Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  245

 

 

führungen  des  Referenten  dahin  an,  daß  cs
nach  Ansicht  der  bayer.  Staatsregierung  sowohl
den  Produktionsinleressen  der  Landuirtschaft
als  den  Konsumtionsinteressen  der  Allgemein-*
  in  Bayern  mehr  entsprechen  werde,  den

luß  des  Ständigen  Ausschusses  des  Deut-*
  ““m  “  nicht  zu  übernehmen.

Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  faßte  mit
Stimmenmehrheit  folgenden  Beschluß:  „Der
Bayerische  Landwirtschaftsrat  hält  eine  weitere
Steigerung  der  Gerstenxreise  für  Braugerste  auf
über  36  Mk.  für  den  Doppelzentner  —  abgesehen
  von  den  Spesen  —  weder  im  Interesse
der  Landwirtschaft  noch  der  Brauereien  gelegen.
Denn  da  weitaus  die  größte  Zahl  der  bayerischen
  Brauereien  lediglich  als  landwirtschaftliche
Nebengewerbe  zu  betrachten  ist,  so  würde  durch
eine  solche  Maßregel  das  unentbehrliche  Kraftfutter,
  der  Treber  verteuert,  und  es  würden
durch  die  unvermeidliche  Bierpreis  erhöhung  nicht
nur  die  so  wichtigen  Kleinbrauereien  in  ihrer
Existenz  bedroht,  sondern  es  würden  auch  die
landwirtschaftlichen  Produktionskosten,  abermals
eine  empfindliche  Zunahme  erleiden.“

Die  Mehlpreisfrage  behandelte  in  einem  eingehenden
  Bericht  Landtagsabgeordneter  Oekonomierat
  Neuner  zunächst  an  Hand  einer  Protesteingabe,
  die  der  Deutsche  Müllerund  wogen
starler  Bevorzugung  der  Großmühlen  an  den
Leiter  der  Reichsgetreidestelle  gerichtet  hatte.
Er  besprach  weiterhin  unsere  bayerischen  Mehlpreisfestsetzungen,
  die  verschiedenartige  Inanspruchnahme
  unserer  einheimischen  Mühlen,  die
rischlägise  Erasse  und  Verordnungen,  deren

l  so  groß  wird,  daß  eine  Uebersicht  und
#i-  ichtigung  kaum  mehr  moöglich  ist.  Dem
nachfolgenden  Antrag  des  Berichterstatters
stimmte  der  Landwirtschaftsrat  in  Verfolgung
seiner  bisberigen  Stellungnahme  sast  einstimmig
zu:  „1.  Der  Vanerische  Landwirtschaftsrat  beantragt,
  daß  mit  der  Vermahlung  des  Kommunalverbands-
  und  Uoberschußgetreides  nach
Möglichleit  sämtlie  Mühlen  des  Landes  betraut
  werden.  2.  Der  Bayerische  Landwirktschaftorat
  erachtet,  daß  die  Festsetzung  von
Höchstpreisen  für  Getreide  auc)  notwendig
Höchstpreise  für  Mehl  zur  Folge  habden  muß.
Diese  Höchstpreise  für  Mehl  sollen  unter  Zuschlag
  der  Unkosten  und  eines  mäßigen  Gewin-(ner
  den  jeweiligen  Höchstpreisen  für  Getreide
entsprechen.“

Zur  jüngsten  Verordnung  des  stellvertretenden
  (CTenera#lammandos  1.  Armeelorps  betressend
  Höchstpreise  für  Erzeugnisse  der  Milchwirtschaft
  nahm  der  Vanerische  #  Landwirtschafterat
Stellung.  Er  bezog  sich  Zunächst  auf  die  schon
in  der  4.  Sitzung  vom
druck  gebrachte  Stellungnahme  zur  vorwürsigen

—
zig=  und  Zweimarkscheine  gedruckt  wurden.

