U
innen zieren.
Briefbogen damit stempeln oder auch sein
Wappen durch einen Schlagpressenabdruck
auf Brief und Kuvert bringen oder den
Briefumschlag zum äusserlichen Zeichen
seiner Eigenart mit einem Petschaft oder
Ringe versiegeln. Für Vereine und Genossenschaften
eignen sich heraldischrichtige
Wappen in geradezu vorzüglicher
Weise, und für Fahnen bilden sie nicht
bloss einen dekorativen, sondern auclı einen
geschmackvoll wirkenden Schmuck. Und
wenn endlich einmal die Studentenverbindungen
ihre oft nichtssagenden oder
herzlicn unbedeutenden Korpswappen in
ein heraldisches Gewand kleiden würden,
wäre schon viel gewonnen. Dem deutschen
Kunstgewerbe aber stände bei seinem hohen
Stande gerade hinsichtlichdesWappenwesens
ein erfreulicher Aufschwung bevor, wenn
sich das deutsche Bürgertum wieder allgemein
auf sein altes gutes Wappenrecht
besinnen wollte,
Quellen:
Seyler, Geschichte der Heraldik.
Hauptmann, Wappenrecht.
v. Kohlhagen, Das Wappenrecht bürgerlicher
Personen (Herald.- Genealog. Blätter 1907, Nr. 1,
S. 6/7).
LGRt. Pregizer, Ueber das bürgerl. Wappenrecht
(ebenda 1908, Nr. 1, S. 4/5).
Ra. Dr. Oelenheinz, Das Wappenrecht bürgerlicher
Personen (Monatsblatt des »Adlers« 1908,
VI. Bd. Nr. 27, S. 234/235).
Dr. Meyermann, Göttinger Hausmarken und
Familienwappen, 1904.
Bürgerliche Wannen in Celle.
Das eine Zierde nicht nur für die Stadt,
sondern für ganz Nordwestdeutschland bildende
»Vaterländische Museum« in Celle
bietet für den Heraldiker eine ganz besondere
Anziehungskraft. Enthalten doch die
Fenster zahlreiche Wappen in schönster
von dem Hoflieferanten Müller in Quedlinburg
ausgeführter Glasmalerei. In einem
der 32 qm grossen Fenster sind die Wappen
der Städte Lüneburg, Celle, Uelzen und Har-191
Jeder endlich kann seine |
burg, das Staatswappen Hannovers und die
Wappen der sieben Landschaften der Provinz
dargestellt. Ein anderes enthält 167
Wappen der hannoverschen Adelsfamilien.
Durch die eifrigen Bemühungen des Oberstleutnants
a. D. Eggers in Lübeck ist es
ferner gelungen, eine grosse Anzahl bürgerlicher
Familien, die zu Celle oder der Ungegend
Beziehungen haben, zu veranlassen,
Glasfenster mit Wappen zu stiften. Bislang
zieren folgende 60 Bürgerwappen in trefflicher
Glasmalerei zwei kleinere Fenster des
herrlichen Museums: Abeken, Adanmii, Alberti,
Bacmeister, Baring, Blumenbach, Bodemann,
Bomann, Braun, Buff, Bussmann, Camımann,
Carstens, Chappuzeau, Cleve, Denecke, Dettmering,
Echte, Eggeling, Eggers (3 Wappen),
Erythropel, Grisebach, Grotefend, Habich,
Haccius, Hagemann, Heim, Hoppenstedt,
Jochmus, Kern, Kestner, Kotzebue, Leisewitz,
Lodtmann, Meister, Mirow, Mühry, Munter,
Niemeyer, Pflaumenbaum, Pieper, Poten,
Roscher, Rumann, Salteur, Schaumann,
Schlemm-Ahlten, Schulte, Seelhorst, von
Sehnde, Stakemann, Struckmann, Stüve,
Wellenkamp, Wichmann, Wiers, Winkelmann,
Wyneken.
Dr. Fieker.
Zu dem Artikel in Nr. I: „Zwei altchristliche
Wappenhilder”
sei eine kurze Bemerkung gestattet: Das
Wappen Lentz mit der Sonne ist nach
meiner Meinung ein redendes Wappen, die
Sonne ist ein Zeichen des Frühlings (Lenz).
So führt in den handschriftlichen Nachträgen
zum alten Siebmacher (vergl. neuer Siebmacher
V. 6, S. 9) eine Familie Lenz ebenfalls
eine Sonne im Wappen. Auch das
Wappen mit dem Faun ist redend. Der
Faun ist das Zeichen des Frühlings. Faunus
kommt von faveo, günstig sein, woher auch
Favonius, der laue Westwind, von dessen
Wehen Mitte Februar man in Italien den
Anfang des Frühlings rechnete, wie denn
auch das Hauptfest des Faunus, die Lupercalien,
am 15. Februar gefeiert wurde. Das