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sen. In Leipzig wurden die preußischen Truppen freundlich,
in den übrigen Städten und auf dem Lande wenigstens ohne
Zeichen des Widerwillens empfangen. Am 18. zogen die Preußen
in Dresden ein. Zu gleicher Zeit rückten Theile der Armee
des Prinzen Friedrich Carl, die im Norden der Lausitz
stand, in die östlichen Striche Sachsens ein, besetzten
von Görlitz aus die Städte Zittau, Löbau und Bautzen und
bereiteten sich zum Einrücken in Böhmen vor.
Im Verlauf einer Woche war das ganze Königreich Sachsen
mit Ausnahme der Festung Königstein, des oberen Gebirges
und des Voigtlandes in die Gewalt der Preußen gebracht. Neben
dem Militär-Gouverneur General v. d. Mülbe übernahm der
Landrath v. Wurmb aus Weißenfels die Ciovilverwaltung.
Mit einer bloßen militärischen Promenade hatten sich die
Preußen demnach Hannovers, Kurhessens und Sachsens bemächtigt.
Mit dem schnellen Vorgehen gegen die nördlichen Glieder
der österreichischen Liga hatte man zunächst jene drei größten
Staaten Norddeutschlands mit einer Bevölkerung von mehr
als fünfthalb. Millionen dem feindlichen Einfluß entzogen und
die Hülfsmittel dieser Länder der eigenen Sache zugewendet, die
80—100,000 Mann, welche zur Beobachtung dieser und der
andern deutschen Staaten bestimmt gewesen, gleich von vornherein
in die Action gezogen, und durch die Occupation Sachsens den
Vortheil erlangt, den Feind nicht mehr beinahe vor den Thoren
Berlins zu haben.
Nach diesen so glücklichen Resultaten wurde am 19. Juni
das folgende Manifest des Königs von Preußen veröffentlicht:
„An Mein Volk!
In dem Augenblick, wo Preußens Heer zu einem entscheidenden
Kampfe auszieht, drängt es Mich, zu Meinem Volke, zu
den Söhnen und Enkeln der tapferen Väter zu reden, zu denen
vor einem halben Jahrhundert Mein in Gott ruhender Vater
unvergessene Worte sprach: „„Das Vaterland ist in Gefahr!““
Oesterreich und ein großer Theil Dentschlands steht gegen das-