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Geheimtelegramm des Geschäftsträgers in London.
14. August 1917. Nr. 651.
Nr.2. Die wichtigste Frage des Augenblicks ist die der Pässe. Ich
habe aus diesem Anlaß aus Paris ein chiffriertes Telegramm an Kerenski,
Zeretelli, Terestschenko und Tscheidse gesandt. Die gestrige Erklärung Bonar
Laws im Parlament erschwert die Lage. Wollen Sie mir gütigst mitteilen, ob
eine diplomatische Mitwirkung der provisorischen Regierung möglich ist oder
nicht. Eine Erklärung der Regierung zugunsten der Konferenz wäre von
ungeheurer Bedeutung. Die Agitation gegen diese wird durch den dauernden
Wechsel der Politik der russischen Regierung gedeckt, deren moralische
Autorität ungeheuer ist. Der Druck der rechtsstehenden Presse beginnt seine
Wirkunz auszuüben.
Entziffert am 7. September 1917. Nabokow.
iIswestija vom 15. Dezember 1917.)
Geheimtelegramm des Geschäftsträgersin London.
14. August 1917. Nr. 653.
Bezugnehmend auf mein Telegramm Nr. 647.
Ausschließlich für Ihre persönliche Information.
Die eben in den Abendzeitungen veröffentlichten Mitteilungen bekräftigen,
wie mir scheint, die von mir in meinem heutigen Telegramm
geäußerten Ansichten. Einerseits wird mitgeteilt, daß die amerikanische Regierung
über Nachrichten verfügt, die sie davon überzeugen, daß die Stockholmer
Konferenz von Deutschland ersonnen ist und von ihm unterstützt wird,
um die Unterstützung Jer Arbeiter- und sozialistischen Parteien für die deutschen
Friedensbedingungen zu gewinnen. Wenn diese 'l’atsache sich bei der
Nachprüfung als richtig erweisen sollte, so wird sie unserer Regierung nicht
nur «lie Möglichkeit bieten. sondern auch, wie mir scheint, die moralische
Pilicht gegenüber den Verbündeten auferlegen, endgültig und durchaus
kategorisch von der Stockholmer Konferenz und von den Versuchen von
Personen. die keine Vollmachten von ganz Rußland haben und für »ihre
Politik- nicht verantwortlich sind, abzurücken. Andererseits macht der Sehritt
des Vatikans es nicht nur möglich, sondern dringend notwendig, die Friedensbedingungen
mit len Verbündeten zu besprechen, die für alle Verbündeten
unammehmbar wären.
Infolge des ganz besonderen Ernstes des Augenblicks bitte ich Sie, mir
die hartnäckige Art, mit der ich mich an Sie wende. nicht als Schuld anzureehnen.
Auch wäre ich für eine möglichst vollständige Antwort auf diese
Fragen außerordentlich verbunden. Ich bin der Ansicht, daß es außerordentlich
wichtig ist, daß die Sowjets, die den vier im Auslande befindlichen
Delegiert:n Vollmachten erteilt haben, diesen Delegierten jetzt zu verstehen
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