Januar 1902. 259
bestimmt, und der beste Beweis dafür, daß uns dabei nicht der Zweck
der Germanisierung leitet, ist, daß in vielen Schulen der Provinz Posen
der Religionsunterricht noch in polnischer Sprache erteilt wird. Die
Bedentung der Erteilung des Religionsunterrichtes in deutscher Sprache,
wo dies zulässig ist, liegt darin, daß dadurch der Schule ein einheitlich
deutscher Charakter gewahrt wird, und daß insbesondere die Schulbehörden
der Notwendigkeit enthoben werden, den gesamten Unterricht
polnischen Lehrern anzuvertranen, deren Zuverlässigkeit leider oft zu
wünschen übrig läßt.
(Sehr richtig! rechts.)
Wir werden diese Grundsätze, die mit der Verfassung im Einklang stehen,
und die sich in einer langen Praxis bewährt haben, auch fernerhin durchführen,
ohne Kleinlichkeit und ohne überflüssige Härte, aber auch ohne
Zögern und ohne Schwanken.
(Bravol)
Wir werden insbesonderenicht dulden, daß der Religionsunterricht
mißbraucht wird
(Bravol),
um deutsche katholische Kinder zu polonisieren.
(Bravol)
Es ist nusere Pflicht, die deutsche katholische Minderheit
im Osten gegen die Polonisierung zu schützen.
(Bravol)
Das ist für uns ein Gebot der Gerechtigleit ebenso wic ein Gebot der
dentschen Staatsraison, dem wir uns nicht entziehen werden.
(Bravol)
Meine Herren, man liebt es auf polnischer Seite, polnisch mit katholisch
und deutsch mit protestantisch zu indentifizieren. Darin liegt eine Irreführung
der öffentlichen Meinung, und damit werden der Königlichen
Staatsregierung Tendenzen untergeschoben, welche ihr in Wirklichkeit
völlig fern liegen. Die Königliche Staatsregierung verlangt
und kann verlangen und sie muß verlangen, daß sich die Geistlichkeit
fernhalte der national-polnischen Agitation,
welche ihre Spitze gegen den preußischen Staat und
gegen das Deutsche Reich richtet. Aber die Königliche Staatsregierung
denkt nicht daran, den Rechten der katholischen Kirche und den
Empfindungen der katholischen Staatsbürger im Osten irgendwie zu nahe
treten zu wollen. Die Königliche Staatsregierung wird diese Rechte
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