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Privilegien des Landes, so klar auch die lezte Abzweckung
derselben war, buchstaͤblich entschieden seyn konnten.
Canzler Langebek versprach zwar im Namen des Herzogs,
daß der Westphälische Friede pünktlich gehalten werden
sollte; warum verweigerte aber Johann Friederich, daß ein
Versprechen dieser Art., das er gar nicht verweigern konnte,
feierlich in den Religionsrevers eingerückt werden sollte?
Das väterliche Testament, das den Religionszustand des Landes
so schön versicherte, war jüngst. erst im Successionsvertrage
mit Georg Wilhelm feierlich bestätigt worden, warum
sollte desselben im Religionsreverse nicht gedacht werden 2 *)
Die Kirchenordnung wurde bestätigt, das Consistorium in seiner
vollen Thätigkeit#gelassen, warum doch die Confirmation
der Klosterordnung künstlich hinweggeschoben? Warum nie
entscheidend die Frage beantwortet, ob unter der Besiätigung
des Wesiphälischen Friedens auch die Versicherung verstanden:
werde, daß, Privatgottesdienst des Fürsten ausgenommen,
nie Simultaneum eingeführt werden sollte? #)
Wie die Pfaffen gewartet haben mögen, ob der Himmel
dem Herzog einen Sohn schenke! Wie sie auf den Nachfolger
Ernst August hinsehen mochten, ob auch er vielleicht
noch gewonnen werden könnte, ob er's etwa künftighin rächen
moͤchte, wenn sie die kurze Regierungszeit Herzog Jo-*)
Das Testament war im Religionspunkt hoͤchst bestimmt; be:
sonders auch in Ansehung der Bedingungen. So lang es aber
blos im Successsonsvertrage stund, so war es nur ein Familiengesetz,
aber kein Landesgeseh. Die Landstände konnten
nicht auf Erfüllung desselben klagen, so lange Georg Wilhelm
und Ernsi August zufrieden waren.
*“*) Das Dokument dieser Religions= Neversalien s. in den Beilagen
Nr. XII.