Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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Die  Fanggräben,  die  nur  an  Hängen  nöthig  sind,  werden  möglichst
senkrecht  zum  Hauptabzugsgraben  oder  den  ihretwegen  etwa  angelegten
besonderen  Abzugsgräben  gelegt  und  event.  auch  noch  mit  einem  Saug—
grabensystem  versehen.

Alle  diese  Grabenarbeiten  werden  im  Spätsommer  bei  niedrigstem
Wasserstande  ausgeführt;  zuerst  wird  der  Hauptabzugsgraben  gestochen,
dann  die  Fanggräben,  und  zwar  arbeitet  man  immer  dem  Wasser
entgegen,  fängt  also  am  weitesten  davon  an  und  nähert  sich  allmählich
  mit  der  Grabenarbeit  der  Sumpfstelle.  Vom  Hauptgraben
aus  werden  dann  die  kleineren  Abzugsgräben  und  zuletzt  die  Sauggräben
  gestochen.  Schließlich  mündet  man  den  Abzugsgraben  in  den
betr.  See,  Bach  rc.,  welcher  das  Wasser  aufnimmt  resp.  weiter  führt,
der  jedoch  dauernd  ein  tieferes  Niveau  als  die  zu  entwässernde  Fläche
haben  muß.

Wie  schon  erwähnt,  steht  die  Weite  und  Tiefe  der  Gräben  im
Verhältniß  zur  abzuführenden  Wassermenge,  zum  beabsichtigten  Maaß
der  Trockenlegung  und  zum  ermittelten  Gefäll.  Für  Hauptgräben
genügt  meist  eine  Oberweite  von  1—1,5  m,  für  Sauggräben  von
0,3—0,5  m;  in  Mooren  muß  die  Tiefe  bis  auf  den  Mineralboden
gehen,  je  tiefer  die  Sauggräben,  desto  besser  ziehen  sie.  Die  Tiefe
hängt  auch  ab  von  der  Böschung  (cfr.  §  98).  Letztere  wird  um  so
schräger  angelegt,  je  lockerer  der  Boden  und  je  stärker  das  Gefäll
ist;  in  ganz  lockerem  Boden  macht  man  die  Gräben  mehr  mucldenförmig,
  in  festem  Boden  (Thon,  Torf  2c.)  macht  man  die  steilsten
Wände.

Den  Grabenauswurf  wirft  man  auf  vertiefte  Stellen  oder  man
übererdet  damit  gleichmäßig  die  ganze  Fläche;  wenn  man  ihn  wallartig
am  Rande  auphäuft,  geht  einmal  der  Grabenrand  öfter  der  Benutzung
verloren,  dann  kann  aber  auch  leicht  der  Auswurf  wieder  in  den  Graben
hineingespült  werden.  Sind  die  Gräben  in  Thätigkeit,  so  müssen  sie,
so  oft  es  nöthig,  gereinigt  werden,  und  zwar  pflegt  man  in  die  Sohle
der  Gräben  kleine  Pfähle  als  Merkmale  einzuschlagen,  wie  tief  die
Reinigung  erfolgen  muß.  Hier  und  da  werden  in  die  großen  Abzugsgräben
  zum  Auffangen  des  Laubes  rc.  kleine  Flechtwerke  (Laubfänge)
  eingelegt.  Will  man  das  Grabenterrain  selbst  noch  benutzen,
so  füllt  man  die  Gräben  etwa  zur  Hälfte  mit  dauerhaftem  Strauch
(Eiche,  Erle)  oder  Steinen  und  bedeckt  sie  wieder  mit  Erde;  solche