Full text : Deutschlands auswärtige Politik 1888-1914.

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Welchen  Ausgang  die  Sache  wegen  des  Schreibens  des
Herzogs  an  die  General-Staaten  genommen,  ist  zum  Theil
bekannt  genug.  Der  Herzog  erklärte  endlich  dem  Praͤsidenten
der  General-Staaten  mündlich,  daß  nie  seine  Absicht  gewesen,
Satisfaktion  zu  verlangen.  Man  sah  nämlich  nach  und  nach
aus  dem  ganzen  Gauge  der  Berathschlagungen  und  aus  mehreren
  einlaufenden  Erklärungen,  daß  selbst  die,  die  am  günstigsten
  dachten,  doch  die  Forderung  einer  Satisfakrion  für  ungereimt
  hielten;  der  Herzeg  deklarirte  also  lieber  selbst,  daß  er
dieses  nie  verlangr  habe;  die  Meisten  sahen  dieses  aber  für
einen  Widerruf  an.  Was  nachher  mit  dem  Herzog  weiter
vorgefallen,  und  daß  man  endlich  so  sehr  Alles  außer  Acht
setzte,  was  man  einem  Manne  von  solcher  Geburt  schuldig
war,  haben  die  vornehmsten  Regenten  von  Amsierdam  nie
gutgcheißen.

Bald  nach  dem  Faktum  mit  dem  Herzog  kam  Joseph  II.
unter  dem  Namen  eines  Grafen  von  Falkenstein  nach  Amsterdam.
  Man  hatte  viel  Aufhebens  gemacht,  wie  ungehalten  er
gegen  die  Bürgermeister  von  Amsterdam  und  namentlich  gegen
  Rendorp  wegen  des  Betragens  in  der  Sache  des  Herzogs
sey;  allein  der  Erfolg  schien  diese  vorläufigen  Gerüchte  gar
nicht  zu  bestätigen.  Da  der  Kaiser  Rendorpen  wissen  ließ,
daß  er  ihn  zu  sprechen  verlange,  begab  sich  dieser,  der  getroffenen
  Abrede  mit  dem  General  Reischach  zufolge,  sogleich
nach  der  Ankunft  des  Monarchen  zu  ihm.  Diese  erste  Unterredung
  dauerte  ziemlich  lange.  Es  wurde  vom  inneren  und
äußeren  Zustande  der  Republik  und  besonders  auch  von  den
Zwistigkeiren  gesprochen,  die  den  Herzog  betrafen.

So  unschicklich  und  unfein  cs  seyn  würde,  die  mündlichen
  Aeußerungen  des  Monarchen  hier  drucken  zu  lassen,  so
erlaubt  ist's  doch  gewih,  nur  eines  zu  sagen.  Wie  von
dem  Schritt  die  Rede  wurde,  den  die  Stadt  Amsterdam