Volltext : Geschichte der Hohenzollern.

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kein  Wohlgefallen  an  den  Rohheiten  des  alten  Schlemmers  gefunden  haben
kann,  der  sich  in  den  damals  üblichen  Ausschweifungen  der  Tafel  nur  zu  sehr
gefiel.  Auch  wird  erzählt,  daß  der  Vertraute  die  Neigung  seines  Fuͤrsten  auf
andere  Gegenstände  habe  lenken  wollen,  angeblich  um  dem  Lande  die  bedeutenden
  prinzlichen  Apanagen  zu  ersparen,  welche  die  fruchtbare  Ehe  des  Kurfürsten
  dem  Lande  aufzubürden  drohte.

In  der  Mark,  in  Pommern,  in  den  Bisthümern,  ja  selbst  im  Clevischen,
wurden  die  Stände  ohne  Mühe  zur  Nachgiebigkeit  gezwungen,  größere  Schwierigkeiten
  machte  dies  in  Preußen.  So  lange  die  Lehnsabhängigkeit  von  Polen
gewährt  hatte,  war  auch  der  landesherrliche  Einfluß  im  Herzogthum  gar  sehr
beschränkt.  Bei  jedem  Competenzstreit  drohte  man  mit  Berufung  nach  Warschau,
  und  hier  war  die  Intrigue  stets  geschäftig,  dem  Kurfürsten  in  seinen
Regierungsmaßregeln  hinderlich  entgegenzutreten.  Schon  aus  diesem  Grunde
mußte  er  die  Lösung  des  lästigen  Bandes  wünschen.

Der  polnische  Krieg  und  der  Vertrag  von  Welau  hatten  Friedrich  Wilhelm
  nicht  nur  von  diesem  Hinderniß  befreit,  sondern  er  war  auch  durch  seinen
kriegerischen  Ruhm,  so  wie  durch  seine  bedeutende  Truppenmacht,  den  großen
Monarchen,  mit  welchen  er  gekämpft  hatte,  als  ebenbürtig  an  die  Seite  getreten.
Den  kühn  errungenen  Platz  wollte  er  natürlich  behaupten,  und  wie  hätte  er
dies  vermocht,  wenn  er  nicht  über  die  verhältnißmäßig  schon  so  geringen  materiellen
  Kräfte  seiner  Herrschaft  ohne  Einspruch  und  Widerstand  verfügen  konnte!

Während  des  Krieges  selbst  hatte  er  ziemlich  ungehindert  seinen  Willen
zur  Geltung  gebracht.  Schon  zur  Zeit  des  Königsberger  Vertrages  berief  er  eine
geringe  Anzahl  von  Abgeordneten,  und  verlangte,  daß  sie  sich  mit  unbeschränkter
Vollmacht  versehen  lassen  sollten,  um  sofort,  während  eines  Zeitraumes  von
drei  Wochen  über  die  landesherrlichen  Vorlagen  zu  berathen.  Das  unterdessen
mit  den  Schweden  eingegangene  Bündniß  erwähnte  er  nur  obenhin,  ohne  irgend
eine  Mittheilung  über  die  Bedingungen  zu  machen;  dagegen  forderte  er  die
Einführung  der  Aceise  zur  Herbeischaffung  der  nöthigen  Vertheidigungsmittel
für  das  Land.  Hierbei  fand  er  zwar  große  Schwierigkeiten,  setzte  aber  dennoch
seine  Forderung  durch.

Als  sich  bald  darauf  auswies,  daß  die  Aceise  zu  dem  angegebenen  Zweck
nicht  ausreichte,  wurde  nicht  nur  eine  neue  Contribution  trotz  alles  Widerspruches
  durchgesetzt,  sondern  auch  mit  militärischer  Strenge  eingetrieben.  Da  der
Kurfürst  mit  20,000  Mann  das  Land  besetzt  hielt,  so  war  an  Widerstand  nicht
zu  denken,  auch  wurden  die  kurz  zuvor  noch  so  dreisten  Stände  von  ihrem
hochfahrenden  Tone  so  weit  herabgestimmt,  daß  sie  nur  um  Abhülfe  der  immer
mehr  überhandnehmenden  Gewaltthätigkeiten  baten,  und  bescheiden  an  ihre  herkömmlichen
  Rechte  erinnerten.  Die  verschiedenen  schon  oben  erwähnten  wichtigen,
das  Land  in  seinen  innersten  Verhältnissen  berührenden  Verträge  wurden  ebenfalls
  ohne  alle  Mittheilung  an  die  Stände  des  Herzogthums  abgeschlossen,  durchaus
  gegen  das  alte  Herkommen,  allein  hinlänglich  gerechtfertigt  durch  die  Lage