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1708 eine merkwuͤrdige Bekanntschaft mit einem Mecklenburgischen
Fraͤulein von Graͤvenitz. Der Graf von Zollern,
der sich viel am Wirtembergischen Hofe aufhielt, hatte denselben
diese nicht ganz verbluͤhte Schoͤnheit entdecken lassen,
und der gutmüthige Prinz war mit den gewoͤhnlichen Coquettenkuͤnsten,
einer zweckmäßig abwechseluden Sproͤdigkeit
und Nachgiebigkeit so schnell gefangen, daß ihn die Nachrichten
seiner redlichen Hofleute nicht mehr erretten konnten.
Die Herzogin war untröstlich, ihren Gemahl verloren zu haben,
verstund aber die Kunsi ihm seine Langeweile zu versüßen
zu wenig, als daß sic eine unterhaltende Nebenbuhlerin
hätte vergessen machen konnen. Der Hofprediger that
sein Amt, die alten Rärhe sagten's dem Herzog wehmäthig,
daß er nur einen Erben habe, manche Hofleute vergassen,
daß gerade widersprochene und verbotene Liebe am stärksten
reize, selbst der kaiserliche Hof wurde endlich ins Spiel gezogen.
Es kam ein Rescript von Wien, das Fräulein sollte
das Land räumen. Sie eilte hinweg, aber der Herzog eilte
ihr nach, und lebte mit ihr in ungestdrtem Vergnügen zu
Genf, ohne aus Furcht für seinen Räthen irgend etwas zu
sparen, was ihrem verschwenderischen Geist Freude machen
konnte.
Die arme Herzogin war trostlos verlassen zu Stuttgart,
und mußte sehen, daß man es im Lande noch für gut hielt,
wie ihre erklärte Nebenbuhlerin im Triumph zurückkam, um
einen schicklichern Namen zu führen, einen gewissen Grafen
von Würben sich antrauen ließ, welcher den Titel eines Landhofmeisters
erhielt, nur damit sie Frau Landhofmeisterin
Ercellenz heißen konnte, übrigens aber sogleich mit
einer ansehnlichen Pension wieder abreiste, und seiner vermeinten
Gemahlin die Rolle einer ersten Hofdame hinterließ.