213 ausbreiten — ausbringen.
Ausbruch - ausdehnen. 214
in älterer Spr.: das im die mud auszbrach den schweisz] Junern nach außen bringen: Junge von brütenden Tieren
B Waldis Es. 4, 5.
aus dem Innern hervorkommen; alt in der Spr. der
Muystiker: dä der sun agbrichet von dem rater Myst.
2, 98; und sonst: wo er (der Quells danne ausgprieht
Megenberg 102; der strom bricht aus seinen ufern
aus; bildlich: warum der strom des genies so selten
ausbricht Goethe 16, 18; salt bricht aus aus den
tranben, vgl. ausbruch; von Feuer, Flamme, Sturm,
Gewitter, eigentlich und übertragen: uls das fe#r im
berg Acthna ausbrache Frölich Stob. 401; der ausbrechende
sturm Schilber Fiesko 2, 4; zu dersclben
stunde brach das ungewitter aus Werkle 3, 92; ein ausgebrochener
brand Zeitung 1896; in ctwas ausbrechen:
ich soll den aufruhr . mutbigen, in fammen auszubrechen?
Gotter 2, 324; von Leidenschaft, Krankheit,
Seuche, Unglück u. d.: wird das ungluck ausbrechen
uber alle Jer. 1, 14; wenn denn das mal widerkompt,
und ausbricht am hause 3. Mos. 14, 43; am andern morgen
brach die wuth des fichers aus Wieland Geron
1067; mit plötzlich ausbrechender wuth Heyse Par.
3, 216; einer läszt wut, zorn, urger Über schuldige und
unschuldige ausbrechen; cinem kranken, angestrengten
bricht der schweisz aus; von Personen: ein dieb ist
aus dem gefängnis ausgebrochen; nach dem brach aus,
kam der gewaltig haufen der Franken Aventin 1,
1089; in Bezug auf Außerung der Persönlichkeit, Leidenschast:
der schauspieler kann ohnstreitig unter der
maske mehr contenance halten, seine person findet
weniger gelegenheit auszubrechen Lessing Dram. 56;
da bricht die menge tobend aus Schiller Kampf m.
d. Dr.; ausbrechen in thrünen, jammer, klagen; bricht
in ein lautes gelächter aus Kab. 3, 4; als sie in ein
lautes weinen und jammern ausbrach Goethe Du W.2;
veraltet gesehrei, jammer, wahrheit bricht aus, wird
ruchbar Aventin 1, 451. 2, 70. 183; Davids namen
brach aus in allen landen 1. Chron. 15, 17; an allen
orten ist auch ewer glaube an gott ausgebrochen Thess.
1, S. — ausbreiten, Zusammenliegendes auseinander
breiten, stroh, dunger; auszbreiten, hin und wider
strewen Henisch; tucher, laken, segel, kleider; arm,
hünde (Spr. Sal. 31, 20) umfangend, schützend; breitet
ich schnsuchtige arme aus
(es. 8, 3), üttige (5. Mos. 32, 11); deu himmel (Hiob
9, 81, wolken (37, 18), mitternacht (26, 7) u. a.; übertragen:
sind ausgebreitet die geschlecht der Cananiter
1. Mos. 10, 18; das wort des herra (Ap. Gesch. 13, 49);
sein leben liegt faltenlos und leuchtend ausgebreitet
Schiller Wallenst. Tod 5, 3; ausgebreitete kenntnisse
(Freytag Soll 1,21), praris (128), bekanntschaft (170),
u. u.; refl. entfaltend breit werden: wie sich die beche
ausbreiten 4. Mos. 24, 6; die rebe bat sich uber die
ganze laube ausgebreitet; sich auszubreiten (über Erdstriche)
Wieland Göttergespr. 8;t reinliche gassen breiten
sich aus Schiller Pomp. 18. — Ausbreitung, k. Handlung
des Ausbreitens; auch ausgebreitete Strecke: in-Geibel
2,221; bugel-2)
intranf. gewaltsam heraus-, Megenberg 223; kuchlein ausbringen Stieler; einen
landstreicher aus der stadt ausbringen; einen trunk
ansbringen, aus dem Becher: doch tullet sich von selbst.
der becher wieder an, nachdem er ihn von neuem
ausgebraobt Hagedorn 2, 102; daher einem einen
trunk ausbringen (3, 28), zur Gesundheit eines den Becher
leeren, später verblaßt toast. trinkspruch, gesundheit:
er wollte eine gesundheit ausbringen Freytag Soll
1, 315; übertragen naebrichten, gerüchte; geschrei
(5. Mos. 22, 14), rede (Neh. 6, 19) ausbringen, verbreiten;
in älterer Spr. zu Ende bringen: bis man der sache uf
ein ende kumt und nach dem besten usbringt und voltüret
D. Städtechr. 4, 137; erlangen, erwirken: befelch
von der obrigkeit auszbringen Henisch; refl. sich davon
bringen, auskommen: desto besser lebet er davon und
bringet sich damit uns Schuppins 423.— Ausbruch, m.