 

Juni  1915  zum  Aus-–



erst  leugnete  GClück,  von  der  Herstellung  eiwas
gewußt  zu  haben,  gab  es  daun  später  aber  zu.
Die  Scheine  wurden  im  März  und  Oktober
hergestellt,  und  zwar  Zweimarlscheine  über
1400  Stück  im  März  und  die  Fünszigmarkscheine
  im  Oktober.  Von  den  Zweimarlscheinen
sind  bei  der  Polizei  bis  jetzt  120  Stück  eingeliefert
  worden.  Verbreitet  wurden  *  durch
die  beiden  Winkler  sowie  durch  G

Bamberg,  18.  Okt.  Eine  *  Gprerne.
sion  ereignete  sich  in  dem  Hause  des  Spezereihändlers
  Dellermann  in  der  Siechenstraße.  Die
im  Obergeschoß  wohnende  Näherin  Therese
Höhlein  hatte  sich  abends  einen  Kafsee  auf
dem  Gasherd  gekocht  und  vermutlich  den  Gashahn
  nicht  geschlossen.  der  Frühe  bemerlkte
die  Kaufmannstochter  Margareta  Dellermann
den  starken  Gasgeruch  und  begab  sich  mit  einem
brennenden  Kerzenlicht  in  das  Obergeschoß.  Beim
Betreten  der  Küche  erfolgte  eine  schwere  Gaserrlosion.
  Beide  Frauenspersonen  erlitten
schreckliche  Brandwunden.  Ein  Fensterstock  wurde
zertrümmert  und  andere  Teile  des  Hauses  schwer
beschädigt,  das  gesamte  Kücheninventar  demoliert.
  Lebensgefährlich  verletzt,  wurden  beide
Verunglückten  nach  dem  Krankenhaus  gebracht.

Keustadt  a.  H.,  18.  Okt.  Seit  Wochen
stellt  sich  fast  täglich  cin  Hund  (Dobermann,  an
der  Absahrtstelle  der  elektrischen  Pfälzer  Oberlandbahn
  in  Landau  ein,  springt  bis  Neustadt
binter  dem  Wagen  her  und  macht  dann  den
Weg  wieder  zurüct;  dies  wiederholt  sich  täglich
zmei  bis  dreimal.  Man  suchte  hinter  das  Geheimnis
  zu  kommen,  doch  war  der  Hund  röllig
unzugänglich.  Erst  jetzt  stellte  sich  heraus,  daß
das  Tier  einem  Gutobesitzer  gehört,  der  ror
Kurzem  zum  Heer  eingerückt  ist  und  mit  die
ser  Bahn  abgereist  ist.  Seit  dieser  Zeit  sicht
Pas  treue  Tier  seinen  Herin.

Branneuburg,  18.  Okt.  Geheimer  Kommerzi.
  nrat  Otto  Ritter  r.  Steinbeis  ist  jungst
mit  dem  öfterreichischen  Orden  der  Eiternen
Krone  2.  Klasse  ausgezeichnet  worden.  Auch
hierin  ist  wieder  eine  hohe  Anerlennum  seines
rerdienstvollen  Wirkens  zu  sinden.

Grostholzhausen,  18.  Okt.  Zum  dritten
goldenen  Samstag  auf  Schmarzlack  donnerten
in  früher  Morgenstunde  beim  Gebetläuten  vom
altehrwürdigen  Gnadenort  der  Goltesmutter  in
Schwarzlack  mächtige  Kanonensalven  ins  Tal
hernieder.  Zahlreich  wallfahrteten  auch  diesmal
  wieder  die  gläubigen  Marienverehrer  den

 

sleilen  Waldweg  hinauf  zur  Gnadenmutter  auf

Frage,  die  sich  im  wesentlichen  deckt  mit  einem:

soeben  bekannt  gewordenen  jüngsten  Erlaß  des

Freußischen
genden  Antrag  des  Frhru.  o.  Freyberg  stimmte
der  Bayerische  Landwirtichaftsrat  mit  Stimmenmehrheit
  zu:  „Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat
  bedauert,  daß  bezüglich  der  Höchstpreise  für
Milch  und  Moltereixrodulte  für  den  beschränk-#en
  Kreis  eines  Armerkorps  vorgegangen  wurde,
wodurch  sich  an  den  Grenzen  des  Bezirks  ent-Landwirtschaftsminisiers.

  Dem  sol.:
“-  G  denen  Sametag  wurden  sechs  heilige  Aemter

lang  bedenkliche  Schwierigkeiten  ergeben;  un-:
rationell  erscheint  es  besonders,  den  für  den

Oltober  festgesetzten  Milchrreis  für  die  folgenden
  Wintermonate  herabzusetzen,  obwohl  sich
in  dieser  Zeit  die  Produltionokosten  unvermeidlich
  erhöhen.“

Zmerische  Neschler.

