Contents : Spittler’s sämmtliche Werke. Dritter Band. (3)

.  Schriften.
)  Ausschtiestendes

  Recht

der  Schriftsteller.


b)  Verbot  des

achdrucks.

821  Erster  Theil.  Eilster  Titel.

derliche  Schutz  gegen  Nachdruck  und  Nachbildung  gesichert  werde,  haben  Wir  Uns  bewogen  gefunden,
die  darüber  bestehenden  Gesetze  einer  Abänderung  und  Ergänzung  zu  unterwersen,  und  verordnen
demnach  auf  den  Antrag  Unseres  Staatsministeriums  und  nach  erfordertem  Gutachten  Unseres  Staatsraths,
  für  den  ganzen  Umfang  Unserer  Monarchie,  was  solgt:

6  1.Dus  Recht,  eine  bereis  herausgegebene  ")  Schrift  ganz  oder  theilweise  von  neuem  abdrucken
  oder  auf  irgend  einem  mechanischen  Wege  vervielfältigen  zu  lassen,  steht  nur  dem  Antor  derselben
  oder  denjenigen  zu,  welche  ihre  Befugniß  dazu  von  ihm  herleiten.

g.  2.  Jede  a)  solche  neue  Vervielsältigung,  wenn  sie  ohne  Genehmigung  des  dazu  ausschließ.
lich  Berechtigten  (§F.  1)  geschieht,  heißt  Nachdruck  "4),  und  ist  verboten  "##°).

63)  Im  Gegeusatze  von  Manufkripten  und  nachgeschriebenen  Heften  (8.  3).

63#  e)  (4.  A.)  Auch  eine  kulpose.  Unten,  Anm.  66  #  zu  f.  10.

64)  Von  dem  Begriffe  des  Nachdrucks  sind  aus  der  Praxis  folgende  Anwendungen  bekannt
worden:

a)  Wenn  ein  Aussatz,  welcher  von  dem  Verfasser  für  eine  Zeitschrist  geliefert  und  in  dieser  abgedrucke
  ist,  von  demjenigen,  der  das  Verlagsreche  der  Zeiltschrist  erworben  hat,  in  einer  Sammlung  von
Aufjätzen,  ohne  Zustimmung  des  Verfassers,  wieder  abgedruckt  wird,  so  enthält  dies  einen  verdotenen
Nachdruck.  In  diesem  Falle  ist  die  Emschcdigung  des  Beeinträchtigten,  wenn  der  rechemäßige  Abdrud
  als  Theil  einer  Zeitschrift  keinen  besonderen  Verkauiswerth  hat,  durch  Arbirrium  zu  bestimmen.
Lutachern  des  lirerarischen  Sachverständigenvereins  vom  31.  Oktbr.  1838.  (Jur.  Wochenschr.  1840,

161.)

b)  I.  Auch  der  Verfasser  kann  sich  gegen  den  Verleger  eines  verbotenen  Nachdrucks  schuldig  machen.
  (4.  A.  Der  Autor  eines  Werks,  welcher  dem  Verleger  das  ausschließliche  Verlagsreche  eingeräumt
  hat,  macht  sich  durch  Veranlassung  einer  anderweitigen  Vervielsältigung  dieses  Werkes  des  Nachdrucks
  schuldig.  —  Dies  gilt  in  jenem  Falle  auch  von  dem  zweiten  Verleger,  welcher  sein  Verlagsrecht
  lediglich  von  dem  Autor  herleitet.  Erk.  des  Obertrib.  vom  26.  September  1851  (Archiv
für  Rechtsfälle  Bd.  11.  S.  372s.)  II.  Die  Zusammenstellung  eines  Werks  aus  einzelnen  Siellen
eines  anderen,  wenngleich  mit  Auslassungen,  einzelnen  Aenderungen  und  Zufätzen,  sowie  mit  Abweichungen
  in  der  Ordnung  und  Verbindung,  ist  als  ein  verdotener  Nachdruck  anzusehen.  Gutachten  des
tuerarischen  Sachverständigenvereins  v.  9.  Oklbr.  1839.  (Jur.  Wochenschr.  1840,  S.  369.)  Bergl.
das  Gutachten  lit.  e.

