Anummer 733
. Mrufen verstand, hat feine Anwälte beauftrag#t,.
gLegen den Fürsten von Fürstenberg- Donaueschingen
und den Fürsten-Konzern im Wege
der Zivilklage wegen Vermögensschädigung durch
urglistige Täuschung beim Ankauf des Warenhauses
vorzugehen.
Berlin, 12. Juni. Ein abschreckendes Beispiel
aus unferer Rechtschreibung hat auf der
Deutschen Lehrerversammlung in Kiel der
Lehrer Kossog gegeben. Wie die „Frankf. ZLg.“
mitteilt, erzählt er, daß vor kurzer Zeit in
einer Lehrerkonferen, an der 50 Lehrer teilgenommen
haben, die vier Worte diltiert wurden:
„Bloh ein bißchen Grieß.“ Das Redjultat
war mehr als überraschend. Von den 50
Lehrern hatte nur ein einziger bloß einen Fehler
gemacht, während die übrigen 49 Lehrer
je zwei Fehler machten. Der Lebrer Kossog zog
hieraus den Schluß, daß es höchste Zeit sei,
in dem Formeltram unserer Rechtschreibung
Abhilfe zu schaffen.
erlin, 12. Juni. In das Schloß der Familie
des Prinmen zu Schönaich-Carolath in
Haledorf sind heute Nacht Einbrecher eingedrungen.
Sie entwendeten eine größere Anzabl
Gold= und Silbersachen und unersetzliche
Ueinere Kunitgegenstände, darunter eine Tabakdose
im Werte von 2000 Mk. und eine kostbare
Uhr von Marie Antoinette.
Berlin, 12. Juni. Ein schweres Unalüt
bat sich gestern zachmittag in der Kesselstraße
ereignet. Ein Droschkenautomobil, das einem
ihm entgegenkommenden Kraftwagen und einem
Lastwagen ausweichen wollte, geriet dabei auf
den Bürgersteig und überfuhr zwei Knaben, vie
sich in Begleitung eines älteren Mädchens be
sanden, das noch ein kleines Kind auf dem Arme
trug. Vei dem einen Knaben konnte nur
noch der Tod festgestellt werden, der andere
erlitt so schwere Verletzungen, daß an seinem
Aufkommen gezwe ifelt wird.
Leipzia, 12. Juni. Im Hause Windmühlenstraße
Nr. 18 versuchte heute Morgen ein
junger Mann, der sich Hans Hein aus Wien
nannte, einen Raubanfall auf seine Logiswirtin.
Als Lausbewohner damlamen, erschoß sich der
Täter. Eleich darauf erichien ein Geldbrief
träger, um eine Spoftanweiung über 5 Marl
auszuhändigen. stellte sich beraus, daß Hein
diese Wid.x.z. an sich selbst abgeschickt
hatte, um den Briefiräger zu überfallen. Durch
den mißglücklen Ueberfall auf die Wirtin war
diese Absicht vereitelt worden. Bei dem Toten
wurden zwei geladene Revolver und ein Totschlager
gefunden. Die Polizei verhaftete auf
der Straße einen der Mittäterschaft verdächtigen
jungen Mann.
Elbing, 12. Juni. Auf Antrag des Konlursverwalter
der Elbinger Vereinsbank wurde
über das Vermögen Der Osteeutichen Sch 10
werft füt Motorenbaiu von Schend u. Co. in
Elbing der Koniurs eröffnel. Die Werft überschritt
den ihr von der Vereinsbanf bewilligten
Kredit in der Höchstgrenze von 100 C0O0 Ml.
um zirta 500 000 Mk. und veranlaßte dodurch
die Zahlungseinstellung der Elbinger Vereinsanl.
Liegnitz, 12. Juni. Ein Sergeant der
Maschinengewehrabteilung der Liegnitzer Königsgrenadiere
erschoß seine Braut, ihren 5jähr.
unehelschen Sohn und dann sich selbst, weil der
Heirat große Schwierigleiten gegenüberstanden.
