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treffend, als in Zeiten früherer Kraft und Gesundheit, zugleich auch die Dispofition
zu einem Mansver für die Potsdamer Truppen auf den folgenden Tag,
mit vollkommen richtiger Berechnung des dazu gewählten Terrains. Nachdem
er gegen Abend die vorliegenden Schriften unterzeichnet hatte, verfiel er in
einen betäubenden Schlummer.
Am folgenden Morgen begann der Todeskampf; noch wiederholentlich trat
helleres Bewußtsein hervor, allein zum ersten Mal wies er die Kabinetsräthe,
als fie ihm gemeldet wurden, mit den Worten: „Sie sollen warten" zurück.
Noch mehr als 24 Stunden dauerte der schmerzhafte Kampf, erst am 17ten
August Nachmittags um 2 Uhr 20 Minuten schlug der Augenblick der Erlssung.
Der größte Mann seiner Zeit war dahingeschieden.
Friedrich hatte mit der großen Geistern nicht selten eignen bizarren Laune
unter dem Einflusse des Scherzes und der Heiterkeit sich eine Ruhestätte auf den
freundlichen Höhen von Sans-Souci ausersehen, nicht weit, wo seine Lieblingshunde
begraben lagen; auch in seinem Testamente fand man es so verordnet.
Allein wenn auch ein solcher Gedanke dem vollendeten Weisen, der trotz Krone
und Scepter, welche Niemand würdiger trug, als er, die Nichtigkeit des irdischen
Looses mit lächelndem Munde bespöttelte, entsprechen durfte, so mußte
doch die Ausführung dieses Befehls der Welt gegenüber für die Seinen unziemend
erscheinen, und mit Recht befahl sein Nachfolger, ihn auf feierlichste Weise
neben dem hochverdienten Vater in der Potsdamer Garnisonkirche beizusetzen,
beide in einfacher Hülle, wie sie im Leben zu erscheinen gewohnt waren.
Blicken wir zum Schluß noch einmal zurück, um uns Friedrich's Bild
in seinem ganzen Umfange zu vergegenwärtigen. Obschon dieses Bild nicht
ohne Flecken ist, bleibt es doch stets ein edles und großes, ja ein edleres und
größeres, als uns der ganze Verlauf der neueren Geschichte bietet; und wenn
diese den erhabenen schöpferischen Erscheinungen des Alterthums aus ihrem Gebiete
Persönlichkeiten an geistiger und sittlicher Größe entgegenstellen will, so
hat die des großen Königs wohl darauf das vollkommenste Anrecht. Ja diese
fittliche Größe ist es, auf welche wir vor Allem den Nachdruck legen, und
zwar, weil von manchen Seiten, unserer Ansicht nach aber fälschlicher Weise,
Einspruch dagegen eingelegt ist. Vor Allem wird seiner Porlitik der sittliche
Inhalt abgesprochen; doch wohl nur von denen, welche die Herrscher und Lenker
der Staaten, so wie überhaupt die großen Begebenheiten der Geschichte nach
dem Maßftabe kommender Zeiten oder nach Idealen abmessen.
Wir wollen zugeben, daß heut im Ganzen und Großen die Zeit gekommen
ist, wo die aufgeklärten Regierungen zu dem Bewußtsein gelangt find, daß
der Völker Glück nicht von dem Erwerbe dieses oder jenes ihnen fremdartigen
Bestandtheiles abhängt, wiewohl es auch hierin nicht an Ausnahmen fehlt;
allein selbst diese Ansicht beruht, wo fie herrscht, weniger auf sittlichem Streben,
als vielmehr auf der durch reiche Erfahrungen gewonnenen Ueberzeugung, daß
nur das Gleichartige, in sich nothwendigen Zusammenhang Fühlende, ein längeres