44 Goettingen. Universitäts -Bibliothek
I. Bruchstücke aus Wolfram’s von Eschenbach Parzival:
a) 2 Pergamentblätter einer Handschrift aus dem Anfang des
XIV. Jahrh., mit zusammen 353 Versen, 33 cm hoch; das 2., vollständige,
ist 24'/, cm breit; das erste, dem die Anfangsbuchstaben
jeder Zeile fehlen, ist noch 22 em breit. Auf jeder Seite 2 Spalten
zu 44 Zeilen mit roten und blauen Initialen.
Bl.1 Parzival 282, 17 bis 288, 13 (Lachmann). Bl.2 Parz. 669,7
bis 675,8; auf v.672,15 folgt 21; am Rande ist vom Rubricator
nach 672,21 ein Vers zugefügt.
Die beiden Blätter sind von Lachmann benutzt und in seiner
Ausgabe zur Klasse d gestellt.
b) 2 Bruchstücke von Pergamentblättern einer Hs. des XI. Jahrh.
mit zusammen 150 Versen und kleinen Bruchstücken von etwa 70
Versen, das erste jetzt noch 18'/,: 7!/; em, das zweite 11:8 cm; auf
Jeder Seite 2 Spalten mit ursprünglich 42 Zeilen und rothen Initialen.
Bl.i Parzival 755,8 bis 756, 18; 756,20 bis 757,30 vollständig;
ausserden die Anfänge (etwa 6 Buchstaben) von 758,2 bis 759, 12,
die Ausgänge von 753, 26 bis 755, 6. Bl.2 Parz. 818, 15 bis 819, 6;
819, 25 bis 820,18.
Diese Bruchstücke sind von Lachmann benutzt unter g; allein
sie stanımen durchaus nicht, wie er meint, aus derselben Handschrift,
wie die beiden ersten.
Voran (Bl.b und c) ein Brief von Benecke an Spangenberg,
Gött. 16. 6.1821, hauptsächlich über diese Parzivalfragmente.
LI. 2 Bruchstücke von 2 Pergamentblättern, wahrscheinlich
des ersten und letzten Blattes eines Quinio, jetzt noch 15'/, cm hoch
und 9em breit, XIV. Jahrlı. Die Handschrift war zweispaltig beschrieben,
mit abgesetzten Verszeilen. Jeder Vers beginnt mit
grossen Anfangsbuchstaben, der vom Texte durch einen Zwischenraum
getrennt ist, anf Bl.2 eine blane mit rotlı verzierte Initiale.
Die Blätter sind an allen Seiten stark beschnitten, es fehlen daher
von der inneren Spalte viele Anfangsbuchstaben, von der äusseren
sind nur wenige erhalten, unten sind je 13 Verse abgeschnitten.
Jan van Boendale (Jan de Clerk), De Lekenspieghel, 133 Verse.
Bl.1a, 1.Spalte: Buch III cap. 15 v.32—63 (de Vries); den 8 ersten
Versen fehlt der Anfangsbuchstabe; 2.Spalte: von v. 77—109 nur
die 4 ersten Buchstaben; Bl.1b, 1.Spalte: von v.122—153 nur
der Schluss der meisten Verse; 2.Spalte: 168—200 (vollständig).
Nach diesem Blatte fehlen wohl 8 Blätter zu 89 oder 90 Versen.
Bl.2a, 1.Spalte: Buch III cap. 27 v.34 bis IV prohemium v.14 (den
meisten Versen fehlen etwa 3 Buchstaben im Anfange); 2.Spalte:
v.26—98 und cap.I v.1—20 nur etwa die ersten 10 Buchstaben;
Bl.2b, 1.Spalte: von IV, 1, v.34—67 nur die Versschlüsse; 2.Spalte:
v.80—115 (einzelne Endbuchstaben fehlen).
Gedruckt sind die hier vollständigen Verse nach einer Abschrift
Jacob Grimm’s ohne dessen Wissen in W. Bilderdijk’s Taal- en
Diehtkundige Verscheidenheden I (1820) S.137, vgl. auch M. de Vries’
Ausgabe in “Werken uitgeven door de vereenigung t. bev. d. oude
Nederl. letterkunde’ V,5 S.CXXXIL. Jacob Grimm erwähnt diese
Fragmente in seinem Reinhart Fuchs (1834) S.CCVIL, nimmt jedoch
an, dass sie aus Maerlant’s Reimbibel seien.