Inhaltsverzeichnis : Handbuch des Öffentlichen Rechts. Band II.3. Das Staatsrecht des Königreichs Preußen. (23)

240  DHos  denische  Reich  und  seine  einjelnen  Glieder.  (Oct.  8.)

der  Regierung  die  Stütze  sein  sollen,  um  in  anderer  Richtung  das
Nuder  führen  zu  können,  als  noch  vor  wenig  Jahren  das  Staatsschiff
  steuerte.

Die  „Prov.-Corr.“  gibi  solhn  gailuiseellung  des  Wahlresultates:

Conservative  *  115,  also  73  mehr,
Freiconservalive.  .  35,  50,  „  15  mehr,
Centrim.  89,  96,  „  7  mehr,
Nationalliberalle  163,  105,  „  63  weniger,
Fortschrittltler  63,  34,  „  29  weniger,
Polen  1  19,  "  1  zer
Keiner  Fraction  angehörig

 

(3u  den  14  gehören  3  arühere  Ninister  l  voransnchtlnh  Ftctconfcr
vativer,  1  Gentrumemann,  2  Dänen  und  7  Liherale  von  der  Gruppe  Löwe.)
ers  beachtenswerth  i  das  Resu  ianr  der  Wahlen  in  den  Provingen
  Le  l  und  Hannover.  Jene,  bisher  fast  ganz  in  den
Händen  des  Fortschritts,  ist  demjelben,  nicht  ohne  wesentliche  Beihilfe  der
Negierung  durch  ihre  Landräthe,  entrissen  worden  und  den  Conservativen
zugefallen.  Noch  bedeutsamer  ist  der  tolale  Zerfall  der  Welfenpartei  in
Hannover,  wo  allein  die  HH.  Brüel  und  Windthorst  durchgekommen  sind;
dannover  bildet  fortan  noch  mehr  als  bisher  den  Kern  der  Nakionalliberalen.
3.  October.  (Bayern.)  II.  Kammer:  Finanzgausschuß:  zeigt
sich  in  seiner  großen  Mehrheit  dem  von  der  Regierung  behufs  Herabminderung
  des  Deficits  vorgeschlagenen  Gesetzentwurf  betr.  Erhöhung
des  Malzaufschlags  nicht  sehr  geneigt  und  beschließt  mit  10  gegen
4  Stimmen,  die  Vorlage  zurückzustellen,  bis  die  Einnahmen  und
Ausgaben  des  Budgets  feststehen.  Der  Finanzminister  erklärt,  daß
dieser  Beschluß  seit  seiner  zweijährigen  Geschäftsleitung  sein  erster
Mißerfolg  sei,  und  daß  er  es  sich  überlegen  müsse,  ob  er  fortarbeiten
könne.  Inzwischen  ist  die  Frage  noch  unerledigt,  ob  der  Finanzausschuß
  diesen  Vertagungsbeschluß  von  sich  aus  zu  fassen  berechtigt
oder  ob  darüber  an  das  Plenum  Vericht  zu  erstatten  und  von
diesem  Beschluß  zu  fassen  sei.

Der  Finanzminister  kämpft  energisch  gegen  den  Beschluß  und  legt
dabeie  wiederholt  die  Fiuanglag  des  Staats  eindringlich  dar.  Dabei  wirft
er  die  Frage  auf,  ob  es  nicht  andere  Wege  gebe,  das  Deficit  zu  decken.
Erklecklicheres  liefere  nur  noch  die  Erhöhung  der  directen  Steuern.  Der
Minister  habe  eine  Besteuerung  des  Branntweins  in  Angriff  genommen;
dieselbe  habe  aber  erhebliche  Schwierigleiten,  es  müsse  noch  die  Einvernahme
des  Auteressenten  erfolgen,  um  nichk  einen  blühenden  Industriezweig  zu
Grunde  zu  richten.  Ihr  Erträgniß  schlage  er  auf  1½  Millionen  an.

die  direcken  Steuern  anbelange,  so  müßten  sie,  um  ergiebig  zu  sein,  recht
weite  Kreise  kreffen.  Die  Bemühnngen,  die  Kozitalrenieuten  lergebiger  zu
machen,  scheiterten  stets  an  der  Natur  des  Capitals.  Der  Minister  verbreitet
sich  alsdann  über  die  4  in  Vorbereitung  befindlichen  neuen  Sieuergesegentwürfe;
  dieselben  beträfen  folgende  Steuerarten:  1)  Haus=  und  Grun
steuer;  die  Grundsteuer  bleibe  unverändert;  bei  der  Haussteuer  würde  besonders
  die  bisherige  Steuerbefreiung  der  Neubauten  be  eseitigt.  Diese  Steuern