Freising,  18.  Okt.  Der  Gansmarkt  war  im
Vergleich  zu  den  Vorjahren  schwach  befahren;
es  waren  etma  700  Gänse  zum  Verkaufe  angeboten.
  Dementsprechend  haben  die  Versäufer
  ihren  Preis  gestellt  und  für  das  Pfund
(bänsefleisch  bio  zu  1.35  Mk.  verlangt.  Diese
Preisforderung  wurde  amtlicherseits  als  übermäßig
  hoch  erklärt  und  untersagt.  Die  Preise
gingen  sodann,  wohl  auch  infolge  der  Passirität
  der  Käufer,  bis  auf  1  Mk,.  ja  sogar  auf
90  Pfg.  zurück.

Frontenhausen,  16.  Okt.  Der  19  jährige
Brauerssohn  Kolbeck  von  Georgenschwimmbach
hantierte  mit  einem  geladenen  Gewehr.  Plötzlich
  krachte  ein  Schuß  und  sein  vor  ihm  stehender
  Freund,  der  Bauerssohn  Hötzinger  aus
Grund,  brach  mit  einer  schweren  Schußverletzung
  im  Unterleib  zusammen.  Er  wird  kaum
mit  dem  Leben  davonkommen.  Kolbeck  selle
sich  selbst  der  Polizei.

Seßlach,  18.  Olt.  Die  74  jährige  Schnied
witwe  Schmidt  in  Unterelldorf  war  im  Begriffe,
  den  Kochherd  anzuschüren.  Plölich  fingen
  ihre  Kleider  Feuer,  ohne  dah  sie  die  Flammen
  zu  löschen  vermochte.  e  Kleider  brannten
  der  Bedauernswerten  förmiich  vom  Leibe.
Als  ihre  Angehörigen  vom  Felde  nach  Hause
kamen,  fanden  sie  die  alte  Frau  tot  vor.

Augsburg,  18.  Okt.  Die  beiden  Banknotenfälscher
  Gebrüder  Winkler,  die  im  hiesigen
  Untersuchungsgesängnis  sitzen  und  geständig
  sind,  haben  einen  Selbstmordversuch  begangen,
  indem  sie  versuchten,  sich  die  Pulsadern
  zu  öffnen.  Sie  konnten  an  ihrem  Vorhaben
  noch  rechtzeitig  verhindert  werden.  Am

 

 

Schwarzlag.  Die  Wallfahrtskirche  iml  prächtig
renoriert,  der  Altar,  auf  welchem  das  Gnadenbild
  throm,  it  reich  vergoldet.  An  jedem  golzelebriert,

  die  Festrredigt  wurde  im  Freien  gehallen
  ron  einem  Karmeliterpater  vom  Kloster
Reisach.  Am  letzten  goldenen  Samstag  brachte
der  Kirchenchor  ron  Großbolzhausen  eine  schöne
Festmesse  mit  einem  herrlichen  Marienlied  zur
Aufführung.  Mit  innigem  Abschiedsgruß  an
die  Gnadenmutter  auf  lieblicher  Bergeshöh  und
mit  der  Hoffnung  auf  Wiederkommen  im  nächsten
  Friedensjahr  an  den  goldenen  Samstagen
gingen  di:e  Wallfahrer  ins  Tal  bernieder,  gestärlt
  mit  Trost  und  Hoffnung  auf  baldigen
Frieden.

Kolbermoor,  19.  Olt.  Daß  Opfersinn  und
Spiel  sich  L  roreinigen  gassen,  dafür  gibt
Kolbermoor  ein  Beispiel.  Die  Schaffkopf-Gefellschaft
  im  Gasthof  Füglein  hat  bie  jetzt  für

Mk.  Zuwendungen  an  die  Feldzugssoldaten
Smohhn  Bei  jedem  gewonnenen  und  rerlorenen
Solo  kommen  nämlich  zu  d  iesem  Zweck  je  15
Pfennig  in  die  Kasse,  so  daß  dieser  ansehnliche
Betrag  erreicht  wurde.  Außerdem  überläßt  der
Gastwirt  die  Karten  jeweils  unentgelllich.  Dieses
Beispiel  verdient  Anerlennung  und  Nachahmung.
  Gar  riele  Summen  könnten  dadurch
unseren  tapseren  Soldaten  im  Felde  zugewendet
werden,  ohne  vah  besondere  Opfer  zu  bringen
wären.

