Contents : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

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EGGs“

Aummer  152

tiger,  noch  heherischer  und  noch  schamloser  seien.
als  jene  in  den  letzten  Tagen.  Man  ist  darum
genötigt,  so  schreibt  das  Blatt,  als  sicher  anzunehmen,
  daß  Pajitsch  leine  Mittel  zur  Verfügung
  stehen,  um  die  auch  nach  seiner  Ueber-Feugung
  den  Interessen  Serbiens  und  dem  serbischen
  Ruf  so  sehr  widersprechenden  Erxzesse
der  Belgrader  Presse  einzudämmen.  Daraus  erheben
  sich  zwei  wichtige  Folgerungen,  nämlich,
daß  die  serbischen  Publizisten  überzeugt  sind,
ihrem  Lesepublilum  zu  Gefallen  zu  schreiben
und  daß  die  fast  allgemein  erhobenen  Anklagen,
  welche  von  vornherein  den  Ursprung  der
Serajewoer  Bluttaten  auf  serbischem  Boden  suchten,
  nachträglich  durch  die:Haltung  der  serbischen
Presse  und  der  von  ihr  mitl  leider  nur  5  Venauer
  Treuc  zum  Auedruck  gebrachten  össent
lichen  Meinung  des  serbischen  Konigreichs  vollauf
  gerechtsertigt  werden.  Die  Loffnung,  daß
der  Eindruck  der  zur  uropäischen  Kenntnis  64
brachten  Letzartilel  die  serbische  R

tionalen  I#uppen  in  Skulari,  nicht  streuge  Vorsichtsmahregeln
  ergreift.

Den  Nachrichten  der  italienischen  Presse  über
die  Lage  in  Albanien  muß  man  sleptisch  gegenüberflehen.
  So  meldet  die  „Agenzia  Stefani“
aus  Durazzo  unterm  8.  Juli:  „Infolge  odes  Einschreitens
  der  inkernalionalen  Kontrolllommis-Hen
  haben  die  Aufständischen  die  holländischen
Gefangenen  nach  Schial  gebracht.  Sie  huden
megen  des  Austausches  der  Gefangenen  an  die
Kommission  geschrieben  und  gleichzeitig  ein  Beschwerdeschreiben
  wegen  der  in  den  letzten  Tagen
vorgelommenen  Morde  an  sie  gerichtet.  Ste  er-Uärten,
  daß  sie  die  Absicht  hätten,  sich  zu  rächen.“
  Dage  gen  lient  aus  Durazzo  solgende  Meldung
  vor:  „Die  beiden  von  den  Ausffländischen
  an  die  internalionale  Kontrolikommission
und  die  holländischen  Ossiziere  gerichteien  Briefe
betrefsen  die  Kesangenen  holländischen  Offijiere
  in  Elbassan.  sowie  d  deren  Freilassung.  Die

d  die  fremden  Staats

 

einer  berubigenden  Altion  veranlassen  werde,  hit
sich  pwar  erfüllt,  aber  die  Erwartung,  daß  die
Artion  erfolgreich  sein  werde,  muß  angesichte
der  Tattachen  der  bittersten  Entläuschung  Platz#
machen.

„Der  Verliner  Lolalanzeiger  veröffentlich=  unter
  dem  Titel  „Europas  Solidaritäl“  einen  anscheinend
  offizibs  inspirierten  Artikel  gegen  die
großserbische  Propaganda.  Am  Schluß  des  Artikels
  heißt  es:  „Falls  ider  Verdacht  gegen
Serbien  sich  als  wahr  erweisen  sollte,  würde
in  Deutschland  jeder  Schritt,  den  man  von  Wien
aus  gegen  die  Schuldigen  unternimmt,  volle
moralische  Unterstützung  finden,  und  auch  das
amtliche  D  Deutschland  würde  hiebei  gewiß  nicht
nachstehen.  Hier  müßte  sich  unsere  Nibelungentreue
  aufs  neue  beslätigen.“

Solisische  Kundschau.

Bapern.

Die  baperischen  Staatspensionen.

