Full text : Zwei Reden des Königs Friedrich Wilhelm IV.

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lichen  Majestät  geheiligte  Person,  für  Ihre  Majestät  die  Königin
und  das  ganze  hohe  Königliche  Haus.“

Der  Staats-Minister  von  Rochow  forderte  hierauf  zur  Eidesleistung  auf:

„Jetzt,  meine  theuren  Mitstände,“  sprach  er,  „ist  der  erhebende
Augenblick  gekommen,  wo  wir  in  althergebrachter  Weise  den  Eid
unserer  Treue  ablegen  wollen.“

Bevor  nun  der  Geh.  Ober-Regierungs-Rath  Mathis  die  Verlesung

  der  Vorhaltung  begann,  erhoben  sich  Se.  Majestät  der  König  und
richteten  an  die  Stände  die  Worte:

„Es  war  früher  Herkommen,  daß  die  Stände  der
Deutschen  Lande  ihre  Erbhuldigung  nicht  eher  leisteten,
  als  bis  die  Huldigungs-Assekuranzen  eingegangen
  waren.  Ich  will  Mich  gleichsam  dieser  Sitte
anschließen.  Ich  weiß  zwar,  und  ich  bekenne  es,  daß
Jch  Meine  Krone  von  Gott  allein  habe,  und  daß
es  Mir  wohl  ansteht  zu  sprechen:  Wehe  dem,  der
sie  anrührt!  —  Aber  ich  weiß  auch  und  bekenne  es
vor  Ihnen  Allen,  daß  Ich  Meine  Krone  zu  Lehn
trage  von  dem  Allerhöchsten  Herrn,  und  daß  Ich
Ihm  Rechenschaft  schuldig  bin  von  jedem  Tage  und
von  jeder  Stunde  Meiner  Regierung.  Wer  Gewährleistung
  für  die  Zukunft  verlangt,  dem  gebe  Ich
diese  Worte.  Eine  bessere  Gewährleistung  kann  weder
  ich,  noch  irgend  ein  Mensch  auf  Erden  geben.  —
Sie  wiegt  schwerer  und  bindet  fester  als  alle  Krönungs-Eide,
  als  alle  Versicherungen  auf  Erz  und
Pergament  verzeichnet,  denn  sie  strömt  aus  dem
Leben  und  wurzelt  im  Glauben.  —  Wem  von  Ihnen
  nun  der  Sinn  nicht  nach  einer  sogenannten
glorreichen  Regierung  steht,  die  mit  Geschützesdonner