Irschenberg,  18.  Okt.  Noch  nie  wurde  in
unserer  Gemeinde  ein  Juchtstier  so  teuer  verkauft
  wie  jetzt  auf  dem  letzten  Miesbacher  Zuchtviehmarkt.
  Verläuser  ist  der  Seidlbauer  Josef
  Schnitzenbaumer  in  Obholz,  der  für  einen
15  Monate  alten  Zuchtstier  von  einem  fränkiden
  Gutsbesitzer  1200  Mk.  erhielt.

Grafing,  18.  Okt.  Nach  längerem  Leiden
starb  hier  der  Privatier  Franz  X.  Arnold  im
Alter  von  70  Jahren.  Früher  war  Arnold
Kaufmann  und  durch  eine  Reihe  von  Jahren
Bürgermeister.

Drien,  18.  Okt.  Der  rom  Frauenverein
Prien  vom  Roten  Kreuz  veranstaltete  Kriegsgefangenentag
  brachte  ein  Exgebnis  von  509
Mark.  Außerdem  stellte  der  Verein  mit  Hilfe
freiwilliger  Spenden  10  Pakete  zu  40  Mr.
für  unsere  Kriegsgefangenen  in  Rußland  zur
Verfügung.

Hrien,  18.  Okt.  Eine  vom  Schicksal  lwer
heimgesuchte  Prienerin  wird  am  19.  Oktobe
ihr  70.  —  vollenden.  Es  ist  die
lerswittwe  Frau  Katharina  Kefer,  welche  sich  in

Rosenheimer  Anzeiger
Zu·

 

–  –  .

Verchtesgaden,  18.  Okt.  Wohl  selten  dürften
  in  einem  Orte  wie  heuer  in  Berchtesgaden

eine  solch  erhebliche  Anzahl  Silberner  Hochzeitsjubiläen
  geseiert  werden.  Im  Lause  des
Norember  werden  den  25  jährigen  Gedenltag
ihrer  Vermählung  feiern:  Kaufmann  und  Muagistratsrat
  A.  Aschouer,  Lohnkutschereibesitzer,
Gemeindebevollmächtigter  G.  Kurz,  dessen  Bruder,
  Elektromonteur  und  Hausbesitzer  J.  Kurz,
Schlossermeister  Jakob  Hösenknopf.

Kommnnnles.

Sitzung  des  Kolleglums  der  Gemeinde.
Vevollmächtigten  in  Rosenheim.
Mittwoch,  den  20.  Oktober  1915,
vormittags  1½9  Uhr.
Tagesordnung
1.  Grundabtretung  an  der  äußeren  Münchenerstraße;


2.  Grundabtretung  am  Kohlenländedamm;

3.  Grundabtretung  Innstraße  36;

9  Grundabtretung  Hensttiersa  18;
5.  Baumpflanzung  im  Salingarte

5.  Anträge  zugunsten  der  Kricgsteilnehmer
und  deren  Familien;

7.  Ewigkeitssteften;

8.  Beschaffung  von  Gasmessert

9.  Abgake  von  Kohlengas  an  die  Eisenbahnslation;


10.  Verlegung  eines  Gasrohrstranges  in  der
Dr.  Hefnerstraße;

11.  Prüsung  der  Nechnung  des  städt.
kenhauscs  pro  1914;

12.  Gebet  ime  Sitzung  (Auschluh  an  das  Gaswerk


 

Kran- 



—.2
Rosenheim,  19.  Oktober.

