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Zu merken ist, daß derjenige, welcher seiner Verpflichtung
bezüglich der erwähnten Anmeldungen im Standesamte nicht nach—
kommt, in Geldstrafe bis zu 150 Mark verfällt, bez. Haftstrafe
zu gewärtigen hat.
Selbstverständlich wird, wenngleich die Beurkundung des Per—
sonenstandes durch den Staat geschieht, kein Christ der Ver—
pflichtung enthoben, seine Kinder taufen und der Ehe—
schließung die kirchliche Trauung folgen zu lassen. Dank
des guten Geistes, der in unserm deutschen Volke herrscht, werden
diese Verpflichtung kaum mehr versäumt. Es hieße ja seinen
Glauben, dem man in der Kirche vor Gottes Angesicht und vor
Zeugen Treue geschworen, verleugnen, wollte man bei den wich—
tigsten Lebensabschnitten des kirchlichen Segens entbehren, und die
öffentliche Meinung spricht das Urteil über die, welche denn doch
dieses Segens entraten wollten.
3. Schlußwort. Wir sind zu Ende! Blicken wir noch ein—
mal zurück auf das, was wir beziehentlich des deutschen Reiches
gefunden haben. Welch eine Vertretung nach außen, welch eine
Vertretung des Volkes im Innern! Wo ist der Staat, der allen
seinen Bürgern gegenüber die Pflicht, Schutz gegen innere und
äußere Feinde zu gewähren und ihre Wohlfahrt zu för—
dern, in einem Maße und einem Umfange erfüllte, wie unser teures
Vaterland! Wo ist der Staat, in welchem die Rechtspflege
eine so hohe, zum Teil vom Volke selbst ausgeübte ist, daß jede
Möglichkeit einer Willkür seitens des Richters vollständig aus—
geschlossen istt Wo ist ein Staat auf Erden, in dem das Armenwesen
geregelt ist, wie in dem unseren, in dem von des Kaisers
Throne die Botschaft in das Land hinaus ertönt: „Unsere kaiser—
lichen Pflichten gebieten Uns, kein in Unserer Macht stehendes
Mittel zu versäumen, um die Besserung der Lage der Arbeiter
und den Frieden der Berufsklassen untereinander zu fördern, so
lange Gott uns Frist giebt, zu wirken.“
Ja, es ist ein herrliches, ein großes Vaterland! — und die
Verwirklichung der kaiserlichen Botschaft folgte derselben ja auf
dem Fuße.
Das beherzigen Sie wohl, wenn Männer des Umsturzes,
eitle Schwätzer, die sich als Volksbeglücker gebärden und sich nicht
scheuen, von dem Groschen des Arbeiters sorglos zu leben,
es versuchen sollten, Sie dem Vaterlande abwendig zu machen.
Halten Sie ihnen furchtlos und mannhaft entgegen, was Sie hier
erfahren haben, zeigen Sie, daß Sie bessere Einsicht gewonnen
und daß Sie das Herz auf dem rechten Flecke haben, und
daß Dankbarkeit eine Tugend ist, die wir in erster Linie auch
gegen Fürst und Vaterland, gegen Kaiser und Reich üben