtes (Cyanose), Übergang in Bewußtlosigkeit ein. Sie ist
sehr schwer und sinkt daher zu Boden, von wo sie nur durch kräftigen
Luftzug aufgewirbelt werden kann. Die Vergiftungen, die sie bewirkt, sind
weniger heftiger Natur, als die gewisser anderer Gase. 2. Stickstoff,
welcher ähnlich wie Kohlensäure wirkt und in Gruben meist mit anderen
Gasen verbunden ist. 3. Kohlenoxydgas, das durch unvollständige Verbrennung
des Kohlenstoffes entsteht. Es bildet sich in Kohlengruben, bei
Grubenbränden, bei „schlagenden Wettern“, und ist ein heftiges Blutgift.
Durch Einatmung von Sauerstoff treibt man das vom Blute aufgenommene
Kohlenoxydgas wieder heraus. Eingenommener Kopf, Hustenreiz, Schwäche
sind die ersten Anzeichen der Vergiftung, später verlangsamt sich die Atmung,
während der Puls schneller und schwächer wird. Ohrensausen, Erbrechen
treten hinzu. Völlige Empfindungslosigkeit geht der Bewußtlosigkeit voraus
und dies erklärt die Entstehung von Brandwunden bei voller Schmerzlosigkeit.
Es gehört also zu den gefährlichsten Gasen. 4. Schwefelwasserstoff,
der sehr übel riecht; seine Wirkung auf den menschlichen Organismus ist
sehr heftig und führt rasch durch Vernichtung der roten Blutkörperchen zum
Tode. 5. Kohlenwasserstoffgas, Sumpf= oder „Grubengas"“ genannt
(Methan CHo), ist das gefährlichste Gas für den Steinkohlenarbeiter, es
bildet den wichtigsten Bestandteil der „schlagenden Wetter“ oder „feurige
Schwaden“. Enthält die atmosphärische Luft über 5% Grubengas, dann
wird es brennbar und explodiert, wenn es mit einer offenen Flamme in
Berührung kommt. Da es geruchlos ist, wird sein Vorhandensein von
Menschen oft nicht gleich bemerkt, was auch vom Kohlenoxydgas gesagt
werden muß. Man muß sich dann an die feiner empfindenden Tiere halten,
die sofort flüchten, wenn sie Gefahr wittern. Ist man aber doch gezwungen,
in einen mit Gas gefüllten Raum einzutreten, um Ohnmächtige herauszubringen,
dann trachte man zuerst festzustellen, um welches Gas es sich