Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 3. Band. Die Medizinalpolizei (Fortsetzung). (3)

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essen:  ½  Liter  Fleischbrühsuppe,  4  Kilogramm  Kindfleisch
(roh)  und  Gemüse  wie  oben.  —  Adendessen:  Suppe  und
Gemüse  wie  Mittags.

IV.  Klasse.  —  Sonntag.  —  Frühstück:  wie  die  dritte
Klasse.  —  Mittagessen:  ¼  Liter  Fleischbrühsuppe  mit  ¼
Kilogramm  Fleisch  und  Gemüse,  wie  bei  der  III.  Klasse,  aber
nur  geschmälzt  mit  5  Grammen  Butter.  —  Abendessen:
Suppe  und  Gemüse  wie  am  Mittag.  —  Mittwoch.  —  Frühstück:
  wie  die  dritte  Klasse.  —  Mittagessen:  wie  Sonntag.
—  Abendessen:  wie  Sonntag.  —  Die  übrigen  Wochentage.
  —  Frühst  ück:  wie  am  Mittwoch.  —  Mittagessen:
1½  Liter  Wassersuppe  mit  Hülfenfrüchten,  Gerste,  Wurzelwerk
  und  Gemüse,  wie  oben;  beides  geschmälzt  mit  5  Grammen
Butter,  die  Suppe  mit  10  Gr.  Einbrennmehl.  —  Abendessen:
  wie  am  Mittag.

Ergänzende  Bemerkungen  zur  IV.  Kost-Klasse.
Während  der  Sommermonate,  wenn  die  Kartoffeln  nicht  mehr
genießbar  sind  oder  ganz  mangeln,  auch  bei  sonstigen  obwaltenden
  Umständen  kann  den  Pfleglingen  der  IV.  Klasse  Mittags
und  Abends  anstatt  Suppe  und  Gemüse  nur  eine  einzige,  aus
Suppen=  und  Gemüse-Substanzen  zubereitete  dicke  Suppe  abgegeben
  werden,  für  welche  alsdann  die  normalmäßige  Quantität
  doppelt  genommen  wird.  In  diesem  Falle  besteht  eine  solche
Suppe  aus  ½10  Kilogramm  gemischten  Brodes,  gerollter  Gerste,
Hirse,  Gries  2c.  oder  1  Kilogramm  Wurzelwerk  oder  3/10  Liter
Hülsenfrüchten,  geschmälzt  an  den  Tagen,  an  welchen  Mittags
Fleisch  verabreicht  wird,  mit  10  Grammen  Butter,  an  den
übrigen  Tagen  mit  20  Grammen  Butter  und  eben  so  viel
Einbrennmehl.  Brod  aus  einer  Mischung  von  halb  Waijzenhalb
  Roggenmehl  besteht  die  Portion  für  den  ganzen  Tag:  für
die  männlichen  Pfleglinge  und  Bediensteten  aus  3  Kilogrammen,
  für  die  weiblichen  aus  ½  Kilogramm.

Für  die  Pfleglinge  I.  und  II.  Klasse,  wenn  sie  Weisbrod
in  Anspruch  nehmen,  reducirt  sich  die  tägliche  Quantität  bei
den  männlichen  auf  ½  Kilogramm,  bei  den  weiblichen  auf
2/  Kilogrammen.

Weil  sich  aber  in  der  Klasse  der  Mittellosen  häufig
körperlich  herabgekommene  Individuen  befinden,  bei  welchen  die
Hebung  ihrer  physischen  Constitution  durch  kräftigende  animalische
  Nahrung  zu  den  nöthiesten  psychiatrischen  Regeln  gehört,