Bei  der  Beratung  des  Etats  der  Pensionen
und  Unterstützungen  im  Finanzausschuß  der
Reichsratskammer,  bemerkte  der  Referent  Graf
v.  Crailoeheim,  die  stets  steigende  Pensionelast
sei  für  1914  und  1915  auf  über  39  Millionen,
  mithin  auf  mehr  als  die  Hälfte  der  direkten
  Steuern  veranschlagt.  Es  sei  ein  Beharrungszustand
  noch  nicht  eingetreten  und  deshalb
  mit  einer  weiteren  erheblichen  Steigerung
zu  rechnen.  Der  Grund  für  diese  hohe  Pensionslast
  f#ege  darin,  daß  eine  sehr  erbebliche  Zahl
elatsmäßiger  Stellen  vorhanden  sei.  Namenllich
  bei  den  Verkehrsanstalten  sei  belanntlich  die
Jahl  der  elatsmäßigen  Siellen  verhältniemäßig
viel  größer  als  bei  anderen  Verwaltungen.  Dies
sei  zwar  für  das  Personal  eine  große  Wohnat,
habe  ader,  wie  ersichtlich.  huch  seine  Schattenseiten.
  Mit  dem  Abstrich  einiger  weniger  höherer
  Stellen  sei  nicht  viel  zu  erreichen.  Man
müsse  vielmehr  auf  eine  Verminderung  der  groben
  Masse  der  unteren  etatsmäßigen  Stelien

hinstreben.
Deutschland.
Kolonialreisen.

Herr  und  Frau  Krupp  von  Bohlen-Halbach,
stellten  der  deutschen  Kolonialgesellsch  aft  17  500

dark  zur  Verfügung,  um  damit  die  von  der
Kolonialgesellschaft  veranstaltete  Ferienreise
nach  Deutsch-Ostafrika  umfangreicher  und  nutz-Uringender
  zu  gestallen.  Dem  Wunsche  der  Geber
  entsprechend,  vergrößerte  die  Kolonialgesellschaft
  die  Reisegesellschaft  nach  Ostafrika  um
sechs  aus  den  Arbeiterkreisen  stammende  Mitglieder,
  so  daß  diese  nunmehr  aus  37  Persoren
  bestehlt.

 

Ausland.
Tie  Peiriser  Bombenaffäre.

Die  Bombenassäre,  in  welche  zwei  Russen
verwickelt  sind,  scheint  eine  andere  Wendung
nehmen  zu  wollen.  Es  wird  mitgeteilt,  daß  die
Bomben  nicht  für  den  Zaren,  sondern  für
Poincare  bestimmt  gewesen  seien.  Die  Zusammensetzung
  der  Bomben  zeige,  daß  sich  das

alerjal  bis  September,  der  Ankunft  des  Zaren,
  nicht  hätte  halten  können,  vielmehr  sollen
alle  Anzeichen  darauf  hindeuten,  daß  die  beiden
  Anarchisten  die  Absicht  hatten,  die  Bomben
  unter  den  Zug  u  werfen,  der  den  Präsidenten
  am  14.  ds.  Mts.  nach  Cherbourg  bringen
  solle,  wo  er  sich  nach  Rußland  einschifsen
wird

 

Die  Lage  in  Asbanien.
Durazzo,  9.  Juli.

Die  Lage  in  Albanien  wird  immer  prelärer.
Hatte  der  Fürst  es  noch  vor  wenigen  Wochen  nur
mit  den  mittelalbanischen  Aufftändischen  von
Schiak  zu  tun,  so  steht  heute  ganz  Mittel=  uno
der  größte  Teil  non  Südalbanien  gegen  ihn.
Die  aufständischen  Mohammedaner  haben  sich
mit  den  Epiroten  verbündet  und  sie  „periecen
nun  gemeinsam  gegen  die  Negierungsteuppen.
Dazu  kommt,  dahß  Koritza  in  die  Hände  der
Aufstänoischen  gefallen  ist.  Skutari  ist  vom  internationalen
  Truppenkontingent  beherrscht.
Aber  auch  in  Skutari  regt  sich  der  Aufruhr  unter
den  Mohammedanern,  die  augenschcinsich  überall
  im  Lande  mit  dem  Fürsten  Wilhelm  nicht
pal##ieren  wollen.  —  In  der  Stadt  herrscht  große
Erregu  man  befürchtet  Mordtaten,  falls
Oberkt  P#eure,  der  Kommandant  der  interna- 



angehörigen,  sollen  nach  hier  eingetrossenen  Berichten
  von  den  Aufständischen  sehr  gut  behandost
  werden.  Heute  findel  unter  dem  Vorsitz
des  Fürsten  ein  Kriegorat  slatl,  in  dem  über
weitere  Schritte  beraten  werden  joll.-Velannllich
slammte  die  unrichtige  Meldung  über  die  Abreise
  der  Fürstin  auch  aus  italienischer  Queile.

