Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1888. (79)

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3.  Ich  leg'  den  Brief  ganz  leis',  ganz  sacht
hier  auf  das  Fensterbrettchen;
und  holst  du,  Christkind,  ihn  zur  Nacht,
dann  lieg'  ich  schon  im  Bettchen.
Und  grüß  mir  alle
in  himmlischer  Halle,
die  Englein,  die  großen  und  kleinen,
laß,  was  wir  begehren,
uns  gnädig  bescheren,
daß  Fritzchen  und  Gretel  nicht  weinen.

4.  So  fleht  zum  guten  Christkindlein
das  kleinste  Herz  hienieden.
Und  allen  will's  gefällig  sein,
und  alle  stellt's  zufrieden.
Die  Art'gen  bedenkt  es,
Gewünschtes  schenkt  es,
und  selten  nur  bringt  es  die  Rute.
Drum  wird  sich  ein  Leben,
ein  Jubeln  erheben,
und  froh  ist  den  Kindern  zu  Mute!

Richard  Zoozmann.

111.  Der  erste  Schnee.

Es  war  ein  böser  Regentag.  „Hört,  wie  der  Sturm  pfeift!
Wie  der  Regen  an  die  Fenster  schlägt!  Heute  müßt  ihr  euch
im  Zimmer  die  Zeit  vertreiben  “  sprach  der  Vater.

Erna  gab  sich  zufrieden,  aber  Hans  wollte  es  besser  wissen
als  der  Vater.  Er  sagte:  „Ich  mache  mir  nichts  aus  dem
Regen!  Ich  bin  schon  oft  naß  geworden!é  —  und  wollte

schon  zur  Tür  hinausgehen.  Aber  der,  Vater  sprach  kurz:
„Du  bleibst  oben!“

Da  liefen  dem  Knaben  die  Tränen  über  die  Wangen.  Er
ging  zum  Fenster  und  schaute  betrübt  hinaus.

Die  Mutter  brachte  einen  großen  Kasten,  das  war  der
Steinbaukasten.  Gleich  hatte  Hans  den  Hof  vergessen.  Eine
Träne  fiel  auf  das  Fensterbrett,  und  eine  rollte  an  der  Wange
herab;  dann  war  er  ganz  still,  nur  die  Steine  klapperten.

Für  unsere  Kleinen.  Hessische  Fibel.  II.  Teil.  1.  Auflage.  7