Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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Theilung  der  Länder.  Das  geschah  auch  durch  Schiedsrichter  1310.

München  behielt  Rudolph;  Ingolstadt  und  das  Land  links  der

Isar  bekam  Ludwig.  Die  Pfalz  am  Rhelg  blieb  beiden  gemein.
d.  13.

Die  Theilung  that  nicht  lange  gut.  Es  gab  allerlei  Zwist.
Ludwig  griff  zum  Schwert,  da  der  Bruder  sich  nicht  nachgiebig
zeigte.  Zwei  Jahre  kämpften  die  Brüder  gegen  einander.  Ludwig
  gewann  dabei  nicht.  Bald  fühlte  er  sich  so  erschöpft,  daß  er
sein  Bestes  an  die  Augöburger  verpfänden  mußte.  Da  ging  er  in
sich,  und  trug  seinem  Bruder  Versöhnung  an.  Man  hob  den
Theilungsvertrag  auf,  und  beide  Brüder  regierten  wieder  gemeinsam.
  (1511—12.)

S.  14.

Wenden  wir  unsere  Blicke  auch  nach  Niederbayern,  wo  die
Brüder  Otto,  Ludwig  III.  und  Stephan  regierten.  Es  gab  auch
hier  mancherlel  Unruhen.  Zuerst  brach  eine  Fehde  mit  Regensburg
  aus.  Schon  oben  ward  erzählt,  daß  auch  die  Herzoge  von
Niederbapyern  mit  König  Adolph  gehalten.  Adolph  war  der  Erste,
welcher  deutsches  Blut  um  englische  Hülfsgelder  gegen  Frankreich
  verkaufte.  Auch  von  Niederbayern  miethete  er  Kriegsvolk,
nud  wies  dafür  eine  Summe  Geldes  auf  die  Judenschaft  in  Regenöburg
  an.  Als  aber  Abgeordnete  das  Geld  erheben  wollten,
entstand  plötzlich  Auflauf  und  Gefecht,  wobei  mehrere  Bapyern  um
Leben  oder  Freiheit  kamen.  Dse  Herzoge  von  Niederbapyern  boten,
  um  diesen  Frevel  zu  rächen,  Krieger  auf,  und  versperrten  der
Stadt  alle  Zufuhr.  Die  Bürger,  vom  Hunger  in  Verzwelflung
gebracht,  thaten  einen  Ausfall,  plünderten  und  verbrannten  Abbach
und  anderes  benachbartes  Gut  der  Fürsten.  Nun  belagerten  die
Herzoge  Regensburg  förmlich.  Viel  Uebles  geschah,  noch  mehr
drohte.  Da  vermittelte  Bischof  Konrad  zu  Regensburg.  Die
Juden  zahlten  gegen  Quittung  2000  Pfund,  die  Bürger  1000  als
Entschädigung,  1200.  Ein  Jahr  darauf  starb  einer  der  herzoglichen
  Brüder,  Ludwig  III.

S.  15.

Herzog  Otto  war  immer  voll  ehrgeitziger  Absichten,  und  eitler

Entwürfe.  Da  ließ  er  sich  von  einer  Marthei  in  Ungarn  verlei-