Königlicher  Dank.  Zum  Allerhöchsten
Namcusfeste  J.  M—  der  Königin  hat  das  Genesungsheim
  Kaiserband  ein  Glüawunschschreiben
  gesandt.  Darauf  kam  an  die  Leilerin,  Frau
Obetzollrat  Böhm,  solgendes  Telegramm  von
Schloß  Ludwigehöhe:  „Ihnen  und  Ihren
Pfleglingen  lassen  Ihre  Majeslät  für  die  guten
Wünsche  herzlichst  danken.  gez.:  Varonin  Kesling.“


Freifahrt  der  Heimaiurlauber.
Auf  Grund  rerschiedener  ihm  zugegangener  Beschurerden
  hat  sich  der  Landtagaabgeordneie
Auer  in  dieser  Angelegenheit  mit  einer  Juschrift
  an  das  Kriegoministerium  gewandt.  Darauf
  ist  dem  Abgeordneien  rom  Kriegeministerium
  die  solgende  Antwort  zuteil  geworden:
„Wor  dem  1.  Juli  1915  wurde  den  zur  Wiederherstellung
  der  Ge  csundheit  ober  zur  Erholung
  beuriaubten  Leeresangehörigen.  ferner
den  zu  kandwirkschaftlichen  Zwecken  und  anderen
nolwendigen  Verrichtungen  in  die  Heimat  beurlaubten
  Manusch  aften  freie  Eienahnsahrt  gewährt.
  Die  allgemeine  Eriächitigung  zur  Bewilligung
  freier  Urianb##fahrten  an  sämtliche
Mannschaften  der  mobilen  und  immobilen  Formationen
  erfolgte  mit  Wirlsamleit  vom  1.
Juli  1915  ab.  Soweil  dienstliche  Interessen
es  zulaĩsen,  sollen  in  ersier  Lini:  Gesuche  um
Urlaub  a:  zur  Förderung  der  Landwirischaft,
einschlieslich  des  Obst=  und  Weindaues  sowie
der  Hopsenernte,  b  zur  Beseitigung  wirtschaft-Z
  Notstände  beim  kanfmännischen  und  geverblichen

  Mittelstand  somie  bei  kleinen  land-Girtschnr
  stlichen  Besiqzern,  und  c,  zur  Regelung
wichtiger  Familinangelegenheiten  Berücksichtigung
  sinden,  und  zwar  rornehmlich  dam,  wenn
die  Dringlichkeit  der  Anträge  ron  den  Zioilbehörden
  geprüft  und  anerkannt  ist.  Bei  häufiger
  iederkehrenden  Beurlaubungen  (wie
Sonntagsurlaub  u.  dgl.)  besteht  bienach  Ein
Anspruch  auf  freie  Eisenbahnfahrt.  Diese  B
stimmungen  stehen  in  Uebereinstimmung  mit  dem
Versahren  im  übrigen  Reiche.“

Die  Familienunterstützung  ist  jetzt
erhöht  worden.  Seinerzeit  schon  sind  für  die
Sommermonate  des  Jahres  1915  die  Mindestsätze
  der  Familienunterstützung  auf  die  für  die
Wintermonate  vorgeschriebenen  höheren  Sätze
erhöht  worden.  Wegen  der  Verteuerung  sast
aller  Lebensmittel,  der  Kleidung  und  der  Brennsioffe
  ist  von  bundesstaatlichen  Regierungen  wie
im  Reichstag  der  Wunsch  nach  einer  neuerlichen
  Erhöhung  der  Leistungen  erhoben  worden.
  Der  Reichskanzler  hat  sich  daraushin  mit
dem  Vorschlag  einverstanden  erklärt,  die  Mindestsätze
  für  die  Monate  November  1915  bis
einschließlich  April  1916  für  die  Frauen  von
Kriegsteilnehmern  auf  15  Mk.  und  für  die  übrigen
  Unterstützungsberechtigten  auf  7.50  Mk.
zu  erhöhen.  Hiernach  treten  mit  Wirkung  vom
1.  Norember  1915  an  die  Stelle  der  bisherigen
  Mindestsätze  von  12  Mk.  für  die
Frauen  und  von  6  Mk.  für  die  übrigen  Unterütungeberechtigten
  die  gehöbten  Sätze  von  15

Mark  und  von  7.50  Mk.  Die  gesetzliche  Verpflichtung
  der  Lieferungsverbände,  im  Falle  des
Bedarss  über  die  Mindestsätze  hinaus  das  Ersorderliche
  zu  gewähren,  bleibt  auch  gegenüber
diesen  erhöhten  Mindestleistungen  bestehen.  Die
Erhöhung  der  Mindestsätze  bezweckt  ferner  keineowegs
  eine  Entlastung  der  Gemeinden,  sondern
  soll  den  Familien  der  Kriegsteilnehmer
zugute  kommen;  es  werden  daher  die  bisher
.  Mrleilunge  grundsätzlich  aufrecht
zu  erhalten  sein.

