Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

237

Schweden  waren  einverstanden  mit  der  kaiserlichen  Legation,
die  kaiserliche  Legation  war  einverstanden  mit  den  Schweden.
Dem  Uradel  schien  dieß  Einzige  nur  noch  guͤnstig  zu  seyn,  daff
doch  auf  Fundation  und  Herkommen  gesehen  werden  müßte.

Und  noch  dieß  Einzige  hat  endlich  eine  freche  Doktors-HOand
  hinweggestrichen!  wahrscheinlich  in  boshafter,  unbemerkter
  Stille  hinweggestrichen!

Graf  Trautmannsdorf  hatte  die  letzte  Ausgleichung  der
Final-Deklaration  der  Evangelischen  mit  dem  Ultimatum
der  kaiserlichen  oder  katholischen  Partie,  einzig  nur  seinem  Kollegen,
  Dr.  Isaak  Volmar,  überlassen,  und  Volmar  schien
auch  der  Einzige  zu  seyn,  der  noch  den  härtesten  letzten  Kampf
auszuführen  vermochte.  So  oft  noch  bisher  mit  dem  schwedischen
  Gesandten  J.  Adler  Salvins,  der  dießmal  allein
im  Namen  der  Evangelischen  sprach,  ein  stattlicher  Zank  auszuführen
  gewesen,  wer  hatte  ihn  glücklicher  ausgeführt,  als
Dr.  Isaak  Volmar?  So  oft  noch  letzte  List  aufgeboten
werden  sollte,  um  den  Gegentheil  zu  berücken,  wem  fehlte
es  weniger  an  einer  letzten  List,  als  Volmar?  Wenn  man
nur  mit  der  zähesten  Langsamkeit  nachgeben  wollte;  wer  konnte
zäher  thun,  als  er?  wer  wieder  rascher  überschnellen,  als  er  2
sobald  durch  Ueberschnellen  geholsen  werden  zu  können  schien.

Wie  kläglich  schrieb  nicht  Graf  Avaur  von  ihm,
da  er  in  Münster  ankam?  Wie  kontrastirte  der  Aufzug
des  armen  Doktors  mit  dem  prachtvollsten  Aufzuge  des
französischen  Ambassadeurs?  5)  Doch  fürchtete  Avaux
bald  Keinen  mehr,  als  ihn!  Sie  waren  ihm  alle  feind

*)  Schreiben  des  Grafen  von  Avaur  aus  Münster
48.  Mart.  1644.  Volmar  habe  nur  eine  Carrosse  mit  zwei  Pferden.
  Nicht  einmal,  daß  er  nur  Jemand  bei  sich  habe  für  einen
  Tag  der  Ceremonie.