Ferschledene  Kachrichlen.

Frankfurt,  9.  Juli.  Hier  sind  die  Joillinge,
  die  im  Gegensatz  zu  den  siamesischen
Zwillingen  an  den  Köpfen  zusammengewachsen
waren,  Donnerstag  früh  an  den  Folgen  eines
Katarrhs  gestorben.  Das  eine  Kind  starb  in  den
frühen  Morgenstunden,  elwa  drei  Stunden  später
  folgte  ihm  das  andere  in  den  Tod.  Die
beiden  Kinder  hatten  ein  Alter  von  30  Monaten
  erreicht.  Jedes  von  ihnen  bildete  einen
selbständig  lebenden  Organiemus  für  sich.  Gemeinsam
  hatten  sie  nur  die  Schädeldecke.

Johannisthal,  9.  Juli.  Heute  morgens
3  Uhr  15  Min.  stieg  der  Rumpler-Pilot  Linmelogel
  auf  einem  Rumpler-Eindeer  auf,  um
den  Angriff  auf  den  Höhenrelkord  zu  unternehmen.
  Linnelogel  erreichte  die  Höhe  von  6600
Metern.  Den  Höhenweltrekord  hatte  der  vor
einigen  Tagen  töolich  verunglückte  Flieger  Legagneux
  mit  6100  Metern  inne.

Breslau,  9.  Juli.  Bereits  gestern  zirkulierte
  das  Gerücht,  daß  der  Dircklor  Löffler  der
Firma  Ohles  Erben  verschwunden  sei.  Löffler
reiste  schon  am  letzten  Samstag,  wahrscheinlich
nach  London,  da  er  vorgeogen  hatte,  den  Ausgang
  der  ihn  schver  welastenden  Untersuchung
nicht  abzuwarten.  Die  Slaatsanwaltschaft  wurde
  sofort  von  dem  Verschwinden  Lösssers  bemachrichtigt.
  «

Mailand,  9.  Juli.  Furchtbare  Gewitter
mit  Stürmen  und  Hagelschlägen  sind  über  die
kombardische  Tiesebene  niedergegangen.  Die
Temperatur  sank  innerhalb  weniger  Stunden
bedeutend.  Eine  große  Reihe  von  Wrinbergen
wurde  kurch  den  Hagel  zerstört.  Die  Hagel
lörner  hatten  die  Größe  eines  Taubeneies.  Die
Stadt  Aiti  it  teilweise  überschwemmt.  Nach
Beendigung  des  Unwetters  bot  die  Landschaft
den  Anblick  eines  Winterbildes.

harkow,  9.  Juli.  Die  rusiische  Polizei
stellte  fest,  daß  Angestellte  der  Eisenbahn,  wie
Weichensteller,  Wächter,  Schlosser  usw.,  sich  zu
einer  Räuberbande  zusammengetan  und  auf  der
Katharinen=  und  Südbahn  auf  Züge  bewaffnete
eberfälle  ausgeführt  haben.  Die  Fahrgäste
wurden  beraubt,  und  wer  sich  den  Näubern
widersetzte,  ermordet.  Einmal  hat  die  Vande  in
einer  Bank  58.000  Rubel,  ein  andermal  40  000
Rubel  erbeutet.  Ein  Mann,  der  ihnen  mit  der
Anzeige  bei  der  Polizei  gedroht  hatte,  wurde  m
Zuge  ermordet  und  seine  Leiche  wurde  aus
dem  Wagen  geworfen.  Die  Untersuchung  it  noch
nicht  abgeschlossen.
·

 

AUntergang  einer  arktischen  Gepeditlon.
London,  9.  Juli.