Graudenz, 12. Juni. Heute Mittag erkhüowiersé
auf der biesigen Fliegerstation beim
1 Absüllen von Venzin ein Benzinfaß, wobei ein
I ier, ein Sergeant und zwei Gefreite
(einer aus Erlangen) nelötet wurden. 1 Die Leichen
wurden entseglich vertümmelt. Der Ma-###rialschaden
ist erhebtich.
Juni. Bei der Abtragung
Aovlerbecer Hülle löste
#roßer Blod und riß meh-Dortmund,
1½.
einer Haloe aus
sich heute morgen :
— 2
—.1
Verneiung.
„Die Hert en kind ja wohl briann:, “ jaate
Sabine. „Linc. Herr Herter. nuhmen Sie
Platz. Sie müssen ein Schalchen Tee mit uns
trinten.“
„Kom tesse baben fün selbit bereitet? Ah,
da wird er da ant munden. Was sage
ich, do melt! Be * , bundertigch!“
Dabei heiran H ) kr who mit einem
Blici, der ne ung iiür ihre
ũevlichleit zu erinuien aeb. Da richtete sich
abine snit einem hnd ins ihrer nachlänng
Jüre FriinentQ Nascn
ein Flimmern war in ihren
bequerien Stetinng empor.
flügel bebten. and e
Augen. während * doch lachelnden Mundes
sagte
gte ich's nicht, daß sie reizend isl cm
reeii Wenn Herr Horter Komplimente
maght, muß irgend etwos seine Bewunderung
in hohem Maße wachger usen haben.“
Herta blicite erstaunt auf die Schwester.
Es war Sabines Art sonst nicht, unzarte *
merkungen zu machen. Har!e sie sie unwissentuid
getränt ?* Fedenfalls wollte sie sie spater berag
erter aber war bleich geworden bei
Sabines Worten, und er wandte seine Aufmerksamkeit
nur noch ihr #. All seinen Wige,
seine gelollschafrihen Tlente bot er auf,
zu unterhalten, und es schien ihm in der Fat
vortrefflich zu gelingen. Sie hatte ein irönliches
Lachen für seine Scherze und freundliche
Blicke für seine lühnen Schineicheleien, dis
Doktor Cederstiösbs Unwillen hervorriesen.
(Jortse#ung folgt.)
Eol
rere Arbeiter in die Tiese. Vier Tote und eln
Schwerrerletzter sind geborgen. Ob noch mehr
Arbeiter sich unter den Schlacken befinden, sleht
noch 4iru
Hamburg, 12. Juni. Heute Vormittag
wurde hier der 16jährige Elektrotechnikerlehrling
Kuhns verhaftet, weil er gestern an der drei
Jahre alten Irma Barz (nicht Haaß) einen
Lustmord verübte und die Leiche darauf in einen
Sack steckte. Kuhns ist geständ ig
oulouse, 12. Juni. Ein- mit 5 Angehörigen
der Familie des Arzles Lautre besetztes
Automobil slürzte heute Morgen infolge Einbruchs
einer Brüke in einen Graben. Alle Inlassen
wurden geiöt:#l.
London. 12. Juni. Die Anhängerinnen
des Frauenstimmrechts versuchten beute Nacht
die aus dem 12. Jahrhuwert slammende Parrlirche
ron Cbiustad in der Grafschaft Surren
in Brand zu stecken. Das Portal wurde zerstört.
Auf dem Friedhof wurden Schriften der
Frauenreckhtlerinnen vorgefunden.
