Metadata : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang. 1897. (38)

Das  Deutsche  Reich  und  seine  einelnen  Glieder.  (März  7.)  59

I.  Klasse  „Ersatz  Leipzig“;  Panzerschiff  I.  Klasse  „Ersatz  Friedrich  der
Große"“;  Kreuzer  II.  Klasse  „M“;  Kreuzer  II.  Klasse  „N"“.  An  Bauraten
sind  also  nur  31395000  M  statt  der  geforderten  35395000  M  bewilligt.
Zur  artilleristischen  Armierung  im  Bau  befindlicher  Schiffe  waren  8246  000  M
gefordert  worden,  wovon  600000  M  gekürzt  sind.  Zur  Fortsetzung  des
Umbaues  von  Schiffen  wurden  an  Raten  4  Millionen  Mark  gefordert  und
bewilligt  behufs  Erneuerung  von  Maschine  und  Kessel  zweier  Schiffe  der
Sachsen-Klasse,  sowie  zur  Grundreparatur  ebenso  für  Schiff  3.  und  4.  der
Sachsen-Klasse.  Zu  Neubauten  waren  7673000  M  ausgeworfen,  wovon
die  Kommission  5173000  M  abgestrichen  hat.  Bewilligen  will  sie:  zum
Bau  des  Panzerschiffes  I.  Klasse  „Ersatz  König  Wilhelm  I.“  als  1.  Rate
1  Million  Mark,  des  Kanonenbootes  „Ersatz  Hyäne"  als  1.  Rate  500  000
und  des  Kanonenbootes  „Ersatz  Iltis“  als  Gesammtforderung  1  Million
Mark.  Dagegen  hat  die  Kommission  gestrichen:  die  1.  Raten  für  die
Kreuzer  II.  Klasse  „O“  und  „P“  von  je  1  Million  Mark,  für  den  Aviso
„Ersatz  Falke“  von  500000  M,  für  ein  Torpedodivisionsboot  von  837000  M
und  für  Torpedoboote  von  1  800  000  M  Bei  der  artilleristischen  Armierung
  der  Neubauten  wurden  von  den  1  650000  M  800  000  M  gestrichen.
Die  zur  Torpedo-Armierung  der  bereits  im  Bau  befindlichen  Schiffe  geforderten
  Raten  von  2445000  M  wurden  bewilligt.  Für  Neubauten  waren  zur
Torpedo-Armierung  925.000  M  ausgeworfen.  Die  Kommission  hat  den
ganzen  Betrag  gestrichen.  Für  die  Ausrüstung  älterer  Schiffe  mit  Maschinenkanonen
  wurden  1  500000  M.  gefordert,  wovon  die  Kommission
500000  M  abstrich.  Von  anderen  Forderungen  sind  27500  M  zu  Vorarbeiten
  für  den  Neubau  eines  Dienstgebäudes  der  obersten  Marinebehörden
in  Berlin  abgelehnt,  die  Rate  von  350  000  M  zur  Vergrößerung  der
Kohlenlager  auf  200  000  M  reduziert  worden.  Statt  der  Schlußrate  von
429800  M  zur  Errichtung  von  Lagerplätzen  für  Materialien  zur  Schiffskesselheizung
  wurde  nur  eine  zweite  Rate  von  300000  M  also  129  800  M
weniger  bewilligt.  Die  Kommission  hat  also  an  den  Schiffsbauten,  ihrer
Armierung  ect.  12  037000  M  gestrichen.

7.  März.  (Preußen.)  Der  Minister  für  Handel  und  Gewerbe
  erläßt  folgende  Bestimmungen  über  die  Beaufsichtigung  der
Börsen:

1.  Die  mit  der  unmittelbaren  Aussicht  über  die  Börsen  betrauten
Handelsorgane  haben  Anträge  und  Vorstellungen,  die  an  die  Staatsregierung
  gehen  sollen,  im  allgemeinen  an  den  für  den  Sitz  der  Börse  zuständigen
  Regierungspräsidenten  —  für  Berlin  an  den  Oberpräsidenten  in
Potsdam  —  zu  richten.  An  den  Minister  für  Handel  und  Gewerbe  sind
Anträge  und  Vorstellungen  nur  zu  richten,  wenn  nach  den  gesetzlichen  oder
Verwaltungsvorschriften  ihm  die  Entscheidung  obliegt,  oder  wenn  es  sich
um  Angelegenheiten  von  grundsätzlicher  oder  über  den  einzelnen  Börsenplatz
  hinausgehender  Bedeutung  handelt.  Auch  solche  Anträge  und  Vorstellungen
  sind  regelmäßig  dem  Regierungspräsidenten  bezw.  Oberpräsidenten
zur  Weiterbeförderung  zu  übersenden.  Nur  wenn  eine  besonders  eilige
Behandlung  notwendig  ist,  sind  Anträge  und  Vorstellungen  unmittelbar
an  den  Minister  für  Handel  und  Gewerbe  zu  senden;  in  solchen  Fällen
ist  gleichzeitig  dem  Regierungs=  bezw.  Oberpräsidenten,  möglichst  unter  Mitteilung
  von  Abschriften,  Kenntnis  zu  geben.  2.  Das  unter  Ziffer  1  vorgeschriebene
  Verfahren  haben  in  gleicher  Weise  die  bei  den  Börsen  bestellten
Staatskommissare  in  Betreff  ihrer  nach  §  2  des  Börsengesetzes  zu  erstattenden
Berichte  zu  beobachten.  3.  Die  Regierungspräsidenten,  für  Berlin  der