In  den  Regionen  des  ewigen  Eises  hat  ich
wieder  eines  der  düsteren  Dramen  abgesypielt
an  denen  die  Forschungsgeschichte  so  reich  it.
Ach1  Mitglieder  der  Expedition  Stefanson  sind
im  Norden  von  Alaska  umgekommen.

Die  Erpedition  unter  Führung  von  Stefanson
  wollte  die  Existenz  einer  großen  Landstrecke
nördlich  von  Alasla  ermitteln  und  für  England
sichern.  Diese  Expedition  war  im  Monat  April
bezwungen,  mit  einigen  Gefährten  von  dem
Schiffe  „Harluk“,  an  die  Nordlüste  von  Alasla
  an  Land  zu  gehen,  um  nach  frischer  Nahrung
zu  suchen.  Durch  einen  Wettersturz  brach  das
Schiff  vom  Eise  los  und  ließ  den  Führer  und
seine  Gefährten  in  trostlosem  Zustande  zurüt.
Nachdem  das  Schiff  einige  Zeit  umhergetrieben
war,  sank  es.  Die  Mannschaft  hatte  sich  noch
rechtzeitig  genug  auf  das  Eis  retten  können  und
war  mit  Lebensmitteln  genügend  versehen.  Sie
tennte  dann  die  Insel  Wrangel  an  der  sibirischen
  Küste  erreichen.  Die  Expedition  teille
sich  dann  in  drei  Züge.  Zwei  Züge  ginge:
voran;  der  eine  unter  Kapitän  Bartlett  landete
  alũdiich  auf  der  Insel  Wrangel,  fand  aber
keine  Spur  von  den  anderen,  die  vorangegangen
  sind.  Es  scheint  unzweifelhaft,  daß  die  acht
Mitglieder  dieses  Zuges  umgekommen  sind.

Wie  ein  Telegramm  aus  Ottawa  in  Sana
berichtet,  find  die  verlorenen  acht  Man
zehn  Stunden  nach  dem  Schiffbruch  n

—ECCCCCA

.  Gerüsles

 

w
Seitdem  aber  sehlt  jede  Nachricht
Der  Leiler  der  Rettungsexpedidiese
  Nachrichten  stammen,
daß  ihm  beide  Fühe  erfroren

worden.

von  ihnen.
lion,  von  dem
teute  noch  mit,

sind.
Mänchener  Neuigkeilen.

München.  9.  Juli.  Abg.  Schubert  tritt  von
seiner  Stelle  als  1.  Vorstand  des  Vayerischen
Vollsschullehrervereins  zurück.  Er  vollendet  am
29.  Juli  sein  67.  Lebensjahr  und  steht  seit  25
Jahren  an  der  Spitze  des  Vereins.

München,  9.  Juli.  Ein  schwerer  Bauunfall
creignele  sich  heute  Bormittag  an  einem  Neubau
an  rer  Antonienstraße  infolge  Einsturzes  eines
S,  wobei  zwei  Maurer  abstürzten.  Der
eine  wurde  so  schwer  verlegtzt,  daß  er  ins  Kranlenhaus
  Lebracht  werden  mußte,  der  andere
mußte  in  seine  Wohnung  trausportiert  werden.

München.  9.  Juli.  Von  Gemütskrankheit
bejallen  wurde  nunmehr  die  Frau  des  Oberschässtere
  Henn  aus  der  Tegernseerlandstraße,
der  seinem  Leben  auf  den  mitgeteilten  mysteriösen
  Einbruch  hin  durch  Deffnen  der  Pulsadern
am  Dirnstag  freiwillig  ein  Ende  beteitet  hat.
Die  Krau,  die  im  Verdachte  steht,  die  ganze
Acheimnisvolle  Einbeuch-gesc  ichte  ersunden  zu
haben,  weil  sie  jedensalls  das  aus  der  Kasse
sehlende  Geld  für  sich  verwendet  hatte,  hat  sich
nun  den  Tod  ihres  Mannesso  zu  Herzen  genommen,
  daß  sie  in  die  Psychiatrische  Klinik  eingebracht
  werden  mußte.