 

Samstag  wurde  auch  der  Buchdruckereibesitzer  diesem  ho  Ater  noch  immer  ihr  kagliches
##in  tg  ver  ta  bei  dem  die  Fünf-  Brot  als  ##  .

 

Mittwoch,  20.Gkäobe17ki

,-«-----«-»-·-Vom

  Frieobof.  Der  zweitälleste  Pri,
unserer  Erzdiözese  fand  gestern  auf  unss
Friedhos  seine  letzte  Ruhestätie.  Es  war
der  H.  H.  Grorg  Singldinger,  freiseg.  Pfaund
  Kammerer  von  Nokt  a.  Inn,  seit  1.
nuar  1904  Kommorant  in  Rosenheim.  Ge
30  geistliche  #ilglieder  begle  iteten  die  L.
zur  schön  geschmückten.  Priestergrust  unter
Arkaden.  Auch  der  wie  immer  zahlreich  ver
tene  Seniorenverein  und  eine  Abordnung
lath.  Gesellenrereins,  denen  der  Verstordene,
treues  Mitglied  und  ein  wohlw  vollender  Gön
war,  beteiligten  sich  mit  Fahne  am  Trazug.
  Als  Offiziator  sland  am  offenen  Er
der  H.  H.  Stadtrfarrer  und  Geistl.  Rat  G
Dekan  des  Kapilels  Rosenheim,  dem  der  He
gegangene  als  Ehrenmitglied  angehörte.
tiefempfundener  Rede  schilderle  er  den  Leb
gang  und  das  vorbildliche  priesterliche  9
len  des  Dahingeschiedenen,  der  das,  was
war,  mit  ganzer  Seele  sein  wollte.  Die  lô
sten  und  letzten  Jahre  seiner  priesterlichen
tigkeit  verlebte  der  Entschlasene  als  Pfan
in  Rott  a.  Inn,  wo  er  noch  zwmeien  seiner  N
solger  ins  Grab  schauen  mußte.  In  den
ten  drei  Jahren  seines  Lebens  lonnte  der
dahin  rüflige  Greis  infolge  plötzlichen  Kra
rerfalls  nicht  mehr  an  den  Altar  treten,  so
es  ihm  nicht  mehr  rergönnt  war,  seine  diam
tene  Jubelmesse  zu  feiern.  Mit  herzlichem  D
für  all  die  Liebe,  die  der  T  Dahingeg  angene
seinem  langen  Priesterleben  gesäel  und  mit
nem  danlbaren  Gebet  dafür  nahm  man
schied  von  seinem  Grabe.  Seine  Seele  #
im  Frieden  des  Herrn!

Oberbayer.  Schuldienst.  Versetten
den  der  MNolksschullehrer  Anton  Penteurie
von  Mühlhausen,  BA.  Ingolstadt,  zurzeit
Heere,  ab  1.  Okt.  nach  Salmannslirchen,.
Mühldorf;  der  Voltsschullehrer  Karl  2le
ron  Weii,  BA.  Landsbera,  nach  Cgernd
VA.  Traunslein;  der  Schulrer#s##
Reisberger  von  Partentieche  en,  zurz  it
hilsje  in  Egerndach,  BA.  Ersutria.  mur  A
hilje  auf  den  Schuldiensi  zu  Weil.  Le:
berg;  die  S  Schulrerweserin  Theodo  ra  Kunz
der  Hilsslehrftelle  in  Cgerndach,  Bei.  —
stein,  zurzeit  zur  Anoti'se  in  rsks  —
auf  die  Schulrerweserinite  elle  daselle#nt:
leher  Johann  Böck  von  Foiz.  n
hilse  in  Wolserodorf.  BVr.  Freiing,  zu
hille  auf  den  Schuldienst  in  #leulmchen.

