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Einzelnen hätte entscheiden lassen. Die adeligen Vorrechtbegnadeten
hätten dann freilich erklärt: „eine solche frevelhafte Neuerung darf nie
und nimmermehr geschehen, unsere uralten Rechte sind feierlich verbriest
und verbürgt seit anno X; durch Aufhebung derselben wird die Moral,
der Halt der socialen Zustände gefährdet, der Glaube an die Autoritär
vernichtet und überhaupt die verderblichsten Folgen herbeigeführt)!“
Aber die passiv Betheiligten vom Mittelstande werden geantworter
haben: „was ihr da fürchten machen wollt, glauben wir nicht; wir
glauben eher das Gegentheil; euer beanspruchtes „Recht“ erkennen wir
nur als ein Unrecht gegen uns; ihr müßt nun gut oder übel das Opfer
verschmerzen, das den Interessen und der Wohlfahrt aller Staatsbürger
gebracht wird.“ — .
Das Recht, das ihr damals dem Adel gegenüber in Anspruch
nahmt, ihr Herren vom „Mittelstande", diese Gleichberechtigung sollt
ihr euren tausend Mitbürgern um so weniger jetzt vorenthalten wollen,
da sie den Lebensathem derselben, ihre ganze Eristenz bedingt. Gewiß
würdet auch ihr es als empörendes Unrecht finden, wenn der sogenannte
gebildete, der „höhere“ Stand euch gegenüber die Preß-, Rede-, Gewissensfreiheit
als ein Recht für sich allein privilegirt wissen wollte! —
Was soll auch das ohne alle greifbaren Gründe erhobene Geschrei:
„die jetzigen Meister werden ruinirt oder können ruinirt werden
durch Entfesselung der Gewerbe!“ anderes bedeuten, als: es wäre moͤg—-lich,
daß einige Hunderte der einmal Privilegirten durch die Gewerbefreiheit
auf irgend eine Weise beeinträchtigt und ärmer würden, und
damit dies nicht möglich werde, müssen tausend Andere von Staatswegen
verurtheilt werden, arm zu bleiben?
Das Ungerechte und Lieblose der Erwerbsbeschränkung liegt klar
vor Augen; aber die Gegner des freien Erwerbs, großentheils als
Betheiligte durch Selbstsucht geleitet, wollen nicht, daß man mit offenen
Augen schaue und urtheile. Sie sind, wie schon bemerkt, sehr erfinderisch
in allerlei Mährchen und Wauwaugeschichten, die Pinsel tragen
die schwarzen Farben so dick auf, daß den harmlosen Bürger, der nur
gewohnt ist, Alles in seiner gewerblichen Vegetation ganz säuberlict
durch die weise hohe Obrigkeit abgemacht zu sehen, vor Entsetzen der
möglichen Anarchiezustände der Gewerbefreiheit ordentlich die Gänsehaut
überläuft. Wir haben diese gefürchteten Gespenster noch nicht
erblickt und können deshalb auch nicht, in kindischer Angst befangen.
an ihre leibhaftige Wirklichkeit glauben. Ohne Vorurtheile betrachter
*) Die Sklavenhalter im Süden der amerikanischen Union sagen: die Sklareren
ist gut, und muß bestehen; wer würde denn sonst unsere Plantagen so willig und
billig bebauen ? —