das Ausbrechen, namentlich nach dem intrans. Verbum;
inhd. Ugbruch in der Spr. der Mystiker: näch dem ersten
azbruche der gotheit Myst. 2, 98; später allgemein: ausbruch
eines quelles, feuers. vulkanes, gewitters, einer
seuche; der wut. des jammers; brachten erst die innere
feindseligkeit recht zum ausbruch Ranke s. W. 1, 225;
im ausbruch der schmerzlichsten empfindung Schiller
2, 298; auszbruch, empörung Maaler; auszbruch auf
dic feind ebd.; in einem halblauten, doch vernehmbaren
ausbruch gegen den freiherrn Preußen i. B. 1,275; ausbruch
— Geschwür (offenes) Henisch; ursprünglich in
Oberungarn, der Wein, der aus den Beeren in der Kelter
von selbst ohne Druck ausfließt (ausbricht). — ausbrüten,
brütend an die Außenfläche bringen, junge aus
eiern, daher eier selbst: ich wil dem habk sin eiger
steln und brueten ü# Boner 49, 30; wie mwanchen
nichtswurdigen guckuck du unter deinen jungen mit
ausgebrutet hast Lessing Fab. 1, 25; übertragen:
krankheit . brutet tolle und wunderliche trüume aus
Schiller Ränb. 5, 1; dasz musik die mutterwärme war,
um den geist unter der erdenhulle auszubruten Bertine
Briefe 1, 268; ohne Umlaut: nur um die eier
auszubruten (gluthen) Uhland 93. Intranfs. fertig,
zu Ende brüten: das huhn bat noch vicht ausgebrutet.
Ausbund, m. das was nach außen hin gebunden
ist, Probe und Schanstück von eingebundenen Waren,
Kaufmannsausdruck des 15. Jh., im 16. Ih. in freien
Gebrauch übergegangen — Muster, Schönstes, Bestes:
ein auszbund von sehböne Maaler; ausbunt aller
schelme, der tugend, der pferde, der jungfern Stieler;
ein ausbund aller belden und soldaten Platen Berengar.
— ausbündig, einen Ausbund darstellend: auszbundig,
furtrösftenlich Maaler; noch im 18. Jh., seitdem
selten geworden, in mehr mundartlicher Rede: so
ein ausbundig bubel Rosegger Waldbeim. 1, 191. —
ausbürsten, mit der Bürste völlig übersahren, reinigen:
ire röck auszubursten Garg. 306; du wirst mir meinen
rothen pluschenen rock ausbursten Schiller Kab. 1, 1.
Alusdauer, f. ansharrende Geduld; neueres, noch
mitten der weiten, unter dem namen der tausend inseln von Campe nicht verzeichnetes Wort: war ihm doch
bekunnten ausbreitung Ausland 1887 991b. — aus= nieht die geduld, die ausdauer verlichen Goethe Wahlbrennen,
1) intranf. zu Ende brennen (mhd. az brinnen): verw. 1, 2. — ausdauern, intranf. zu Ende danern,
das feuer ist oder hat ausgebrannt; ehe dieses licht ausharren: die hoffnung dauret ausz Henisch; ausnoch
ausbrennt Schiller Kab. 5, 7: im Innern gänz= dauernder fleisz; emsig geschlecht, ausdauernd zur
lich verbrennen: dieser zeit prannen Regensburg, Frei-arbeit Voß; trans. aushalten, Stand halten, einen:
sing und Salzburg aus Aventin 2, 346; jetzt das schlosz ich hätte sie . vol ausgedauret Simpl. 1, 129; verbrannte
aus; ein bild erstand von einer erde, murbe, schwuren sich uns auszudauern Goethe Faust 111;
ausgebrannt Droste 14; bildlich: als das leben ausge- etwas: manche langweilige stunde ausdauern mussen
brannt 109. 2) tranf. etwas ausbrennen machen (mhd. Großc. 1, 1; sein robuster nervenbau und seine starke
az brennen): jre pallast branten sie mit fewr aus 2.Chron. scele dauerten diesen fürchterlichen zustand aus Schiller
36, 19; bin gewisz, sie brennte dein altes herz zu 6, 112; der winter würe allerdings bier nicht auszueiner
koble aus Wieland Ob. 4, 5; wie öde, hohl und dauern Bismarck Bries 1857. «
leerhegt-UnverwdeundansgebraoutGoetheAusdchllbar,dcrAuödehnnngfähig.—ausdehnennat·Tocht-3,2;beimTöpfekgeschikkausbkcnnen,ihmdehnendausbteitemdetdenhituelausdchnetTit-Ein
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