durch Zölle und Abgaben die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte
unmöglich machen. Darum ist es ein Gebot der Stunde,
daß wir uns auf eigene Füße stellen. Das kann aber am besten
geschehen, wenn wir unsere Arbeit in eigenen Kolonien wieder
aufnehmen. Das ist für uns eine zwingende Notwendigkeit.
Denn Kolonien allein können uns die wirtschaftliche Freiheit
bringen. Dazu ist es gar nicht nötig, daß sie uns unseren ganzen
Bedarf an landwirtschaftlichen Rohstoffen liefern. Es genügt
vielmehr schon, daß sie uns relativ kleine Mengen zur Verfügung
stellen, damit wir die heimische Produktion ergänzen und feindliche
Truste bekämpfen können.
Vor dem Kriege ging die Tendenz aller Großmächte dahin,
die freie Wirtschaft durch Schaffung eigener, geschlossener
Wirtschaftsgebiete zu lockern. England und Frankreich wollten
mit ihren Kolonien, Rußland und Amerika mit ihren riesigen,
in verschiedenen Klimaten liegenden Gebieten geschlossene
Wirtschaftsgebiete bilden, während Japan sich in China sättigen
wollte. Dieser Entwicklung muß sich auch Deutschland anpassen,
wenn es nicht verkümmern will.
Man hört oft von Kolonialgegnern sagen: Was nützen uns
Kolonien, wenn uns ein neuer Krieg doch wieder von der See
absperrt! Das ist unrichtig. Zunachst ist es noch sehr fraglich,
ob dieser Fall eintritt. Aber selbst wenn er wieder eintreten sollte,
dann wäre unsere wirtschaftliche Lage mit Kolonien nicht ungünstiger
als ohne Kolonien. Vor allen Dingen aber bauen wir
unsere Wirtschaft doch für den Frieden auf und nicht für den
Krieg. Dabei können wir nicht mehr darauf verzichten, die
besondere Produktionskraft der Tropensonne zur Erzeugung
hochwertiger Produkte für uns nutzbar zu machen.
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