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g. 243.
Sehr selten endlich ist das Becken durch Knochengeschwülste,
durch schlecht geheilte Brüche der Beckenknochen, oder durch
Geschwülste der weichen Theile im Becken verengt, dann gewöhnlich
aber in solchem Grade, daß die Verengung nicht leicht bei
der Untersuchung übersehen werden kann.
g. 244.
Natürlich ist der Durchgang eines reisen Kindes durch ein enges
Becken mehr oder weniger erschwert, ja in den höchsten Graden der
Verengung selbst unmöglich geworden. Abgesehen von diesen höchsten
Graden der Beckenenge hängt indeß der Grad der Geburtserschwerung
nicht allein vom Becken, sondern wesentlich mit von den
übrigen Verhältnissen ab, von der Lage und der Haltung der Frucht
bei Schädelgeburten von der Größe, Härte und besonders von der
Stellung und Haltung des Kopfes, die der Form des Beckens entsprechen
muß (s. u. §. 248.), und vor Allem auch von der Beschaffenheit
der Wehen. Bei gleichen Graden der Beckenenge, ja bei
einer und derselben Frau mit engem Becken, kann daher der Verlauf
der Geburten ein sehr verschiedener sein.
§. 245.
Schon in der Schwangerschaft wirkt das enge Becken dadurch
nachtheilig ein, daß es die Entstehung eines Hängebauches begünstigt
(s. o. §. 224.). Bei dem hohen Stande der Gebärmutier und
der Frucht kommen dann um so leichter Abweichungen in der
Lage und der Haltung des Kindes zu Stande, je mehr die
Wandungen der Gebärmntter erschlafft sind, wie es bei Mehrgebärenden,
zumal nach voraufgegangenen schweren Geburten, fast
durchgängig der Fall ist. Daher sind Steiß= und Fußlagen, Schiefund
Querlagen, Vorfall der Nabelschnur oder eines Armes neben
dem Kopfe bei engem Becken ungleich häufiger, als bei weitem
Becken.