II Erdkunde. 115
himmelskunde.
I. Was wir am Himmel beobachten.
1. Gesichtskreis (orizont). Befinden wir uns auf einer Ebene, dann
erscheint uns die Erde wie eine kreisrunde Fläche, in deren Mittelpunkte wir stehen.
Kuf ihr ruht scheinbar der himmel in Gestalt einer halbkugeligen Glocke. Die Kreislinie,
in der himmel und Erde sich zu berühren scheinen, und bis zu der wir sehen können,
heißt Gesichtskreis oder horizont. Der höchste Punkt des himmelsgewölbes
(Uamel) liegt senkrecht über unserm Scheitel. Man nennt ihn daher Scheitelpunkt
Genit). — Dieselben Beobachtungen können wir an allen Orten der Erde, sowie
überall auf dem Meere machen.
2. Himmelsgegenden. Werden häuser, Bäume oder andre undurchsichtige Körper
von der Sonne beschienen, so sehen wir, daß sie einen Schatten werfen. Stecken wir
einen Stab in die Erde, und beobachten wir die Lage 5
und die Größe seines Schattens zu verschiedenen Aages- 2 4 0
zeiten, dann finden wir, daß der kürzeste Schatten stets « s·
nach ein und derselben Richtung zeigt; sie heißt Uorden
(N). Blicken wir nach UNorden, so liegt hinter
uns Süden (8), rechts von uns Osten (0) und links w PT
von uns Westen (W). Zwischen diesen vier haupthimmelsgegenden
liegen die vier Nebenhimmelsgegenden
Nordosten (NO), Südosten (80), Südwesten (SW)
und Nordwesten (NW). (Sig. 1.) Die himmelsgegenden * * *
findet man am bequemsten mit hilfe des Kompasses *r
(# IV. S. 43). Sig. 1.
5. die scheinbare Bewegung der Sonne. a) Im Laufe eines Tages. Zm
frühen Morgen sehen wir, daß die Sonne am Ostrande des Horizontes aufgeht. Im Laufe
des Vormittags steigt sie am himmel empor und erreicht mittags ihren höchsten Stand
im düden. Während des Nachmittags wandert sie immer weiter nach Westen zu,
wo sie abends untergeht. (Beobachte die Größe und die Richtung des Schattens zu ver-8.