Metadata : 32 Lektionen über Gesetzes- und Verfassungskunde Sachsen und das Deutsche Reich.

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Zu  merken  ist,  daß  derjenige,  welcher  seiner  Verpflichtung
bezüglich  der  erwähnten  Anmeldungen  im  Standesamte  nicht  nach—
kommt,  in  Geldstrafe  bis  zu  150  Mark  verfällt,  bez.  Haftstrafe
zu  gewärtigen  hat.

Selbstverständlich  wird,  wenngleich  die  Beurkundung  des  Per—
sonenstandes  durch  den  Staat  geschieht,  kein  Christ  der  Ver—
pflichtung  enthoben,  seine  Kinder  taufen  und  der  Ehe—
schließung  die  kirchliche  Trauung  folgen  zu  lassen.  Dank
des  guten  Geistes,  der  in  unserm  deutschen  Volke  herrscht,  werden
diese  Verpflichtung  kaum  mehr  versäumt.  Es  hieße  ja  seinen
Glauben,  dem  man  in  der  Kirche  vor  Gottes  Angesicht  und  vor
Zeugen  Treue  geschworen,  verleugnen,  wollte  man  bei  den  wich—
tigsten  Lebensabschnitten  des  kirchlichen  Segens  entbehren,  und  die
öffentliche  Meinung  spricht  das  Urteil  über  die,  welche  denn  doch
dieses  Segens  entraten  wollten.

3.  Schlußwort.  Wir  sind  zu  Ende!  Blicken  wir  noch  ein—
mal  zurück  auf  das,  was  wir  beziehentlich  des  deutschen  Reiches
gefunden  haben.  Welch  eine  Vertretung  nach  außen,  welch  eine
Vertretung  des  Volkes  im  Innern!  Wo  ist  der  Staat,  der  allen
seinen  Bürgern  gegenüber  die  Pflicht,  Schutz  gegen  innere  und
äußere  Feinde  zu  gewähren  und  ihre  Wohlfahrt  zu  för—
dern,  in  einem  Maße  und  einem  Umfange  erfüllte,  wie  unser  teures
Vaterland!  Wo  ist  der  Staat,  in  welchem  die  Rechtspflege
eine  so  hohe,  zum  Teil  vom  Volke  selbst  ausgeübte  ist,  daß  jede
Möglichkeit  einer  Willkür  seitens  des  Richters  vollständig  aus—
geschlossen  istt  Wo  ist  ein  Staat  auf  Erden,  in  dem  das  Armenwesen
  geregelt  ist,  wie  in  dem  unseren,  in  dem  von  des  Kaisers
Throne  die  Botschaft  in  das  Land  hinaus  ertönt:  „Unsere  kaiser—
lichen  Pflichten  gebieten  Uns,  kein  in  Unserer  Macht  stehendes
Mittel  zu  versäumen,  um  die  Besserung  der  Lage  der  Arbeiter
und  den  Frieden  der  Berufsklassen  untereinander  zu  fördern,  so
lange  Gott  uns  Frist  giebt,  zu  wirken.“

Ja,  es  ist  ein  herrliches,  ein  großes  Vaterland!  —  und  die
Verwirklichung  der  kaiserlichen  Botschaft  folgte  derselben  ja  auf
dem  Fuße.

Das  beherzigen  Sie  wohl,  wenn  Männer  des  Umsturzes,
eitle  Schwätzer,  die  sich  als  Volksbeglücker  gebärden  und  sich  nicht
scheuen,  von  dem  Groschen  des  Arbeiters  sorglos  zu  leben,
es  versuchen  sollten,  Sie  dem  Vaterlande  abwendig  zu  machen.
Halten  Sie  ihnen  furchtlos  und  mannhaft  entgegen,  was  Sie  hier
erfahren  haben,  zeigen  Sie,  daß  Sie  bessere  Einsicht  gewonnen
und  daß  Sie  das  Herz  auf  dem  rechten  Flecke  haben,  und
daß  Dankbarkeit  eine  Tugend  ist,  die  wir  in  erster  Linie  auch
gegen  Fürst  und  Vaterland,  gegen  Kaiser  und  Reich  üben