Juli 1883 Dreißigstes Kapitel 153
seinem Vater diktiert waren. Ich hatte svgl. „Unser Reichskanzler"
Bd. I, S. 91] zwischen den Worten „bleibender Rancune abzuschneiden“"
und „Er ließ diese Lande“ geschrieben: „Er schonte
Sachsen, weil dessen Wert nicht groß genug schien, um die Wahrscheinlichkeit
einer Fortsetzung des Kriegs und die Möglichkeit einer
Beteiligung Frankreichs zu demselben aufzuwiegen; er schonte die
besiegten süddeutschen Gegner und gewann dafür wertvolle Bündnisse
für die Zukunft. Er nahm das Elsaß und einen Teil Lothringens
nicht, weil sie einmal deutsch gewesen waren — ddas ist Professorenidee,«
sagte er zu uns während des Krieges mit Frankreich —, sondern
weil die Vogesen eine bessere Westgrenze bildeten als die bisherige,
und weil der Besitz von Metz diese Grenze wesentlich verstärkte."
Der Kanzler hielt das, was an der erwähnten Stelle jetzt im Buche
steht, für richtiger. Er hatte ferner gleich darauf die zwischen „wohlmeinende“
und „Patriot“ folgenden Worte „aber nicht genügend
weitblickend“ gestrichen. In der Anmerkung, die bald nachher kam
luvgl. S. 93 ff. des Buches], war ein zwischen den Worten „Armee“
und „nicht" stehendes „durchaus“ seinem Bleistift zum Opfer gefallen,
dann der zwischen „auf genötigt“ und „man möchte“ stehende Satz:
„Sachsen sei zu allen Zeiten der Feind Preußens gewesen,“ und
den Schluß: „als Savigny und Stosch am 21. Oktober mit Sachsen
einen Friedensvertrag abgeschlossen hatten, in welchem von Abtretung
der Kriegsherrlichkeit und Einverleibung der sächsischen Truppen in
die preußische Armee nicht die Rede war, erklärte er, der inzwischen
in Putbus schwer krank gelegen und von diesen Unterhandlungen
nichts erfahren, sich damit sehr unzufrieden,“ hatte er umgestaltet
in: „als Savigny und Stosch am 21. Oktober mit Sachsen einen
Friedensvertrag abgeschlossen hatten, in welchem von Einverleibung
der sächsischen Truppen in die preußische Armee nicht die Rede war,
mißbilligte der inzwischen in Putbus schwer krank gelegne und von
diesen Unterhandlungen nicht unterrichtete Graf Bismarck dieses
Resultat derselben, mit dem er sich erst nach der Herstellung des
Reiches und der militärischen Beziehungen zu den süddeutschen
Staaten ausgesöhnt hat.“
Als der Fürst bald darauf nach Kissingen gegangen war, fuhr
Grunow fort, ihm die Korrekturen zu übersenden, da er sich dies
nicht verbeten hatte. Sie kamen nicht zurück, sodaß die Druckerei