Das Spiel des Kindes. 403
niedrige Kommodenfächer sind ohne Rücksicht auf den Inhalt ausgeräumt und
die Schlösser verdorben worden, weil die Tür sich öffnen ließ und der kleine
Mensch eifrig und hochvergnügt ungestört in den Fächern herumwühlen konnte,
und ähnliche Stückchen mehr. Das Spielstübchen ist wie ein kleiner Käfig,
der sowohl den Stuhl davor schützt, umgeworfen zu werden, wie das Kind,
zwischen die zufallende
Tür zu geraten. Manche
vielbeschäftigte Mutter,
die beständig in Angst
um das Kleine war, das
überall hinkroch, alles
anfaßte, alles beguckte —
und wieviel lebhafte Kinder
machen es so! —,
empfand eine wohltuende
Ruhe, als sie den kleinen
Tunichtgut „eingesperrt“
wußte. Man konnte sorglos
das Zimmer verlassen;
das Kind spielte
ruhig und ungefährdet
in seinem Stübchen.
Welche Entlastung für
die Mutter und welche
Wohltat für das Kind!
Steht aber ein Gärtchen
zur Verfügung, dann
schlägt man das Stübchen
im Freien auf, gibt dem
Kinde allerlei Spielzeug
hinein und überläßt es 6
sich selbst. Vom Fenster Jig. 227. Wie man ein Kind tragen soll.
aus kann man sein Treiben
beobachten. Wir können die Anschaffung eines solchen „Stübchens“ nur
warm empfehlen. Bezüglich seiner Anschaffungskosten sei bemerkt, daß man
um 12 oder 15 Mark schon ganz brauchbare Stübchen herstellen kann.
Damit kleine Spielsachen nicht durchrollen, wie Ballchen u. a., wird es
besser sein, keine Füße an dem Gestell anzubringen; statt der kostspieligen
Polsterung genügt auch ein Überzug mit billigem Tuch, damit das Kind
sich nicht verletzen kann; die „Gehschule“ mit Glöckchen kann auch fortbleiben.
Jeder geschickte Möbeltischler stellt nach unserer Abbildung ein solches
„Stübchen“ her.
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