München,  9.  Juli.  Gestern  meldete  der
Polizeibericht,  daß  am  Rechen  einer  Fabrik  an
der  Pestalozzistraße  die  Leiche  eines  Sjährigen
Knabens  aufgefunden  wurde.  Anfangs  vermutete
  man  einen  Unglücksfall;  jetzt  stellte  es
sich  aber  als  eine  Berzweislungotat  eines  Familienvaters
  heraus.  Die  Leiche  wurde  von  der
Vorsicherangeinsprltorsgalm  May  aus  Augsburg
  als  jene  ihres  Kindes  festgestellt.  In
einem  Brief  hatte  sie  von  ihrem  Manne  die
Mitteilung  bekommen,  daUß  er  sich  wegen  der
mißlichen  Verhältnisse,  in  denen  er  sich  besinde,
mit  seinem  Knaben  das  Leben  nehmen  wolle.
Ob  er  diesen  Entschluß  ganz  ausgeführt  hat,
konnte  noch  nicht  festgeslellt  werden,  da  man
seine  Leiche,  welche  möglicherweise  in  die  Isar
getrieben  wurde,  noch  nicht  ausgefunden  hat.

Bowerische  Nachrichlen.

LCandshut,  9.  Juli.  Die  Elektrizilätsversorgung
  des  Kreises  Niederbayern  soll  in  einer  am
Montag,  13.  Juli,  stattsindenden  Versammlung
  erörtert  werden.  Nach  Absicht  de;  Lgl.
Slaatsministeriums  soll  die  Versorgung  des
Kreises  mit  Elektrizität  im  Zusammenschlusse
mit  der  Oberpfalz  durch  die  Allgemeine  Eleltrizitäts-esellschaft
  bezw.  deren  Tochter-Gesellschaft,
  die  Elektrizitätslieferungsgesellschaft
in  Berlin,  auf  Grund  von  Verträgen  erfolgen,
die  zwischen  dem  bayerischen  Staate  und  der
Kreisgemeinde  und  sodann  den  Oistrikten  und
Gemeinden  einerseits  und  den  Elektrizitätsfirmen
  anderseits  abgeschlossen  werden.  An  Stel!e
der  in  Ober=  und  Unterfranken  von  den  Landräten
  übernommenen  Geldvermittlung  soll  demn
Kreise  Niederbayern  wie  der  Oberpsalz  lediglich
  die  Uebernahme  einer  Bürgschaft  gegenüber
den  Anlehensgläubigern  des  künftigen  Ueberlandwerles
  bis  zu  einem  noch  zu  bestimmenden
Beklrag  angesonnen  werden.

Vurgau,  9.  Juli.  Als  die  26  ähr.  Se  chlos
sersehefrau  Marie  Strobl  in  Bischofshojen  einen
Bienenichwarm  einfangen  wollte,  wurde  sie  von
den  Bienen  überfallen  und  so  gestochen,  daß
sie  schon  nach  einer  halben  Stunde  verschied.

Uürnberg,  9.  Juli.  Gestern  wurde  auf  der
Lolalbahn  bei  Siegelsdorf  das  mit  einem  Pferde
  bespannte  Fuhrwerk  des  Mehgers  Gernbacher
  von  Burgfarrunbach  Lon  dem  Lokalbahn-=zug
  erfaßt  und  zertrüummert.  Dem  Futrwerkslenker
  Ammon  von  Burgsarrubach  wurden  beide
  Beine  abgefahren.  Der  Verletzte,  der  auch
noch  eine  schwere  Kopsoerletzung  erlitten  hatie,
wurde  in  das  Krankenhaus  nach  Fürth  gebracht.
  Das  Pferd  wurde  nur  leicht  verletzt.

Geenzlande.

Innsbruck,  9.  Juli.  In  der  vergangenen
Nacht  ist  das  g  oßhe  Bauernanwesen  des  H.
Nohrmoser  in  deuberg  aus  bisher  noch  unbelannter
  Ursache  volllommen  eingeäschert  worden.
  Dabei  fand  eine  Frau  Anna  Schweigerer,
Mutter  von  vier  Kindern,  den  Tod  in  den
Flammen.  "

manche-Neuaus.