Ba

zur  *

 

 

 

 

 

*W  i*—“  o-°

 
  
  

 

 

 

Miesbach;  der  Vollsschulle  Diz
fassing,  BA.  Miesvach,  zurz  il  im  S##e#n
Miesbach;  der  Vollsichul.  egrer  Adal.  ert  5
rer  ron  Arbing,  BoA.  Allölting,  nan)  #
harirenning,  BoA.  Miesbach;  der  Vr

rer  Karl  Martin  ron  Eb..  uried,  Bri.  Ai.
nach  Mörmossen,  B.  Mutldorf  2  r  Be
E  iert  EI

Wiiesbach.  nach  Wolfratshauĩen.

Rulieftand  wurde  belassen  der  zeictit  pe
nierte  Hiifsiehrer  Kari  Si  iraub,  zulen  4  in
ling.  Brl.  Nosenhtim,  lie  1.  Toien
Besordert  wurden  der  SchulrerWeier
Braun  ron  Mühldorf,  zurzeit  im  Octe,
Vollkoschullehrer  in  Tuntenhausen.  B-  Ml.  ⁊*
ling;  die  Schulr  erweserin  Krestenz  Fuchr
Trannwalchen,  BA.  Trannstein,  zur  #
schullehrerin  in  Caugllosen.  BA.  Mnbln  2
Schulrerweser  Justin  Sirtl  in  Hausba:
zeit  un  Hrere,  zum  Nollsschuilehrer  in

Bol.  Schrobenliausen:  der  S#ulrer-Mblagger
  ron  Endorf,  BZI.  Ros  uhe

im  Heere,  zum  Volisschullehrer  in  Jluh
B.  Aichach;  der  Hilfslehrer  Josef  Mayeri.
ron  Mört,  Bül.  Erding,  zurzeil  im  O#ere,
Schulrerweser  in  Endorf,  BII.  Noien“  im:
Hilseleh  rerin  Rosa  Glasl  in  Aßling.  #  Cb
lerg,  zur  Schulverweserin  auf  der  #  :
stelle  daselbsl.  Wiederverwendet  werden  die
Ableistung  ihres  altiven  Meililärdienftes  be
laubten  Hilselehrer  Franz  Paul  Hage#ach##
Reit  im  Winkel,  Anton  Huber  in  Kirchd
Biol.  Rosenheim,  Eonard  Segmülier  in  Gle
B.  Ebersberg,  Mar  Weyerer  in  Tillmeni
Malthias  Vogel  in  Obererglirchen,  Brl.  M.
dorf,  Anton  Hoiser  in  Jelter  ibach,  BA.  M
dorf,  Johann  Lorenz  in  Frauenenharil
Bü.  Edersberg,  Franz  Sewald  in  ent
ern,  BA.  Rosenheim.  Neuernannt  wurden
Kandidaten  des  Vollksschuldienstes  Joh#
Poschner  ron  Niederaschau,  BA.  Ro  Euhe
zurzeit  im  Heere,  zum  Hilfslehrer  in  Dorf
Adolf  Silbernagel  in  Erding,  zurzeit  im  He
zuin  Hilfslehrer  in  Hausham;  die  Kandidt
des  Volksschuldienstes  Josefa  Leitsch  in  M
chen,  zurzeit  zur  Aushilfe  in  Burgrain,  2

Wasserburg,  zur  Hilfslehrerin  in  Egernd
B.  Traunstein.
Personalnachrichten.  Der  Teierzu

inspektorassistent  beim  Pinzgauer  Zuchtrerda
r.  Götz,  zurzeit  als  Oberveterinär  im  Fe
wurde  zum  Distriktstierarzt  in  Stadtlaurin
(Unterfranken)  emnannt.
Volksbibliothet  Rosenheim.
dem  Beginn  der  Wintersaison  tritt  auch
besebedürsnie  wieder  mächtiger  hervor.  Dar
hat  auch  die  L#itung  der  hiesigen  öffentlit
Volköbibliothek  den  bisherigen  zwei  Auol,

stunden  eine  dritte  hinzugefügt,  so  dahb  jetzt

Sonntagen  von  10—1212,  am  zittwoch  7
5—127  und  am  Freitag  von  6—1,

Sbente  Bücher  abgegeben  werden.  z50,
bemerkt,  daß  bei  den  heurigen  Neuanschaff
gen  huf  die  eben  erscheinende  Kriegslitter
in  besonderer  Weise  Rücksicht  genommen  wu