Vondon, 12. Juni. Unter den Geretleten
der Enipreb of Ireland“ siel bei der gestrigen
Landung ein noch junger Mann auf, in dessen
Gesicht aber tiese Leidensspuren eingegraben
waren. Er neunt sich William Clarq und ist
der einzige Mann auf der Welt, der die beiden
größten Schiffslatastr -kophen überlebt hat. Er
war Heizer auf der „Titanic“; seine erste Ausreise
nach der surchtbaren Titanic-Katastropbe
machte er — wieder als Schiffshei- ser — auf
der „Empreß ofj Freland“. „In derselben
Stelle zum dritten Male Unglä zu haben,“
sagte er lachend, „halten wir Seeleute für
fatal; aber ich heize trotzdem weiler.“
Madrid, 12. Juni. Jn dem Dorfe Palacios-Rubies
in der Nähe von Salamanca hatte
eine Frau Marin Pro, die etwa 42 Jahre alt
war, dem Ortspfsarrer mitgeteillt, daß ihr
Mann und ihre drei Kinder vom Teufel beses.
sen seien, weshalb sie gedenle, diese umzubringen
und sie Gott zu opfern. Der Geistlliche riet
der offenbar wahnsinni gewordenen Frau
energisch von ihrem Vorhaben ab und glaubte
nich#, daß diele die schredliche Tat ausführen
würde. Tags d darauf wurden in der Wohnung
der Pro die drei Kinder im Alter von 3, 3
und 11 Jahren mit zerschnittenem Halse in den
Vetten aufgesunden. Nachdem die unglüdliche
Frau das Verbrechen begangen hatte, ertränlte
sie sich in einem Ziehbrunnen. Ihr Mann,
der sehr früh auf das Feld gegangen war, en!
ging dem Tode.
Münchener Neuigkellen.
münchen. 12. Juni. Der Haupttresfer der
Nürnberger Blindenheim= Lotterie im Betrage
ren 20 000 Mk. fiel auf eine in München wohnende,
im dürftigen Verhäütnissen lebende Witwe,
die das Los in ciner Wirtschaft im Tal
gekauft hatie. Der zweite und dritte Haupttrefser
sielen nach Regensburg und Rürnberg.
ünchen. 12. Juni. Im ehemaligen Cafe
Rona! am Karlsplatg befand sich seit einigen
Taqgen ein amerilanisches Vergnügungselab.
lissemunt, in dem Glüädspielbillards, Glückspielautomaten,
eine get. rische Schießbude usw. aufgesteilt
waren. Die Poliseidirettion halte die
Unternehmer schon vor der Eröffnung darauf
aufmerlsam gemacht, daß sogen. amerikanische
mechanische Glückspiele in München verboten
seien. Da die Unternehmer trotzdem das
Etablissement, das sich übrigens eines starlen
Besuches bei großem Umsatz erfreuen durfte,
eröffueten, wurde es nunmehr polizeilich geschlossen.
Barerische Nachrichten.
Bamberg, 12. Juni. Die Stadt Bamberg
überließ einen in der Nähe des Hains befindlichen
wertvollen Bauplatz tauschweise der
biesigen Klerikalseminarstiftung zum Baue eines
neuen Klerikalsemmars mit anschließender Kapelle.
Dafür erhält die Stadt das bisherige
Klerikalseminar für ein neues Nathaus. Selbftverständlich
muß die Stadt an die Klerikalseminarstistung
die Wertdifferenz zwischen den beiden
Tauschobiekten daraufzahlen. as biherige
Rathaus wird das kommende „Fränkische Heimatmuseum“
beberbergen. Das alte Klerikalseminar
zählt zu den ältesten und größten Gebäuden
Bambergs, wurde 1585 gegründet und
1733 nach den Plänen Balthasar Neumanns
unter Fürstbischof von Schönborn neuerbaut.
Bowerisches Overland.
Kolbermoor, 12. Juni. Die zu Gunsten
der freiwilligen Krankenpflege im Kriege in der
Gemeinde Kolbermoor vorgenommene Role-Zreuz
Sapmlung ergab die Summe von 503
g.
Holzkirchen, 12. Juni. In der hier abgehaltenen
Generaloersammlung des Gastwirtevereins
Miesbach und Umgebung, der auch Regierungsrat
de Rudder beiwohnte, wurde besonders
gegen den Flaschenbierhandel Stellung
genommen. Die Versammlung beschloß dann
einstimmig, auf Einführung eines Flaschenpfanoes
zu dringen.