xc)  An  Kirchenliedern,  welche  von  einer  bestimmten  Religionspartei  bei  der  öffentlichen  oder  häuelichen
  Andacht  allgemein  gebraucht  werden,  hat  Niemand  ein  Verlagsrecht;  es  wäre  denn  an  einer  Sammlung
  solcher  Lieder  mit  eigenthümlicher  Anordnung  und  bestimmter  Textrecension.  Gutachten  dess.
Vereins,  v.  15.  Januar  1840.  (Jur.  Wochenschr.  1840,  S.  60)9.)

d  Auch  Wohnungsanzeiger  und  ähuliche  statistische  Nuch-veisungen,  deren  Bearbeitung  mwissenschaftliche
  oder  Kunstkenntnisse  nicht  ersordert,  sind  als  schriftstellerische  Arbeiten  angusehen,  bei  denen
"  Nachdruck  moglich  ist.  Gmachten  dess.  Vereins,  vom  28.  Februar  1840.  (Jur.  Wochenschr.  1840

661.)

e)  Die  Zusammenstellung  eines  Werkes  aus  einzelnen  Stellen  eines  anderen,  wenngleich  mit
Auslassungen,  einzelnen  Aenderungen  und  Zusätzen,  sowie  mit  Abweichungen  in  der  Ordnung  und
Berbindung,  ist  als  ein  verbotener  Nachdruck  anzusehen.  Auch  ein  Nachdruck  von  Werken  ist  möglich,
welche,  wi  beispielsweise  Kochbücher,  bekannte,  auf  allgemeiner  Erfahrung  beruhende  Regeln  und  Vorfriien
  enthalten.  Gutachten  dess.  Vercins,  vom  16.  September  1840.  (Jur.  Wochenschr.  1840,

86  1.)

1)  Wer  eine,  mit  Hebräischen  Lettern  gedruckte  Deutsche  Uebersetzung  eines  Jüdischen  Gebetbuches
ohne  Genehmigung  des  Autors  oder  seiner  Rechtsnachfolger  mit  Deutschen  Leitern  abdrucken  lößt,  degeir
  bioen  Nachdruck.  Gutachten  dess.  Bereius,  v.  29.  Dezember  1840.  (Jur.  Wochenschr.  1841,

.601.

K)  Die  Herstellung  eines  gleichförmigen  Textes  von  klassischen  Werlen  durch  kritische  Thätigkeit
ist  nicht  dergestalt  als  ein  freies  schriftslellerisches  Produkt  zu  betrachten,  daß  dem  Berfsasser  für  dirse
Bearbeitung  eines  fremden  Texte#  dieselben  Rechte  zustehen,  wie  einem  Autor  für  ein  von  ihm  versaßtes
  Originalwerk.  Er  hat  deshalb  kein  Widerspruchsrecht  gegen  die  Vervielfältigung  in  seiner  Textherstellung.
  Gutachten  dess.  Vereins,  vom  27.  Januar  1841  und  Entsch.  des  Stadtgerichts  zu  Berliu,
v.  20.  Juli  d.  J.  (Jur.  Wochenschr.  1812,  S.  149.)

h)  ((.  A.)  Das  Vergeben  des  Nachdrucks  ist  durch  den  bloßen  Druck  vollendet;  daß  die  Berbreitung
  hinzugetreten  sei,  ist  nicht  ersorderlich.  Erk.  des  Obertr.  vom  7.  Nov.  1361  (J.  M.  Bl.
S.  288).  Vergl.  unten  8.  14.

64)  (5.  A.)  Derjenige,  welcher  einen  Nachdruck  im  Austrage  eines  Anderen  und  ohne  die  Absicht
der  eigenen  Vertreibung  bewirkt,  macht  sich  nur  dann  strasbar,  wenn  bei  ihm  die  Voraussetzungen  der
strafbaren  Theilnahme  zutreffen,  insbesondere  also,  wenn  er  wußte,  daß  der  Abdruck  ein  unbefugter
sei.  Erk.  den  Obertr.  v.  18.  Dez.  1863  (J.M.  Bl.  1864,  S.  55).