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seines täglichen Umgangs genoß, der jede Schwaͤche und jede
Stärke seiner Seele kannte, der alle Gelegenheiten seiner bald
wechselnden, bald befestigteren Ueberzeugung wahrgenommen,
dieß hätte ihm allein ein Freund dieser Art prophezeien können.
Gott! was man geben sollte, wenn man immer einen
Freund und Warner dieser Art zur Seite härte!
An einem Freunde hat es Besolden gefehlt; denn ohnerachtet
er im vertraulichsten Cirkel mit Thomas Lansius und
Wilhelm Schickard und mehreren seiner Kollegen war, so
warm ward doch Besold nie, daß er völlig sich aufschloß, und
unter allen Theologen zu Tübingen, deren einem er sich billig
bätte eröffnen sollen, war seit Hafenrefsser's Tode auch
nicht ein Mann, dem er sich hätte anvertrauen mögen. Er
baßte die eitelkeitsvolle Rüstigkeit, womit Dr. Theodor
Thumm auf jeden halbgebörten Einwurf zehnfach sogleich zu
antworten bereit stand zo) denn freilich nichts empoͤrt auch
mehr einen empfindungsvollen Freund der Wahrheit, als Zweifel
und Schwierigkeiten, über die man lange nachgedacht hatte,
die man bei ernsilichem Nachdenken nie völlig auflsen konnte,
mit dreisilächeluder Leichtigkeit wunderbar aufgelber zu bören.
Aller Eitelkeit war Besold herzlich gram, P) und gewiß war
») Einem Opponenken bei einer öffentlichen Disputation, der auf
sein vorgebrachtes Argument zu stolziren schien, erklärte einst
Dr. Thummius, er wolle ihm auf der Stelle achtzehnfach zeigen,
wie Unrecht er habe. Der Herr Doktor kam wirklich aus
dem Stegreif bis Nr. 18, und das ganze Auditorium erstaunte
über den großen Doktor Disputator. S. Caroli Memorab. T. 1.
F. 740.
) Fuit Besoldus, sagt Wagner an oben angef. Orte, vita, quod
negari non potest, czxterno inculpatus, animo sedatus, discursu
non injucunduos, serwone wodleus, vanitatis osor, ejusdemque
sine laesione gravikatis duodammodo eat) ricus irrisor.
or
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