Miesbach, 12. Juni. Der Magistrat Miesbach
beschloß die Veräußerung des ehemaligen
Schulhauses an der Kirchengasse an den Verein
Fürr uches Bezirlsmuseum Miesbach um 20 000
Nar#.
er Auzelger
Vas Reichenhall, 12. Juni. Der Gastwirteverein
Bad Neichenhall und Umgebung
hat beschlossen, ab 15. Juni sich mit der Ersfhun
eines Flaschenpfandes im Betrag von
fg. einverstanden zu erklären. Die 10
%. für die entlehnte Flasche sollen zurückerstattet
werden, wenn der Käufer die Flasche zurückbringt.
Burghausen, 12. uni. Die Bosnische Elektrizitätsgesellschaft
in Wien hat der bayerischen
Staateregierung milgeteilt, daß sie im Prinzip
bereit sei, die Wasserkräfte der Alz bei Burghausen
auszubauen und dort eine große Fabrikanlage
zu errichten. Es schweben Verhandlungen.
H#eumarkt, 12. Juni. In dem benachbarten
Feichten sollte am Dienslag eine Hochreit statlfinden,
doch müssen zwischen dem Brautpaare
nach der slandesamtlichen Handlung Zoistlig-=keiten
entslanden sein, denn die Braut verweigerte
ihr Erscheinen zur kirchlichen Trauung.
Im Wirtohaus, wo reichlich und gut für des
Leibes Atzung vorgesorgt war, ging es troßtdem
recht lebhaft zu. Das Brautpaar hat enrft am
Mittwoch früh in St. Veit den kirchlichen Se.
gen empfangen.
Grenzlande.
Innsbruck. 12. Juni. Vom Roßlopf am
Achensee ist gestern ein Tourist abgestürzt. Er.
erlitt tödliche Verletzungen. Di: Leiche wurde!
geborgen. Wie gemeldet wird, soll es sich um
einen Münchener Architetten handeln.
Salzburg, 12. Juni. Der bei der Firma
Brüder Reklich und Berger in Unterstein, Gem.
Eschenau, beschäftigte Bremser Aulmanic kroch
nachts in einen Benzinmotor und öffnele versehentlich
den Benzinbehälter, dessen Inhalt sich
über seine Kleider ergoß. Als fräler Bulmanie
ein Streichbolz anzündete, fingen seine Kleider
Feuer und im Nu schlugen die Flammen hoch an
seinem Körper hinauf. Bulmanic stürzte sich
sofor! in die Salzach. Er wurde von Bahnarbeitern
gerettet und mit schweren Brandwunden
nach Salrburg ins St. Johannsspital verbracht.
Die neue Schulordnung für die
höheren Lehranstalken.
I. Schulordnung.
Höhere Lehranstalten sind die humanift schen
umnasien und Progymnasien und die Latkeinschulen,
die Realgymnasien und Realprogymnasien,
die Oberrealschulen und Realschulen.
Nach Bedürfnis übnnen außerdem eingerichtet
werden und sind höhere Lehranstalten Reform-——
un und Resormrcalprogymnasien.
Die Gymnasien und die Oberrealschulen umsasicn
je neun, die Progymmase en und die Realschulen
je sechs, die Laleinschulen in der Regel
je jünf Klassen. Nierklassige Realschulen kön
nen in Berücssichtigung besonderer örtlicher
Verhöltaisse zunelassen werden.
Die höheren# Lehranstalten haben den Zwelk,
ihre Schüler auf religiöser Grundlage zu sitllicher
Tüchtigleit zu erz ziehen, ihnen eine höhere
allgemeine Bildung in vaterländischem
Geiste zu gewähren und sie zu selbständiger
Geistesorbeit sähig zu machen.
Die humanistischen Gymnasien gewähren vorzugsweise
sprachlich-Hisflorische Schuiung mit besonderer
Betonung der alten Sprachen und der
antilen Kultur, die Realgymnasien und Nesormrealgymnasien
voczugsweise sprachlich-hüflorische
Schulung mit br sonderer Betonung der
neucren Sprachen und der modernen Kuliur,
die C Oberrealichulen und J schulen vorzugsweise
rerlieste Ausbildung in den mathematischnaturwisse
enschaftlichen Hächern.
