Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1885. (76)

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gelegt  werden  muͤssen,  worauf  sie,  so  weit  sie  nichts  gegen  die  bestehende  Verfassung
enthalten,  durch  die  obersten  Landesstellen  zur  allgemeinen  Kenntniß  und  Nachachtung
gebracht  werden.

K.  11.

Die  Vormundschaften  der  fürstlichen  Familien-Glieder  können  von  dem  Haupte
des  Hauses  bestellt  werden.

Ist  dasselbe  dabei  betheiligt,  und  ein  Vormund  oder.  Curator  von  Obrigkeits  wegen
aufzustellen,  so  geschieht  dieses  durch  das  Kreis-Gericht  des  einschlägigen  Regierungs-Bezirks,
  mir  Vorbehalt  des  Rekurses  an  den  Pupillen-Senat  Unseres  Kniglichen
Ober-Tribunals.

In  beiden  Fällen  find  die  letzten  Willens-Verordnungen  des  Vaters,  die  Familien
  =  Gesehe  und  in  deren  Ermanglung  die  allgemeinen  gesepichen  Vorschriften,
mit  vorzüglicher  Rücksicht  auf  Ebenbürtigkeit  des  zu  wählenden  Vormünders  zu  beobachten.
  «

Die  Aufsicht  uͤber  die  fuͤrstlichen  Vormundschaften  wird  dem  Pupillen-Senate
des  einschlaͤgigen  Koͤniglichen  Kreis-Gerichtshofs  vorbehalten,  zu  welchem  Ende  derselbe
  jedesmal  von  der  getroffenen  Anordnung  einer  Vormundschaft  in  Kenntniß  zu
setzen  ist.  6.  13.

Der  Fuͤrst  genießt  fuͤr  sich  und  seine  Familie  die  Befreiung  von  aller  Militaͤr-Pfflichtigkeit.


K.  15.

Die  von  demfselben  bewohnten  Schlöôsser  sollen  —  Nothfälle  ausgenommen  —
von  der  Einquartierung  Unserer,  so  wie  auch  fremder  Truppen  befreit  seyn,  in  so
weit  die  Dislokation  und  Einlegung  der  Leßteren  von  den  Landesbehörden  abhängt.

C.  14.

Es  wird  dem  Fürsten  gestattet,  eine  Ehrenwache  aus  Eingebornen,  welche  dem
Souverain  den  Huldigungs-Eid  geleistet  haben,  und  nicht  in  den  Jahren  der  Militär=Pflichtigkeit
  stehen,  in  den  Schlössern  seines  Wohnsißes  zu  halten.

KC.  15.
Der  Furst  ist  berechtigt,  von  seinen  Beamten  einen  Dienst-Eid  sich  leisten  zu  lassen.