Hrutting,  9.  Juli.  Gestohlen  wurde  äm
25.  Juni  1914,  kurz  vor  11  Uhr,  vom.,  ans
dem  Hausgange  der  Maierschen  Gastwirkschaft
dahier  ein  Fahrrad  „Erquisit“.  Sachdienliche
Milteilungen  wollen  an  die  nächste  Polizeibehèrde
  gemacht  werden.  Der  Täter  ist  noch  unbekannt.


Brannenburg,  9.  Juli.  Gefunden  wurde
am  24.  Mai  1914,  nachts  12  Uhr,  in  der  Bahnhofrestauration
  zu  Brannenburg  ein  herrenloses
Fahrrad,  Marke:  „Nordland“  Nr.  78  117.  Am
braunledernen  Sattel  ist  die  Nr.  35  angebracht.
Das  Nad  ist  vermutlich  gestohlen  und  in  Brannenburg
  stehen  gelassen  worden.  Sachdienliche
Mitteilungen  ollen  an  die  nächste  Polizeibehörde
  gemacht  werden.

 

 

 

 

 

Samskag,  7  7.  Juli  79171
Oberaudorf,  9.  Juli.  Höfcrs  Marioneltentheater
  gastiert  oon  Sonntag,  den  12.  Juli
in  Lambachers  Sommerkeller.  Am  Somnlagnachmittag
  ist  Kinder=  und  Familienvorstellung,  um
8  Uhr  folgt  Abendvorstellung.  Zur  Aufführung
gelangt  an  diesem  Tage  das  Nitterschaufpiel
„Königin  u.  Bauer“.  Höfers  Marionettentheater
erfreute  sich  noch  überall  groser  Beliebtheit.
Wir  erinnern  vor  allem  an  seine  Ga#tspiele  in
Rosenheim,  wo  seine  Vorstellungen  Kels  überfüllt
  waren.  Jedenfalls  wird  er  auch  hier  allgemeines
  Interesse  finden.

MKirchdorf  a.  H.,  9.  Juli.  Koadsutor  Jakob
Prähuber  wurde  zum  Kooperator  in  Jarztl  befördert.
  Koadjutor  Joh.  Högl  in  Moosen  an
der  Vils  nach  Kirchdorf  a.  H.  angewiesen.

Irschenberg,  9.  Juli.  Der  27jälr.  Mesnerssohn
  Martin  Stadler  von  hier  verbeiratete
sich  nicht  glücklich  mit  einer  Bauerstochter.  Staoler
  verließ  seine  Familie  türzlich  und  slüchtete  m
die  Schweiz,  wurde  aber  in  Lindau  nicht  über
die  Grenze  gelassen.  Hierauf  machte  er  einen
Selbstmordversuch.  Er  schoß  sich  eine  Nevolverkugel
  unter  das  Kinn  und  ist  nun  zeitlebens
im  Angesicht  entstellt.

Holzkirchen,  9.  Juli.  Im  Konkurs=  Seidl,
Buchberger  u.  Co.,  ist  die  Vornahme  der  Schlunverleilung
  genehmigt.  Nach  Wegsertigung  der
Masseschulden  und  Massekosten  und  nach  Befriedigung
  der  Vorrechle  zu  5730.05  Mark  sle  L
zur  Verteilung  unter  die  im  Gesamtbetrage  von
80  709.08  Mk.  zu  berückichtigenden  vorrechtlosen
  Forderungen  ein  Massebesland  von  17723
Marl  zur  Verfugung.

Mühldorf,  9.  Juli.  Ein  schwerer  Unglüch
fall  ereignete  sich  geslern  nachm.  in  der  Pfanstraße
  dahier.  Der  9jähr.  Sohn  des  Taglöhners
  Joh.  Windisch  sturzte  von  einem  elma
drei  Meler  hohen  Dach  herab  und  sching  mit
der  rechten  Stirnseite  auf  das  Pflaster  ans.
Der  Knabe  erlitl  bei  dem  Sturze  eine  grone
Fleischwunde,  en  einen  Schädelbruch.

Tittmoning,  9.  Juli.  Um  der  ftarlen  Ein
fuhr  fremden  Biere  entgegenzumirten,  bildele
sich  in  Tittmoning  eine  Brauereigeosfenschaft
Titunoning  und  Umgebung.

Kommunales.

Sitzung  des  Magistrats-Mollegiums
ANofen  heim

Freitag,  den  10.  Juli

vormittage  9  Uhr.

