148 67. Leissız, Denkschrift über die Leistungen der Societät (Anfang 1702).
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(Vergl. Geschichte der Akademie S. 128).
Leıenız, Erzählung von der Absicht der preulsischen Societät der
Wissenschaften, was sie bifsher geleistet und wodurch sie gehindert
worden, imgleichen einige Vorschläge, was vor Fundus aufser dem
Kalender-Wesen ihr zu statten kommen könne, wobey nebst den piis
causis, und was aus allerhand Gnaden-Concessionibus fallen könnte,
ein aufzurichtendes Bücher-Commissariat, Receptur-Büchlein, Richtigkeit
von Maals und Gewicht, in Betracht kommen (Anfang 1702).
[Karrens Sammlung S. 442 fl.; Guneaver, Deutsche Schriften von Leisxirz 2. Bd, S. 284 ff.
Krorr, Die Werke von Leisniz. 10. Bd. S. 366 ff.)
Es haben Kön. Mt zu Preufsen dero Societät der Wissenschafften bereits im
Jahr 1700 fundiret, und sowohl in dem Diplomate Fundationis als in der agdst. Instruction
dero höchst erleuchtetes Absehen dabey zu Tage geleget, dafs nehnilieh
nicht allein die Fortpflanzung und Vermehrung der Wissenschafften, sondern auch
vermittelst derselben die Beförderung der Ehre Gottes und des gemeinen Besten gesuchet
werden sollte, als insonderheit durch Verbesserung der Unterweisung, durch
bessere Ausübung der teutschen Haupt-Sprache und Historie, durch neue Erfindungen
in der Natur und Kunst, durch Bemerkungen der natürlichen Dinge, und
unter andern des Laufs der Sterne, nicht ohne einig absehen, dermahleins durch
diese Mittel bey entlegenen, annoch in Finsternils sizenden Völckern denen evangelischen
Predigern den Eingang zu verschaffen, gleichwie die Weisen durch den
Stern zu Christo geführet worden. Zu solchem Ende sind einige Gliedinafsen in
und aufserhalb den Königlichen Landen zusammen getreten; man hat astronomische
Öbservationes angestellet. so viel vor Ausbauung des Observatorii füglich geschehen
können; man hat neue Rechnungs- und Mefskünste angewiesen, dadurch schwere
und nüzliche Aufgaben aufzulösen. Es ist ein neuer Phosphorus von einem Glielmals
der Societät erfunden worden, so in einem verschlossenen Glas durch blofse
Bewegung allezeit leuchtet, und die vermeinten lucernas immortales der Alten
dargeben kann, auch sind andere schöne Experimenta gewiesen worden. Man hat
auch besondere Machinas ausgedacht, dadurch Dinge von Nuzen und Wichtigkeit
aulszurichten. Man hat einige uralte Zeichen der Chineser erläutert, so sie nun
von 2000 Jahren her selbst nicht mehr verstehen, und die doch einen neuen
matlerınatischen Schlüssel in sich halten. Man hat in dem Alterthum der teutschen
Sprache nicht wenig entdecket, das Celtische mit dem Teutschen zusammen gehalten,
alte teutsche Manuscripta nüzlich angewendet, auch Monumenta der teutschen
Historie ans Liecht bracht, und hoffet, dermahleins zu einem rechtschaffenen teutschen
Wörter-Schaz gelangen zu können, sonderlich da durch hohe Hülffe die Kunstund
andere besondere Wörter, so bey verschiedenen Sorten der Menschen in Gebrauch,
zusammen zu bringen seyn möchten, so den Sprachen und Künsten zugleich
zur Beförderung gereichen würde. Es würde auch verhoflentlich Kön. M*
bereits einen oder ınehr Observatores dureh Moscau in die grofse Tartarey und
bis nacher China haben gehen lassen, in den fast noch unberührten Ländern ganz
neue Dinge zu entdecken, und zugleich Missiones evangelicas zu veranlassen, wenn
nicht der nordische Krieg dazwischen kommen. Und jezo ist man begriffen die
Sache also zu fassen. dafs jährlich einige Miscellanea, durch Veranlassung der
Societät, herfür kommen mögen.
Weilen aber der Fundus der Societät bilsher einig und allein in dein Kalender-Wesen
bestanden, welcher nicht weit reichen, und sogar die Nothdurft