Full text : Kriegs-Gesetze – Verordnungen und Bekanntmachungen Heft 16 (16)

negeivonlfaygrıspfiege,

3.  Die  Yamilienunterflügung  ift  für  die  im  Ehebruc)  erzeugten  Kinder  big  zu
ihrer  Unehelichfeitserflärung  feitens  des  Gerichts,  oder,  falls  eine  joldhe  während
des  Krieges  nicht  erfolgt  und  feine  Waifenrente  gewährt  wird,  bi  zu  dem  Zeitpunkte
  mweiterzuzahlen,  an  dem  die  Formation,  welcher  der  Vermißte  oder  ver-Ing
  hemann  angehört  hat,  auf  den  Friedenzfuß  zurüdgeführt  oder  aufelöft

  wird.

’  4.  Uneheliche  Kinder,  deren  Bedürftigkeit  nad)  Lage  der  Berhältniffe  anzueıtennen
  ift,  Haben  aud)  dann  Anfprud)  auf  Zamilienunterftügung,  wenn  ihr  zum
Kriegsdienft  eingezogener  Erzeuger,  deifen  Berpflichtung  zur  Gewährung  des
Unterhalts  fejtgeftellt  war,  durch  eine  gemäß  $  1714  BGB.  abgefchloffene  Vereinbarung
  dem  Slinde  gegenüber  von  feiner  Unterhaltpflicht  infolge  Zahlung
einer  Abfindung  befreit  worden  ift  und  deren  Zinfen  zur  Befeitigung  der  Bedürftigfeit
  nicht  ausreichen.  Der  Verbrauch  des  Kapitals  fan  nicht  gejorbert  werden.

5.  Der  Tod  eines  mit  Sinpalidentente  aus  dem  Heereödienit  entlaffenen  Krieg3=teilnehmers,
  deffen  Hinterbliebene  demnäcdft  die  Hinterbliebenenbezüge  erhalten,
läßt  den  Anfpruch  auf  Fortzahlung  der  Familienunterftügung  nach  dem  Gejebe
bom  30.  September  1915  nicht  von  neuem  auf  die  Dauer  von  drei  Monaten  nad)
dem  Gterbetage  eniftehen.  Die  Zahlung  der  Familienunterftügung  ift  vielmehr
nad)  ellen!  der  erjten  drei  Monate,  für  welche  die  Snvalidenrente  zuftändig  ift,
einzultellen.

6.  Bei  „bedingten”  Renten  hat  die  Ziffer  5  Abf.  3  des  Runderlafjes  des  Reich  3-tanzlers
  (Reich3amt  des  Innern)  vom  21.  Juni  1917  —  I.  A.  8911  —  (}.  meinen
Erlaß  vom  30.  uni  1917  —  V  b.  1534  —)  feine  Apmwendung  zu  finden,  da  fie  nad)
$  25  des  Mannjchaftsverforgungsgefebes  in  Ermangelung  jedes  Nentenanfpruches
nur  im  alle  dringender  Bedürftigfeit  vorübergehend  gewährt  werden.  Die
Familienunterftügung  ift  alfo  nicht  noch  drei  Monate  meiter  zu  zahlen.

7.  Die  hier  eingehenden  Beichwerden  in  YFamilienunterftüßungsangelegenheiter
  werben,  jomeit  eine  Berichterftattung  erfordert  wird,  in  Zulunft  den  Lieferungöverbänden
  von  hier  aus  unmittelbar.  überfandt  werden.  Bei  der  weiteren
Bcarbeitung  ift  der  Umfchlagbogen  zu  benußen.  Diefer  ift  nebjt  dem  ausgefüllten
jeder  Sache  beigefügten  Fragebogen  durch  die  Herren  Negierungsprälidenten
bzw.  den  Herrn  Oberpräfidenten  in  Potsdam  an  mich  einzureichen.  Sollte  der
Plas  auf  dem  Umfchlagbogen  nicht  ausreichen,  fo  ift  mit  entjpredhendem  Hinweis
ein  bejonderer  Zettel  beizufügen.  Bejondere  Ausführungen  find  indeffen  nur
dann  erforderlich,  wenn  hierzu  neben  der  Beantwortung  der  Fragen  des  Fragebogens
  ein  befonderer  Anlaß  vorliegt.

Derfügungen,
betreffend  Wohnungsmangel  nad)  dem  Kriege.
om  6.  Oktober  1917.

Nad)  dem  Ergebnis  der  ftatiftiihen  Ermittlungen  und  den  Sefiftellungen,
welche  in  einzelnen  größeren  Stadigemeinden  und  Snduftriegegenden  getroffen
ind,  fann  die  Befürchtung  eines  bedenklihen  Mangels  an  mittleren,  bejonders
aber  Heinen  Wohnungen  bei  Friedenzichluß  nicht  mehr  von  der  Hand  gewiesen
werden.  Wenn  auch  die  Militärbehörden  zugefagt  haben,  bei  der  Geflaltung  und
dem  Fortfchreiten  der  Entlaffunaen  diejer  Befürchiung  Rechnung  zu  tragen,  fo
daß  im  allgemeinen  mit  einer  Nüdfehr  der  zur  Entlaffung  Gelangenden  an  ihren
Wohnort  vor  der  Mobilmacjung  gerechnet  werden  darf,  fo  erfcheint  Doch  unab-Dängig
  von  ettvaigen  Vermgltungs-  und  gefeßgeberiichen  Maßnahmen  mit  weiteren
Bielen  die  fofortige  Snangriffnafme  von  Borkehrungen  erforderlich,  die  geeignet
jind,  einem  Wohnungsmangel  und  feinen  ncchteiligen  Folgen  für  Die  aug  der:

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