TI. Grmnasien und Ober#calschuken haben
weiter die Aufgabe, die Schüler zum selbflständigen
Studium an einer Hochschule sähig
zu machen. Die Progymnasen und Lateinschnlen
entsprechen den unteren Klassen der Gymnasien
und bereiten somit um Eintritt in die
oberen Klassen dieser Annallen vor. Die Realschulen
entsprechen den unteren Klassen der
Oberrealschulen und gewähren. in erster Linie
eine erweiterte allgememne Bildung für die bürgerlichen
Beruse, be’eiten aber zugleich zum
Eintritt in die cb 2en Klassen der Oberrealschulen
vor.
Die Zahl der Schüler soll in den Klassen
I mit III nicht über 45, in den Klassen IV
und V nicht über 40, in den Klassen VI und VII
nichl über 35 und in den Klassen VIII und
und IX nicht über 20 betragen. Die Schüler
haben als Beitrag zur Deckung des Aufwandes
für die Schulen Schulgeld zu entrichten. Die
Höhe des Schulgeldes wird vom Ministerium
festgesetzt. Dürftige und würdige, einem deulschen
Bundesstaat angehörige Schüler können
von der Entrichtung des Schulgeldes je für die
Dauer des Schuljahres ganz oder teilweise befreit
werden.
Die Unterrichtsgegenstände der höheren Lehranstalten
teilen sich in Pflichtfächer und Wahlächer
1 Nachmittage sind von dem Unterricht
in den Mflichtfächern frei zu lassen
Der Unterricht in den Pflichtfächern ist in
der Regel auf Vormittag und Nachmittag 3##
verteilen. Eine Verteilung, durch die der MA
unterricht ganz oder nahezu ganz auf den Vormittag
pexlegt wird. bedarf der Henehmigung
Z
onntag, 14. Junl 1014
— — — — —
des Ministerlums. Zwischen dem Vormittaguno
Nachmittagunterricht muß ein Zoischenraum
von wenigstens zwei Stunden und, wenn
der Vormittag-Unterricht über vier Stunden
dauert, tunlichst von 3 Stunden liegen. Der
Vormittag-Unterricht darf in “ Zeit vom
1. April bis zum Schlusse des Schuljahres
nicht vor 7 Uhr, in der Zeit vom 16. Februar
bis 31. März und vom 16. September bis 15.
November nicht vor 8 Uhr, in der Zeit vom
16. Nov. bis 15. Februar nicht vor 8¼ Uhr
beginnen. Zwischen den Unterrichtestunden sind
Pausen einzuschalten.
Das Schuljahr beginnt mit dem 16. Septemler,
ist dieser Tag ein Sonntag, mit dem 18.
September; ist er ein Montag, mit dem 17.
September; es endigt mit dem 15. Juli, ist.
dieser Tag ein Sonntag mit dem 14. Juli,
ist er ein Montag, mit dem 13. Juli. An den
Tagen des Schuljahrsbeginns und Schlusses
sollen feierliche Schüler- Gottesdienste, am Tage
des Schulsahrsschlusses zugleich eine Schülerfestfeier
abgehalten werden.
Die Weihnachtsferien beginnen mit dem 23.
Dezember, vormittags 10 Uhr, ist dieser Tag
ein Sonntag, mit dem 22. Dezember, vormiltags
10 Uhr, sie endigen mit dem 2. Januar,
ist dieser Tag ein Sonntag, mit dem 3.
Januar.
Die Osterferien beginnen mit dem Freitage
vor dem Palmsonntag vormitlags 10 Uhr
und endigen mit dem Montage nach dem weisten
Sonntag.
Am Samstag vor Pfingsten endigt der Unterricht
vormitiags 10 Uhr. Dienslag und
Mittwoch nach Pfingsten sind frei vom Unterricht,
desgleichen der Nachmittag des Faslnachtsdienstags.
