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5. Heriode.
Der heutige Schild mit sieben Feldern.
(Don t658 bis zur Gegenwart.)
Die Dermehrung des Schildes der 4. Heriode um zwei Figuren ist dadurch veranlaßt, daß durch den
Westphälischen Frieden (1648) die beiden säkularisirten Zisthümer Schwerin und Ratzeburg als nunmehrige Fürstenthümer
an Mecklenburg kamen.
Die Wappenbilder für beide wurden durch Regierungsbeschluß vom Jahre 1658 festgestellt.) Man
erachtete es nicht für paßlich, die von den Bischöfen geführten Wappen in dasjenige der Landesherren hinein-.
zubringen, „da die Stifter naturam verändert hätten. Dielmehr hielt man dafür, daß es besser wäre, wenn man
„aus den alten Mecklenburgischen Wappen hinzuthäte, was sich dazu schicken möchte.“ So wählte man denn für
das Fürstenthum Schwerin, „weil es doch guten Theils vor diesem schon dem Herzogthum Mecklenburg inkorporirt
„gewesen,“ den Greifen. Um aber dies Wappen genau von dem Rostocker, mit welchem es auch gleiche Tinkturen
hat, zu unterscheiden, wurde das Feld getheilt und der Greif in die obere Hälfte gesetzt; die untere Hälfte des
Feldes blieb einfach leer, und man tingirte sie anfangs zienilich willkürlich: schwarz, weiß, gelb, grün u. s. w. Die
grüne Farbe desselben, und zwar mit weißer (slberner) Einfassung, kommt bald nach 1658 am meisten vor, und
so ist sie bis zur Gegenwart geblieben.
Für das Fürstenthum Ratzeburg wurde gewählt ein „mit einem Kürstenhut bedecktes schwebendes silbernes
„Kreuz in roth.“:) Auf den ersten Fürstensiegeln, in denen dieses Wappenbild vorkommt, und auch später noch
häufig, ist es als Anker., wohl auch als Maktheser-Ureuz dargestellt; es soll jedoch nach einer schon bei seiner
Aufnahme getroffenen Bestimmung das Kreuz Christi sein, es muß daher die Gestalt eines erhöhten Balkenkreuzes
haben. Der Fürstenhut nimmt bereits im 17. Jahrhundert die Form einer über dem Kreuze schwebenden offenen
Krone an; letztere wurde von der Cinie Mecklenburg. Güstrow#) aus Demuth überhaupt nicht geführt.
Die zu diesem Wappenbildern gehörigen Helme sind lediglich Erfindungen von 1658. Für das Fürstenthum
Schwerin erdachte man als Mleinod einen wachsenden goldenen Greifen, für das Fürstenthum Ratzeburg sieben
rothe Fähnlein an silbernen Stangen.
Die Anordnung der Schildbilder ward dahin getroffen, daß die neuen Wappen zwischen die beiden unteren
und oberen Felder eingeschoben wurden, und so der Schild der Grafschaft Schwerin als Mittelschild zwischen die
Wappen der neuen Fürstenthümer zu stehen kam. Die Helme wurden rechts und links den bisherigen drei Helmen
angereiht.
Die schon ad 4 zur Sprache gekommene Entstellung des Mecklenburgischen Stierkopfes durch den Masenring,
sowie die gleichfalls unhistorische Wiedergabe des Werle'schen Wappenbildes im Hrofil und nach rechts gelehnt,
findet sich auf fast sämnulichen Siegeln bis zur zweiten hälfte dieses Jahrhunderts, ja sogar in allerneuesten
Siegeln und Wappenwerken; auch die rothe Urone beider Stierköpfe hat bisher inmmer noch nicht gänzlich verschwinden
wollen.
ie Schildhalter gehören zu den s. g. heraldischen Hrachtstücken. Man hat sich deshalb in der Wahl dazu geeig-D
neter Oersonen und Thiere allenthalben die größte Freiheit erlaubt und in älterer Seit wenigstens nirgends
weder eine strenge Beibehaltung der dazu gewählten Figuren, noch wohl gar gewisse Eigenthümlichkeiten derselben
beobachtet. Dies gilt auch bezüglich der Wappen der Mecklenburgischen Fürsten. Suerst finden sich Schildhalter
— Greif rechts, Stier links — auf dem dreischildigen Siegel Heinrichs IV. (1452); beide sind dem Schilde zugewendet,
der Kopf des Stiers erscheint vorwärts gekehrt. Herzog Magnus II. gebrauchte 1485 einen Engel und 1480 deren
zwei als Schildhalter, während sein Bruder Balthasar sich zweier Greifen bediente u. s. w. Die von herzog
Johann Albrecht I. 1552 im Schweriner Dom gesetzten 4 Epikhaphien zeigen sämmtlich verschiedene Schildhalter,
und zwar
) M. J. B. VIII. S. 33 f. — ) M. J. B. VIII. S. 35. — Die Herzogthümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow
entstanden durch eine abermalige Landestheilung im Jahre 1554; die jüngere Güstrow'sche Linie starb 1635 aus. Durch den
Ramburger Vergleich von wol wurde das Herzogthum Mecklenburg Strelitz, die Herrschaft Stargard und das * Fũrstenthum Ratzeburg
umfassend, geschaffen.