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3. Ich leg' den Brief ganz leis', ganz sacht
hier auf das Fensterbrettchen;
und holst du, Christkind, ihn zur Nacht,
dann lieg' ich schon im Bettchen.
Und grüß mir alle
in himmlischer Halle,
die Englein, die großen und kleinen,
laß, was wir begehren,
uns gnädig bescheren,
daß Fritzchen und Gretel nicht weinen.
4. So fleht zum guten Christkindlein
das kleinste Herz hienieden.
Und allen will's gefällig sein,
und alle stellt's zufrieden.
Die Art'gen bedenkt es,
Gewünschtes schenkt es,
und selten nur bringt es die Rute.
Drum wird sich ein Leben,
ein Jubeln erheben,
und froh ist den Kindern zu Mute!
Richard Zoozmann.
111. Der erste Schnee.
Es war ein böser Regentag. „Hört, wie der Sturm pfeift!
Wie der Regen an die Fenster schlägt! Heute müßt ihr euch
im Zimmer die Zeit vertreiben “ sprach der Vater.
Erna gab sich zufrieden, aber Hans wollte es besser wissen
als der Vater. Er sagte: „Ich mache mir nichts aus dem
Regen! Ich bin schon oft naß geworden!é — und wollte
schon zur Tür hinausgehen. Aber der, Vater sprach kurz:
„Du bleibst oben!“
Da liefen dem Knaben die Tränen über die Wangen. Er
ging zum Fenster und schaute betrübt hinaus.
Die Mutter brachte einen großen Kasten, das war der
Steinbaukasten. Gleich hatte Hans den Hof vergessen. Eine
Träne fiel auf das Fensterbrett, und eine rollte an der Wange
herab; dann war er ganz still, nur die Steine klapperten.
Für unsere Kleinen. Hessische Fibel. II. Teil. 1. Auflage. 7