Vorsihender:  KN.  Hofrat  Bürgermeister  Wun.

Der  Vorsitzende  gibt  das  Danktelegramm  der

Königin  fur  die  Beglückwünschung  zum  Geln
feste  belannt.  2

1914,

Weiter  liegen  Dantschreiben  der
Primizianten  für  die  Ueberlassung  der  Lorele#:
wiese  und  der  Lehrerschaft  für  Erhöhnng
der  Mietentschädigung  vor.  Die  Freiw.  Saui
tlätslolonne  ladet  zur  Hauptübung  am  näch'iten
Sonntag  ein.  )r

Mehrere  Urlaubsgesuche  wurden  erinnerung?
los  genehmigt.

Für  Ninnenpflasterung  vor  der  Vrauerei#
Krichbaumer  werden  360  Mark  aus  der  Aflasterzolllasse
  bewilligk.

Von  dem  Visitationsbericht  über  den  zeichenunterricht
  in  der  Höheren  Mädchenschule  wird
Kenntnis  genommen.

Die  Seltion  Rosenheim  des  Deutschen  Ton
ringklubs  will  einen  Nadfahrerweg  von  der  àu
ßeren  Rathaus  straße  zum  Kufsteinernleis  in
Inntal  über  Happing  anlegen.  Happing  hai  dar
Projelt  bereils  gefordert.  Elwa  130  Mcter
sallen  auf  Sladtgebiel,  welche  die  Stadt  in  Unlerhalt
  nehmen  soll.  Der  Weg  sotl  1,10  Meker
breit  werden.  Weil  auch  Grund  des  Kunstmullbesitzers
  Oswald  in  Betracht  kommt,  sollen  Unterhandlungen
  darüber  eingeleitet  werden.  Eine
Besichtigung  durch  das  Stadtbauamt  wird  noch
erfolgen.

Die  Firma  Aicher  beabsichtigt,  den  Bau  eines
Wohnhauses  in  der  Junseitenstraße  bei  der  Sonnenstraße.
  Die  Pläne  wurden  genehmigt.

Der  Stadel  Ellmaierstraße  8,  früher  Huber
Metzger,  jetzt  im  Besitz  des  Briefträgers  und
Hausbesitzers  Rasp,  soll  in  ein  Wohnhaus  umgebaut
  werden.  Auch  hierzu  wurden  die  Pläne
genehmigt.  Die  Perlohnerstallung  i  in  der  Eberebergerstraße
  erhält  eine  neue  Einfriedung.  InU-Anwesen
  des  Kupferschmieds  Voggenauer  wird
eine  Reparatur-Werkstätte  erbant.  Die  Auerbrauerei
  erneuert  ihr  Gesuch  um  Errichlung  einer
  Faßhalle.  Man  erfährt  dabei,  daß  für
später  die  Errichtung  eines  Beamtenwohnhause
geplant  ist.  Einschlägig  ist  eine  Grundabtretung
  zu  einer  Straßenöffnung.  Da  em  Abstand
von  22  Meter  in  Betracht  kommt.  wird  vorgeschlagen,
  für  jetzt  von  der  Grundabtrelung  abzusehen.
  Mit  dieser  Modifikation  wurde  das
Baugesuch  heute  genehmigt.

Der  Bericht  über  die  Maul=  und  Klauensuche
  ergibt  eine  Weiterausbreitung  der  Seuche

ayern.

d  Brunnen  im  Anwesen  des  Kart  offelhänd.
lers  Huber  ist  gesperrt  worden.  Der  Magistrat
bestätigte  heute  diesen  Beschluß.

Stadtbaurat  F.  Schlögl  wurde  Urlaub  vom
15.  Juli  bis  1.  August  und  vom  15.  Septemder
bis  1.  Oltober  bewilligt.

Die  Malerarbeiten  im  Stiegenhaus  der  Mädchenschule
  wurden  dem  Malermeister  Schluttenboser
  mit  einem  Angebot  von  350  Mk.,  die  in
eer  greichen  Höhe  auch  im  Etat  eingeseht  sind,
übertragen.  Malermeister  Probst,  machte  ein  Angebot
  von  366  Mk.

—