HRS
trat mit der französischen Militärobrigkeit in Verhandlunz
bezüglich einer Umzingelung der ersten
Brigade, umsie auszuhungern und zur Auslieferung
derWaffenzuzwingen, aber dieses Mittel birgt, trotz seiner Chancen,
auch ein großes Risiko in sich, weil unsere Truppen Waffengewalt anwenden
und in einen regelrechten Kampf mit den Franzosen geraten könnten. Außerdem
bestände die Gefahr, daß unsere Truppen infolge Hungers die in der Nähe
des Lagers beiindlichen Dörfer plündern würden. Daher hat sich auch die fran-.
zösische Regierung nach langem Sehwanken nicht entschließen können. die
dafür notwendigen Streitkräfte zur Verfüzung zu stellen.
gez. Sewastopulo.
(Rotb. Heft 1 Nr. 6.)
Geheimtelegeramm des Geschäftsträgers in Paris.
7.20. August 1917. Nr. 818.
General Sankewitsch telegraphiert dem Chef des Generalstabes: Die
Soldaten des Courtineschen Lagers, die zum größten Teil der ersten Brigade
angehören, sind bis jetzt nicht zum Gehorsam gezwungen worden. In der
zweiten Brigade besteht eine große Unzufriedenheit und Gärung aus Anlaß
des bevorstehenden AbtransportsnachSäaloniki. Eine der Ilauptursachen
des traurigen Zustandes unserer Truppen in Frankreich ist der
Offiziershestand, der teils ungenügend, teils demoralisiert ist. In diesen Tagen
werde ich die untauglichsten Offiziere nach Rußland zurücksenden und dafür
einige der würdigsten Unteroffiziere zu Offizieren befördern. Über die bevorstehende
Entsendung unserer Truppen nach Saloniki habe ich den Franzosen
Mitteilung gemacht, aber spruchreif ist diese Frage noch nicht, weil vorher die
Ordnung in der Armee wiederhergestellt werden muB. Im übrigen verweise ich
auf mein Telegramm Nr. 729.
gez. Sewastopuln,
(Rotb. Heft I Nr. 7.)
Geheimtelegramm des Geschäftsträgers in Paris.
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7.120. August 1917. Nr.814. Dringend.
General Sankewitsch telegraphiert an den Kriegsminister, au «den Chef
des Generalstabs und ins Hauptquartier: >Die Gründe, die mich gezwungen
haben, meine Zuflucht dazu zu nehmen, daß ich mich um Hilfe an die Franzoseu
wandte, habe ich in meinem Telegramm Nr. 228 dargelegt. TBinen anderen
Ausweg gibt es nicht. Die zweite Brigade hat nicht mit einer offenen Weigerung,
gegen die ungehorsamen Soldaten vorzugehen, geantwortet, aber ihre
Verfassung ist derart, daß die Möglichkeit, sie zu diesem Zwecke zu vorwenden,
ausgeschlossen ist. Die Hauptursache dafür ist eine Starke Gärung und
Unzufriedenheitmitder bevorstehenden Entsendung