Metadata : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

des  Kindes  ist  darauf  zu  achten,  daß  die  Wickelschnur  nicht
zu  fest  angelegt  wird  und  daß  die  Arme  frei  bleiben.

Das  angekleidete  Kind  legt  die  Hebamme  in  sein  gewärmtes
  Bett  und  zwar  immer  auf  die  Seite.

8.  129.

Die  Ausstoßung  der  Nachgeburt  hat  die  Hebamme  in
der  Regel  der  Natur  zu  überlassen  und  zwar  merke  sie  sich,
daß,  je  weniger  sie  an  der  Gebärmutter  rührt,  um  desto
glatter  meistens  die  Nachgeburtszeit  verlaufen  wird.  Allerdings
  hat  die  Hebamme,  während  sie  das  Kind  besorgt,  die
Entbundene  nicht  aus  den  Augen  zu  verlieren,  aber  ein
häufigeres  Berühren  der  Gebärmutter  unterlasse  sie  durchaus,
so  lange  es  der  Entbundenen  gut  geht,  und  schaue  lieber
auf  dem  vor  den  Geschlechtsteilen  liegenden  Tuch  zeitweise
nach,  um  sich  über  die  Menge  des  abgehenden  Blutes  zu
unterrichten.

S.  130.

Auf  das  Heraustreten  der  Nachgeburt  wird  die  Hebamme
meistens  durch  die  Entbundene  selbst  aufmerksam  gemacht
werden,  indem  diese  angiebt,  daß  sie  wieder  Drängen  nach
unten  empfindet.  Auch  wird  die  Hebamme  dann  sehen,
daß  die  Schamspalte  sich  wieder  ein  wenig  öffnet.

Ist  das  so  weit  gekommen,  so  wird,  wenn  die  Entbundene
nun  leicht  preßt,  die  Nachgeburt  aus  der  Schamspalte  hervorgleiten.
  Die  Hebamme  fängt  dann  dieselbe  in  den
Händen  oder  in  einer  vorgehaltenen  Schüssel  auf  und  sorgt,
daß,  während  der  Mutterkuchen  austritt,  die  Eihäute  nicht
gezerrt  werden.  Sitzen  die  Eihäute  noch  als  Strang  in
der  Scheide,  so  kann  die  Hebamme  ihr  Hervorgleiten  durch