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Türken erlegen'.. In wenig Wochen war man in Deutschland
von diesem Schlage, welcher die Speierer Festsetzungen sofort
über den Haufen warf, unterrichtet. Ob es jetzt die Stände
gereut hat, ın der Angelegenheit der Türkenhilfe nicht rascher
und bereitwilliger vorgegangen zu sen? Man wird aber doch
nicht sowohl die einzelnen Reichsstände dafür verantwortlich
machen wollen, als vielmehr die heillosen Zustände im Reich und
die Rivalität der Weltmächte anklagen müssen, die dem Türken
soviel Spielraum liefsen. Allerdings machte sich jetzt ein gröfserer
Eifer für diese Angelegenheit im Reich bemerkbar; mufste man
ja doch besorgen, dals der siegreiche Gegner die deutschen Grenzen
überschreiten und die Greuel eines vernichtenden Krieges in deutsche
Lande tragen würde. Das Regiment berief daher zum 1. Dezember
die achtzehn Fürsten zu sich nach Efslingen?); die Kurfürsten
dachten daran, noch vorher in Gelnhausen zusammenzutreten, wozu
es dann aber nicht kam°). Dagegen hatte die Ladung des Regimentes
Erfolg; der Efslinger Tag fand bei verhältnismäfsig zahlreichem
Besuch Statt und man dekretierte hier eine umfassendere
Reichshilfe gegen die Türken, die freilich für den Augenblick nicht
weiter vordrangen, wohl aber den mafsgebenden Einflufs in Ungarn,
den ihnen der Tag von Mohacz in die Hände gab, behaupteten,
sodafs die Türkengefahr dem Reiche fortan erheblich näher’ ge-1)
Die Abschrift eines Berichtes der Verordneten des Reichs, Wertheim,
Feilitsch und Auerberger, findet sich im Düsseldorfer Archiv, Abt. Kurköln,
als Beilage zum Orig.-Schreiben des Kardinals von Mainz an Erzbischof
Hermann, d. d. Aschaffenburg Do. n. Remigii (4. Oktober) 1526. Das Schreiben
der Verordneten selbst, welches einen ziemlich eingehenden Schlachtbericht
enthält, ist datiert aus Linz (ohne Zeitangabe); doch heilst es, die Verordneten
seien am 15. September dort angekommen. Sie geben auch ihre Absicht kund,
nach Wien und Prefsburg zu gehen und Erkundigungen über den Stand der
Dinge in Ungarn einzuziehen, um ihrem Auftrag auch unter den veränderten
Umständen zu genügen. — Weiteres habe ich über diese Sendung nicht gefunden.
2) Unter dem 25. September, mit Bezugnahme auf die Niederlage von
Mohaez. Weimar G.A., Reg. E., Orig, Düsseldorf St. A., Abt. Kurköln,
Abschrift.
3) Korrespondenzen darüber zwischen den Kurfürsten von Mainz und
Pfalz im Münchener St. A. vom Oktober und November. In Ansehung der
dringenden Türkengefahr sei der Elslinger Tag auf einen zu späten Termin
berufen, schreibt Kurmainz; die Gelnhäuser Zusammenkunft sollte daher am
13. November sein.