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anderen des Reformirens nicht enthalten konnten, und waͤre
doch nur Luther in Wittenberg geblieben — ein aͤlterer College
in der theologischen Facultaͤt daselbst Andreas (Bodenstein
von) Carlstadt warf sich unterdeß zum stuͤrmenden Reformator
auf, der Mann hatte viel Eifer, aber wenig Weisheit.
Den Era#mussen war schon Luther zu viel Elias, der
Churfuͤrst selbst wollte geschont wissen, und die neuen Propheten
hätten wahrhaftig keinen Anführer gebraucht. Unerwartet
kehrte also Luther wieder nach Wittenberg zurück, nahm
dankbar manches an, was sein College gethan, aber er sah
sehr richtig, daß durch die Publication des N. T. das er
auf der Wartburg übersetzt hatte "), unendlich mehr ausgerichtet
werden würde, als durch Bilderstürmen; und wie viel
. gewann man nicht, wenn man langsam zu Werk gieng!
Ein großer Theil der Fürsten stand noch auf dem Schei-1522
dewege. Die auf dem Reichstag zu Nürnberg übergebenen
Beschwerden bewiesen genugsam, wie wenig sie Sklaven des
Pabsis seyn wollten, aber allzurascher Fortgang der Reformation
mußte sie alle zurückschröcken; kein weiser Augenarzt
führt den Menschen ins helle Sonnenlichr, dem so eben der
Staar gestochen worden. Immer zeigt sich anfangs ohnedieß
bei solchen Totalrevolutionen des menschlichen Geistes als
die Reformation war, wie manche Bahnen der erste Eifer
sich zu brechen sucht, welche nur auf der entgegengesetzten
Seite von der Wahrheit abführen und wie die richtigsten der
neu gefundenen Ideen mißbraucht werden, weil die Kopfe
nicht gereinigt genug sind, und die neue Wahrheit zum
Werkzeug ihrer Lüste misbrauchen. 6
») Diese Uebersetzung sollte dem Volk die Augen öffnen, wie
Melauchthons loci theologici das Handbuch der Gelehrten
wurden.