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tung der Gehorsamsverpflichtung gegen den Deutschen Kaiser.
Gar oft nimmt der Landesherr oder der Kaiser an der feierlichen
Handlung teil. Dann sieht der Rekrut meist zum erstenmal
seinen Kaiser und Herrn, er hört seinen freundlichen Gruß
und ruft mit klopfendem Herzen: „Guten Morgen, Majestät!“
Nach der Vereidigung richtet der Kaiser väterlich ernste
Worte an seine jüngsten Söhne, und die Rekruten vergessen
ihr Leben lang nicht, was sie von ihrem obersten Kriegsherrn
selbst gehört haben. „Nach dem mir soeben geleisteten Eide“,
so sprach er einst zu seinen Rekruten vor dem Königlichen
Schlosse, „begrüße ich euch als meine Soldaten. Wenn ihr gute
Soldaten sein wollt, so müßt ihr auch gute Christen sein und
Religion im Herzen haben. Als Soldaten meiner Garde ist euch
ein besonderes Ehrenkleid gegeben worden. Vergeßt nicht, daß
ihr den Rock euers Königs tragt. Haltet den Rock in Ehren
und bedenkt, daß ihr den Vorzug geniebßt, den Dienst unter
meinen Augen zu tun, und daß ihr mit euerm Eintritt in das
Heer etwas Vornehmes geworden seid. Blickt jetzt auf die
Fahnen, die vor euch stehen, und an die sich eine ruhmreiche
Geschichte knüpft. Laßt sie nie beleidigen! Gedenkt der Standbilder
der Könige und Führer, die auf euch herniederschauen,
denkt an euern Eid, dann werdet ihr gute Soldaten sein! Vergeßt
nie, daß ihr berufen seid zu Verteidigern unsers Vaterlandes,
daß ihr verpflichtet seid, Ordnung und Religion im
Lande zu schütten! Nun gebt bin und tut euern Dienst, der
euch auf meinen Befehl gelehrt wird!“
Ende desselben Jahres stand der Kaiser in Kiel vor seinen
Rekruten; aber diesmal waren es die blauen Jungen mit der
offenen Brust und dem flatternden Matrosenbande. Sie hatten
soeben den Eid der Treue abgelegt, und nun ermahnte sie ihr
Kaiser, wie ein Vater seine Söhne ermahnt, wenn sie in die
weite Welt gehen. „Der Eid ist heilig,““ sprach der Kaiser,
„und heilig ist die Stätte, da ihr ihn schwört. Das zeigen Altar
und Kruzifix; sie bedeuten, daß wir Deutschen Christen sind,
daß wir allzeit erst Gott die Ehre geben bei jedem Geschäft,
das wir treiben, zumal bei dem höchsten, bei der Ausbildung
zum Schutze des Vaterlandes. Ihr tragt des Kaisers Rock, ihr
seid dadurch den andern Menschen vorgezogen und gleichgestellt
den Kameraden der Armee und Marine; ihr nehmt eine besondere
Stelle ein und nehmt Pflichten auf euch. Von manchen
werdet ihr um den Rock, den ihr tragt, beneidet; haltet ihn
in Ehren und beschmutzt ihn nicht, und das könnt ihr am besten,