Metadata : Archiv für öffentliches Recht.Zwölfter Band. (12)

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Regelung‘.  Die  Geltung  des  Legalitätsprinzips  für  das  Strafverfahren
  nebst  der  Offizialmaxime  für  die  amtliche  Thätigkeit  der
staatlichen  Organe  beruht  darin  einzig  und  allein  auf  der  Natur
und  dem  Wesen  des  Gegenstandes,  um  welchen  sich  das  Verfahren
  bewegt:  des  Strafgesetzes.  Bınpıing,  Die  Normen  und
ihre  Uebertretung,  Aufl.  1  Bd.  I  8.  13  hat  überzeugend  nachgewiesen,
  wie  die  „Leitung“  der  Landesjustizverwaltung  in  der
Strafrechtspfiege  durch  die  Staatsanwaltschaft  dem  Wesen  und
der  Bedeutung  des  Strafgesetzes  widerspricht,  wie  sie  die  Umgehung
  des  Legalitätsprinzips  und  dessen  Unterordnung  unter  das
Opportunitätsprinzip  bedeute.  Der  Vollzug  der  Strafgesetze  ist
eine  Staatspflicht  an  erster  Stelle,  eine  Berechtigung  im  Einzelfalle
  an  zweiter:  Niemand  anders  als  der  zur  Bestrafung  Berufene
ist  derjenige,  welchem  der  Befehl  in  dem  Strafgesetz  gilt  (Strafe
soll  in  dem  eingetretenen  Strafrechtsverhältnis,  unter  der  betreffenden
  Thatbestandsvoraussetzung  sein),  der  dieses  erlassende
Staat  selbst.  Durch  ihn  soll  nach  der  Verfassung  die  Strafrechtspflege
  regelmässig,  unter  Beachtung  der  gesetzlichen  Ausnahmen,
  zum  Vollzug  des  übertretenen  Strafgesetzes  betrieben
werden.  „Verbietet  das  Gesetz  die  Bestrafung  einer  Handlung,
so  erklärt  der  Staat  sich  selbst  für  nicht  berechtigt  zur  Strafverhängung“
  —  daher  auch  nicht  für  verpflichtet.  „Ferner  spricht
das  Gesetz  den  Staatswillen  dahin  aus:  es  sei  eine  rechtliche  Notwendigkeit,
  dass  das  Verbrechen  von  der  ihm  gedrohten  Strafe
betroffen  werde,  mit  anderen  Worten:  Der  zur  Strafe  Berechtigte
sei  zur  Bestrafung  überhaupt  und  nach  Massgabe  des  Gesetzes
verpflichtet.  Der  Strafberechtigte  ist  niemand  anders  als  der
Staat.  Das  Strafgesetz  gegen  den  Hochverrat  oder  die  Fälschung
sagt  also  nichts  anderes  als:  Ich,  der  Staat,  erkenne  die  Verpflichtung
  an,  dies  Verbrechen  zu  strafen;  der  Verbrecher  muss
von  mir  mit  der  angedrohten  und  darf  mit  keiner  anderen  Strafe

°  Dr.  Verus  jun,  „Macht  und  Recht  im  konstitutionellen  Staate*,
Heusers  Verlag,  1893,  $.  26.