Full text : Das öffentliche Recht der Gegenwart. Band XIV. Das Staatsrecht des Großherzogtums Oldenburg. (14)

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Ablommen  wic  im  Herzogtum.  Das  Fischereigesetz  für  Lübeck  datiert  vom  1.  April  1882  1).  Es
verbieiet  für  die  Küstenfischerei  die  Anwendung  von  Schleppneten,  welche  mittelst  Segel=  oder
Dampfkraft  auf  dem  Boden  der  Sree  geschleppt  werden:).  Eine  völlerrechtliche  Abgrenzung
der  zum  Fürstentum  gehörenden  Teile  der  Ostsec  hat  niemals  stattgesunden,  über  diese  Frage
wird  also  das  Gewohnheitsrecht  zu  entscheiden  haben  2).  Das  Gesetz  gilt,  abgesehen  vom  Küstenmeer,
  auch  für  die  Landseen.  In  Birlkenfeld  gilt  das  Fischercigesetz  vom  25.  März  18794).  Es
KZilt  für  alle  öffentlichen  Gewässer  und  definiert  als  solcher  „alle,  die  natürliche  Abwässerung  vermittelnden,
  einen  Eigennamen  führenden,  fließenden  Gewässer“.  Das  Recht  der  Fischerei  steht
hier  den  Gemeinden  zu,  kann  aber  nur  durch  Verpachtung  ausgeübt  werden.  Außerdem  bedarf
es  zur  Ausübung  der  Fischerei  hier,  wie  im  Herzoglum,  eines  Erlaubnisscheines.

*s  76.  Bergwesen.  Für  das  Herzogtum  Oldenburg  und  das  Fürstentum  Lübeck
ist  ein  Berggesetz  erst  unter  dem  3.  April  1908  ergangen  5).  Dieses  vertritt  im  schärfsten
  Maße  den  Standpunkt  der  Regalität.  Alle  wichtigeren  Mineralien,  wie  die  Edelmetalle,
  Kohle,  Steinsalz,  Kali,  Sohlquellen  und  Naphta  ")  sind  dem  Verfügungsrecht
  des  Grundeigentümers  entzogen.  Das  Recht,  sie  aufzusuchen  und  zu  gewinnen,
steht  allein  dem  Staate  zu.  Zur  Nußbarmachung  dieses  Rechtes  kann  der  Staat
eigenen  Bergbau  betreiben  oder  das  Recht  an  andere  Personen  übertragen,  immer
aber  hat  der  Betrieb  eines  Bergwerks,  auch  wenn  er  vom  Staate  selbst  unternommen
werden  soll,  die  Verleihung  des  Bergwerkseigentums  zur  Voraussetzung.  Zuständig
zur  Verleihung  ist  das  Gesamtministerium,  das  aber  dabei  der  Zustimmung  des
Landtages  bedarf,  wenn  die  Verleihung  an  andere  Personen  erfolgen  soll,  wie  an
den  Staat  selbst.  In  letzterem  Falle  können  dem  Bergwerkscigentümer  bestimmte
seststehende  Abgabeen  an  den  Staat  auferlegt  werden,  oder  es  kann  dem  Staat  ein
Anspruch  auf  einen  bestimmten  Ausbeuteanteil  zugesprochen  werden  (Freikux)’).  Das
einmal  begründete  Bergwerkseigentum  kann  später  verändert  werden  durch  Feldesvereinigung
  oder  durch  Teilung  von  Grubenfeldern  oder  durch  Austausch  von  Feldesteilen.
  Auf  das  Bergwerkseigentum  finden  die  sich  auf  Grundstücke  beziehenden
Vorschriften  entsprechende  Anwendung  ).  Das  Vergwerkseigentum  kann  entzogen
werden,  wenn  die  nach  der  Verleihungsurkunde  zu  leistenden  Abgaben  länger  als
ein  Jahr  im  Rückstande  sind  oder  wenn  einer  Auflage  nicht  genügt  wird,  die  in  der
Verleihungsurkunde  gemacht  und  deretwegen  bei  Nichterfüllung  dort  die  Entziehung
des  Bergwerkseigentums  angedroht  ist.  Unter  diesen  Voraussetzungen  erfolgt  die

1)  GBl.  für  Lüb.  Bd.  18  S.  83  ff.,  siehe  dazu  die  Reg.  Bek.  vom  24.  Nov.  1905  betr.  die  Kenntlichmachung
  der  Fischereifahrzeuge  a.  a.  O.  Bd.  17  S.  121  ff.

2)  Vgl.  Art.  4  Ziffer  3  unter  d  des  Gesetzes.

3)  Vgl.  darüber  Schücking,  Das  Küstenmcer  im  internalionalen  Recht.  (Gekrönte
Preisschrift.)  Göttingen  1897.

4)  GBl.  für  Birk.  Bd.  9  S.  183  ff.  Siche  dazu  den  internationalen  Vertrag  ebendort  S.  243
und  S.  507,  ferner  dic  Min.  Bek.  über  die  Ausführung  des  Fischereiges.  vom  7.  Juli  1880,  ebendort
S.  411  und  die  Reg.Bek.  vom  15.  Juli  1880  ebendort  S.  417.  Bcachte  weiter  die  Reg.  Bek.  vom
5.  Febr.  1883  über  das  Handelsverbot  mit  Eier  tragenden  Krebsen  a.  a.  O.  Bd.  10  S.  189.

5)  GBl.  für  Old.  Bd.  36  S.  875  ff.

6)  Die  genauere  Aufzählung  siehe  im  Teil  I  &  1  des  Gej.

7)  Siche  daselbst  §  5  und  §  48.  Auf  den  Freikux  entfällt  leine  Zubußc,  er  gilt  als  Rcallast.
Die  erste  Hälfte  der  dem  Staate  aus  dem  privaten  Bergwerk  zugeflossenen  Einnahmen  des  letten
Jahrcs  ist  der  betreffenden  Gemeinde  zu  überweisen  und  muß  von  dieser  zunächst  zur  Deckung
der  dem  Grundbesitz  zur  Last  fallenden  Ausgaben  verwandt  werden,  die  andere  Hälfie  erhallen
die  sämtlichen  Gemeinden  des  Herzogtums  bezw.  Fürstentums  nach  ihrem  Flächeninhalt  verteilt,
um  sie  im  Interesse  des  Grundeigentums  zu  verwenden.

8)  Vgl.  die  88  13—21  des  Ges.  über  den  Inhalt  des  Bergwerkseigentums,  das  das  Recht
in  sich  schließt,  auch  Hilfsbaue  anzulegen.  Boeachte  weiter  auch  dic  §5  20—47  über  die  entsprechende
Anwendung  der  Normen  der  Grundbuch-O.  mit  den  besonderen  Bestimmungen  jener  Paragraphen
  über  die  Versteigerung  und  Zwangsverwaltung.