32 Obersirichterliche Entscheidungen.
der Wille hiezu nicht bestritten seien. Es kann sonach
nicht gesagt werden, daß die Berufungsinstanz ihre Entscheidung
nicht auf bestimmende thatsächliche Momente
gestützt habe. Von einer Verletzung der §8§ 95, 96. des
Ldr. Th. II Tit. 2, § 513 8. 7 der RCPO. tann also
keine Rede sein.
Wenn Revisionskläger es als eine weitere Verletzung
des § 513 Z. 7 rügt, daß die Vorinstanz die Entfremdung
des Kindes durch die Mutter nicht gewürdigt, das
Vorhandensein ausreichenden Vermögens auf dieser Seite
trotz Widerspruchs angenommen habe, Kläger überhaupt
jede Garantie für eine standesgemäße Erziehung des
Kindes Seitens der Mutter vermisse, so kommt dem gegenüber
zu bemerken, daß der Aufenthalt eines Kindes
bei einem von zwei geschiedenen Eheleuten wohl regelmäßig
eine gewisse Entfremdung gegenüber dem anderen
Ehetheile mit sich bringen wird, so daß, wenn das Kind
diesem überantwortet würde, wohl nur ein Wechsel in
der Person des sich verkürzt fühlenden eintreten würde.
dann daß die Erziehung des in der Ehe erzeugten Kindes
bei der Mutter noch keineswegs mit sich bringt, daß sie
auch auf alleinige Kosten der Mutter geschehen müßte,
auch nirgend behauptet ist. daß sich in dieser Richtung
etwa schon Nachtheile gezeigt hätten, endlich auch unerfindlich
ist, daß bei dem in II. Instanz ausdrücklich
konstatirten ausreichenden Vermögen der Mutter klägerischerseits
erhobene Widersprüche unberücksichtigt geblieben
wären. Urth. v. 3. Juni. 1891; Reg. Nr. 1 24/91.
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Redakteur: Dr. Julins v. Staudinger in München.
Verlag: Valm & Enlte (Carl Ense) in Erlangen.
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(Junge & Sohn) in Erlangen.