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21. November.
Gekangennehmung des preutsilchen Generals Fink.
Sachsen hat, mit Ausnahme des höhern Erzgebirges, allerwegen
Schlachtfelder aufzuweisen. Auch in den Schluchten bei Dohna,
Kreischa und Marxen, die dem Anscheine nach gar kein Schauplatz
für Kriegsheere sein können, ereignete sich im siebenjährigen Kriege
und zwar an dem heutigen Tage eine höchst wichtige, kriegerische Begebenheit.
Das Jahr 1759 war für den König von Preußen sehr
unglücklich gewesen: er hatte die mörderische Schlacht bei Kunnersdorf
(im August) gänzlich verloren; sein General Schmettau hatte
Dresden an die Oestreicher übergeben; von allen Seiten fehlte es
ihm an Hilfsmitteln, und seine Feinde drangen mächtig auf ihn ein.
Da suchte er, wie gewöhnlich, in Sachsen sich festzusetzen und — zu
erholen. Darum warf er eine Masse Kriegsvolk in unser Land,
wovon die Hauptabtheilung bei Wilsdruff lagerte, ein anderes Corps
aber unter General Fink nach Maxen vorging, um, wo möglich,
den in der Gegend von Pirna stehenden Feldmarschall Daun mit
seinen Oestreichern einzuschließen. Es trat aber der umgebkehrte Fall
ein: Daun umzingelte die Preußen und trieb sie in kurzem so gewaltig
in die Enge, daß Fink bei aller Kriegserfahrung und Tapferkeit
doch keine Möglichkeit des Entkommens sah, sondern am 21.
November 1759 capituliren mußte. Elftausend Mann geriethen
auf diese Weise in die Hände der Oestreicher, und Fink fiel bei
seinem König eine Zeit lang in große Ungnade. Man nannte die
Begebenheit eine lange Zeit spottweise den Finkenfang. — Uebrigens
hatte der Vorfall doch auf die Hauptheere keinen wesentlichen Einfluß,
und unserm Lande brachte er keine Erleichterung; im Gegentheil
war der Winter von 1759 bis 1760 der theuerste und furchtbarste
für Sachsenz denn beide Heere standen, nur durch den Plauenschen
Grund getrennt, in Winterlagern einander gegenüber und zehrten
meist nur von Sachsen. Friedrich wenigens trieb damals allein gegen
fünf Millionen Thaler Kriegssteuer und unzählige Rekruten aus
Sachsen zusammen.
22. November.
Continentallyltem, Continentallperre.
Der französische Kaiser, Napoleon, hielt England für seinen
und für Europa's verderblichsten Feind. Die Gründe, warum
er so dachte, und die Frage, ob er mit Recht so dachte, gehören nicht