Bezüglich der Feier der Allerhöchsten Geburts--
und Namensfeste an den Anstalten wird
rom Min: sterium Anordnung getroffen. Der
Tag des P t. Luit
is# frei vom’ unterri t. Jur Abhallung eines
Frühjahrsfestes mit V orträgen der Schüler und
Schulerausflügen ist in der Regel ein Tag
vom Unterrichte srei zu geben.
Ueber Betragen und Fleiß, dann über die
bei den Pfiichtfächern erzielten Forlschritte wecden
den Schülern zu Weihnachten und Oten
Zwischenzeugnisse und am Jahresschluß Jahreszeugnisse
ausgestellt. Betragen und Fleiß werden
in den Zvischenzeugnissen mit Noten, im
Jahreszeugni= durch ein Urteil mit Worten angegeben.
Die in den einzelnen Untlerrichtsfächern
erzielten Fortschrilte werden durch Noten
poldbezeichnet.
Die zulässigen Notenstufen sind
I. sehr gut, II= gut, III -genügend und IV.
ungenügend. Zur Bezeichnung der Fortschritte
in den Zwischenzeugnissen sind Kach die Zwischennoten
1 II . fast sehr gut, IIII1 . noch
gut und III. IV noch Pemn. zulässig.
Die Reifeprüfung zerfällt in einen schriftlichen
und mündlichen Teil. Prüfungsgegenstände sind
Neligionslehre be i allen Anstallen, Deutsch bei
allen Anstallen, Latein bei den Cymnasien, Grier
isch bei den humanistischen Gymnasien, Franzasisch
bei allen Anstalten, Englisch bei den
Nealgymmofien, Resormrealgymnasien u. Ober-Kralschulen,
Mathematit bei allen Anstalten,
Phosik bei allen Anstalten, Chemie bei den
Realanmnasien und Reformrealgumnasien, Chemie
mit Naturlunde an den Oberrealschulen,
Cieschichte bei allen Anstalten, Zeichnen bei den
Vealgumnasien, Reformrealgymnasien und
Oberrealschulen .
Die schriftliche Prüfung erstreit sich auf alle
Prüfungsgegenstände mit Ausnahme der Geschichte.
Die mündliche auf alle Prüfungsgegenstänode
mit Ausnahme der Religionslehre und
des Zeichnens. Schüler, die in der schriftlichen
Prüfung aus der Religionslehre die Note IV
erhalten haben, sind der mündlichen Prüfung in
diesem Gegenstande zuzuweisen. Schüler, die
weder im Jahresfortgang noch bei der schriftlichen
Prüfung in einem Prüfungsgegenstand
die Note IV erhalten haben, können von der
Ablegung der mündlichen Prüfung befreit werden.
Schüler, die sich der mündlichen Krus
zu unterziehen haben, können von dieser Prüfung
für jene Gegenstände befreit werden, in
denen sie enkweder im Jahresfortgang oder
in der schriftlichen Prüfung mindestens ole
Note II und in keinem von beiden die Note IV
erhalten haben. Die Entscheidung kommt der
Prüfungskommission zt
Im Hinblick auf dir Vorschriften über den
Nachweis der Befähigung z#m einjährig-freiwilligen
Militärdienst haben sich bei den sechstlassipen
Anstalten die Schüler der VI. Klasse
am Ende des Schulfahres einer Schlußprüfung
zu unterzieben.
Schluß folgt.
FEelalnachrichler.
Rosenheim, 13. Jund
Neue Lehr= und Schulordnung für
die Mittelschulen. Wemn die Löbrer-ldungsanstalten
nicht in der neuen bayer ischen
Schulordnung ausgeführt sind, so hat dies seinen
Grund darin, daß diese Klasse der Mittelschulen
als Fachschulen angesehen werden müssen. Die
bKehrerbildungsanstalten erhielten bereits am 2.
ugust 1912 eine neue Lehrordnung und am
3. #ui 1914 nrue Prüfungsvorschriften, die
sich im wesentlichen mit der neuen „Bayer.
Schulordnung“ decen.