einer gewaltigen Kehrtschwenkung so aufzustellen, daß sein früherer rechter
Flügel, jetzt zum linken geworden, sich nördlich und westlich um Rawaruska
berumlegte, während seln früberer rechter, jetzt Unker, an der Bahnlinie Lemberg-Jaroelau
den Anschluß an die neue Linle der 3. Armee fand.
So war nun dle ganze österreichlsch-ungarische Nordarmee
westlich und nordwestlich Lemberge von der Mündung der Wereszyca
in den Dnzestr bie zur Weichsel gegenüber der Mündung der Zlzanca vereinigt.
Allerdinge klaffte zwischen dem bel Turobin ringenden rechten Flügel Dankie
und Auffenberge linkem Flügel nördlich Rawarueka eine Lücke von etwa 75 Kllometern.
Nur ein schmales Teilstück dieser gähnenden Leere konnte südwestlich
Tomaszow von der Armeeabtellung des Erzherzoge Josef Ferdinand ausgefüllt
werden, die soeben vor der neu anrückenden 5. russischen Armee hart kämpfend
bis an den linken Flügel der neuen Stellung Auffenberge zurückgewichen war.
Die Lage der österreichischen Armeen war im höchsten Mabe gefährdet.
Einsam und sich selbst überlassen, dabel erschöpft von der Wucht elnes erst siegreichen,
dann aber hart bedrängten Ringens, kämpfte die Armee Dankl auf
einem verlorenen Außenposten in welt schlimmerer Lage als die 1. deutsche
Armee zur selben Zeit am OQurcq. Oie Lücke, die zwischen ihr und der Hauptmacht
klaffte, ließ sich nicht schlleßen. Und der Russe war nun endlich in Bewegung
gekommen. Mit unwlderstehlichem Druck schoben sich die russtschen
Massen In die Lücke hinein und bedrohten die Acmee Dankl von rechte, die
Hauptmacht westlich Lembergs von Unke mit Überflügelung. Am linken Flügel
der Armee Dankl aber, auf dem senseitigen Weichselufer, tauchte bereite russtsche
Kovallerie auf, und südlich des Dnjestr bereitete sich eine Umgehung dee rechten
Flagels der Hauptmacht vor. Es hatte den Anschein, ale drohe den ÖOsterreichern
ein doppeltee „Cannae“, dae glelchzeitig dle Armee Hankl im Norden und die
Hauptmacht westilch Lemberge in Würgerarmen ersticken müßte. Dennoch
wagte die K. u. K. Heeresleitung noch einmal das blutige Spiel — und das
Instrument, das in ihrer Hand lag, gehorchte ihrem Befehl noch einmal in zäher
Soldatentreue.
Am 8. September schritten die 2., 3. und 4. Armee zum dritten Male zum
Angriff, der anbrandenden Russenflut entgegen. Und der erste Schlachttag
schlen das kühne Wagnie krönen zu wollen.
Die Russen hatten, obwohl strategisch in siegreichem Vordeingen, sich westlich
Lembergs sofort auf die taktische Berteidlgung eingerichtet. Der Gebrauch
des Spatens, bei den Mlttelmächten während der Frledensauebildung in seinem
Werte nicht erkannt und vernachlässigt, lag den Kussen vom japanlschen Feldzug
ber noch im Blute. Trotzdem kämpfte sich das österreichische Zentrum bis auf
15 Kilometer wieder an Lemberg heran.
Aber nun drängte sich allmählich die Erkenntnis auf, daß der Russe, der
bieher seine Hauptkraft gegen den österrelchischen rechten Flügel eingesetzt
batte, selne LTaktik inzwischen gewechselt und sich mit der Hauptmasse
selner Kräfte gegen den linken Flügel geworfen hatte, wo ihm die
Lücke zwischen Dankl und Auffenberg winkte.
Hankl begann zuerst der Verstrickung zu unterliegen. Er hatte dae preußische
Landwehrkorpe auf selnen gefährdeten rechten Flügel geworfen. Und das hielt
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