Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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bei  der  nur  das  einzige  Raͤthsel  noch  war,  wie  man  beide
Theile,  bei  ihrem  beiderseitigen  guten  Willen,  mit  allem  nur
moͤglichen  Dekorum  zusammenbringen  koͤunte.

Vielleicht  daß  gleich  der  erste  Gesandte,  den  Herzog  Christoph
  in  dieser  Sache  nach  England  zu  schicken  beschloß,  die
ganze  Sache  bis  zu  einem  nahen  Ende  durchsetzen  konnte.
Wenigstens  schien  selbst  Mundt  am  guten  Ausgange  nicht  zu
zweifeln.  so  bange  ihm  auch  war,  das  Projekt  des  Herzogs
möchte  nichr  gebilligt  werden,  daß  beiderseitige  Kommissarien,
Kommissarien  des  Kaisers  und  der  Königin,  an  irgend  einem
dritten  Orte  zusammenkommen  sollten;  und  so  unmöglich  es
auch  ihm  schien,  daß  Elisabeth  selbst  auch  auf  den  Fall,
wenn  sie  mit  dem  Prinzen  Karl  Kinder  zeugen  sollte,  in
Karls  seierliche  Krömung  zum  Koͤnig  einwilligen  koͤune.

Mundt  war  voll  guter  Hoffnung,  der  Staatssekretär
Cecil  voll  Erwartung,  daß  nur  einmal  ein  neuer  Anfang  gemacht
  werde,  und  sowohl  diesem,  als  jenem  schien  es  einzig
auch  nur  als  Aufschub  der  unangenehmste  Vorfall  zu  sepn,
daß  Kaiser  Ferdinand  jetzt  gerade  starb,  daß  man  in  Betreibung
  einer  so  wichtigen  Sache  Ebrenhalber  einige  Monate
warten  mußte,  daß  vielleicht  neue  Minister,  die  Kaiser  Marimilian
  nehmen  mochte,  neue  Schwierigkeiten  erregen,  daß
König  Philipp  von  Spanien,  den  Marimilian  hoch  hielt,  aus,
Neid  oder  aus  Rache  mißrathen  könnte.

Neunzehn  Monate  lang  hing  die  Sache,  nachdem  sie  einmal
  wieder  in  Bewegung  gekommen,  und  man  war  noch
nicht  weiter.  Neunzehn  Monate  lang  hing's,  und  der  kaiserliche
  Hof  hatte  sich  noch  nicht  erklärt,  ob  er  einen  annähernden
  Schritt  thun  wolle  oder  nicht,  ob  er  den  ersten  annähernden
  Schritt  thun  wolle,  oder  ob  cr  aus  Furcht  des  alten
Erfolges  noch  immer  eine  vorläufige  Erklärung  der  Königin
erwarte.